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Headis: Weltcup der Trendsportart auf dem Olymp der Gött(ing)er im Kaufpark

„Elliegator“ beißt zu Headis: Weltcup der Trendsportart auf dem Olymp der Gött(ing)er im Kaufpark

„Hype“ beschreibt das dramatisch ansteigende, teilweise übertriebene Interesse an Personen, Themen und Objekten innerhalb kürzester Zeit. Headis-Erfinder René Wegner hofft inständig, dass kein Hype um sein „Kopfball-Tischtennis“ entstehen wird.

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Weltcup-Siegerin mit Köpfchen: Die Göttingerin Elisabeth Neugebauer alias „Elliegator“ besiegt im Finale ihre Teamkollegin Anna „Mini Milk“ Quistorp mit 2:0-Sätzen.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Denn auf den Hype folgt laut Lexikon auch der „schlagartige Interessenverlust“. Wer Woody Allens „To Rome with love“ gesehen hat oder Leopoldo Pisanello heißt, weiß, wovon die Rede ist. „Aus sportsoziologischer Perspektive sind wir eine Trendsportart, haben also ein langes Haltbarkeitsdatum“, betont Wegner erleichtert.

In Göttingen wird diesem Trend ausgiebig gefrönt. In keiner Stadt gibt es mehr Headis-Spieler, zwei Göttinger führen die Herren-Weltrangliste an, und der amtierende Weltmeister ist mit Christoph Heinecke ebenfalls ein Südniedersachse. Kurzum: Göttingen ist der Headis -Olymp der Gött(ing)er.

Da verwundert es kaum, dass beim Weltcup-Turnier im Kaufpark mit Elisabeth Neugebauer („Elliegator“) und Anna Quistorp alias „Mini Milk“ zwei Lokalmatadorinnen den Sieg unter sich ausmachen. In drei Sätzen (11:9, 8:11, 11:9) beißt der „Elliegator“ zu und sichert sich den dritten Weltcup-Triumph in der Heimat. In der Männer-Konkurrenz scheidet Topfavorit Heinecke („Heinecken“) schon im Viertelfinale aus.

Den Turniersieg holt sich „Promilla“ aus Köln, der den zuvor mit waghalsigen Rettungsaktionen zum Publikumsliebling avancierten „Sniper Schorsch“ aus Kaiserslautern 2:0 (13:11, 11:6) besiegt.

Zwölf Weltcups pro Jahr

Zwölf Weltcups werden pro Jahr ausgetragen. Je nachdem mit wie viel Sternen ein Weltcup klassifiziert ist, können Punkte ergattert werden. Göttingen bekommt vier Sterne. Fünf gibt es nur beim Masters, das dieses Jahr am 5. und 6. Mai auf dem Flughafen Düsseldorf ausgetragen wird.

Immer rund 50 Zuschauer haben im Kaufpark ihren zehnminütigen Spaß, bevor der Wochenendeinkauf fortgesetzt wird. Auch Wegner hat Spaß, ist voll in seinem Element. Gerade erst hat der 30-jährige angehende Sportwissenschaftler an einer Studie mitgearbeitet, die belegt, dass Headis ein „vollwertiger“ Sport ist.

„Es ist anstrengender als Tischtennis, etwa auf dem Niveau von Badminton“, erklärt der Kaiserslauterer. Headis sei viel mehr als nur ein Ausgleichssport. „Kinder können das nicht neben, sondern anstelle von Fußball spielen. Man lernt sehr schnell, was den Spaß-Effekt ausmacht.“ Das technische Entwicklungspotenzial sei enorm, auch die Trainer werden mittlerweile gut ausgebildet.

Dass die über 1000 Turnierspieler mehrheitlich als Deutschland kommen, stört Wegner nicht. Ein Turnier in der Schweiz gab es bereits. Tschechien und weitere deutsche Nachbarländer sind schon ins Visier genommen. Auch die Tatsache, dass alle Spieler nur unter Synonymen antreten, sorge für keinen Abbruch der zunehmenden Professionalisierung.

„Ich kenne die anderen nur unter ihrem Spitznamen, und will den richtigen Namen auch gar nicht wissen“, sagt „Headianer“ Yanneck Keßel. „Das gehört einfach dazu und symbolisiert ähnlich wie beim Wrestling den Charakter des jeweiligen Spielers“, erklärt Wegner, Pardon: „Headi Potter“. Dann mal besser nicht „Rolli dem Schlächter“ alleine bei Nacht begegnen.

Von Rupert Fabig

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