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Regional Hempfing erinnert sich an alte Zeiten im Handball-Trikot des 1. SC 05
Sportbuzzer Sportmix Regional Hempfing erinnert sich an alte Zeiten im Handball-Trikot des 1. SC 05
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17:30 12.04.2018
Volker Hempfing (r.) zu Zweitliga-Zeiten des 1. SC 05 in der Godehardhalle in Aktion. Quelle: Otto
Göttingen

Eine volle Halle, gesunde Derby-Rivalität – zu Zweitliga-Zeiten haben die Handballer aus der Region für viel Euphorie gesorgt. Die Zeiten haben sich geändert. Drittligist Northeimer HC, die zurzeit am höchsten spielende Mannschaft in Südniedersachsen, zieht am Sonntag für ein Spiel um, stellt sich in der Göttinger Sparkassen-Arena um 17 Uhr dem Tabellenführer TV Großwallstadt. Volker Hempfing, ehemaliger Linksaußen des 1. SC 05 zu Zweitliga-Zeiten, erinnert sich an seine aktive Laufbahn und beäugt kritisch die momentane Situation.

Von der Kreisliga bis in die 2. Bundesliga: der sportliche Werdegang des Linksaußen

Von 1966 bis 1978 hat Hempfing beim MTV Rosdorf Handball gespielt, im Herrenbereich bis auf Kreisliganiveau. Dann folgte der Wechsel zum 1. SC 05, mit dem der Linksaußen fünf Jahre in der Bezirksliga auflief. Mit der Verpflichtung des Alfelders Jürgen Kloth als Trainer begann auch die Erfolgsgeschichte der Schwarz-Gelben, die sich binnen fünf Jahren in die 2. Bundesliga hochgespielt haben. „Ich musste immer auf Linksaußen spielen, hätte aber gern auch mal im linken Rückraum gespielt. Das durfte ich aber nicht, weil später alle Spielzüge entsprechend zugeschnitten waren.“ Aber auf seine Treffer kam der Rechtshänder trotzdem: In der Regionalliga wurde er einmal als bester Torschütze der Saison mit 190 Treffern ausgezeichnet. Auch an torreiche Spiele kann sich Hempfing erinnern: In einer Regionalliga-Partie in Oldenburg traf er 17-mal in den gegnerischen Kasten, beim Zweitliga-Spiel in Leverkusen erzielte er 15 Tore im Spiel. Ein Angebot vom Bundesligisten TSV Milbertshofen hat der Linksaußen 1987 abgelehnt. „Ich war gerade mit dem Studium fertig, als der damalige Trainer Juri Klimov, der auch gleichzeitig Co-Trainer der russischen Nationalmannschaft war, bei mir anrief. Ich hätte mit denen neben Erhard Wunderlich Europapokalsieger werden können, aber ich musste eine Entscheidung treffen. Im Nachhinein bin ich mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Außerdem gab es auch noch Angebote der Bundesligisten Minden, Hameln und Gummersbach.

Teamsport Handball: nur so kann es funktionieren

„Wir waren eine echte Mannschaft, das hat uns in den erfolgreichen Jahren ausgemacht.“ Mit Spielern wie Frank und Stefan Sobotta, Ralph Köhring, Carsten Lembke, Holger Kretschmer, Rainer Wagner und Lutz Freiboth hat der Rosdorfer nicht nur zusammen gespielt, sondern auch gefeiert. „Manchmal ist der Bus nach den Auswärtsspielen direkt vor die Bine Gassmann in der Nikolaistraße gefahren. Da war es auch egal, ob wir dort in Trainingsanzug und Adiletten aufgetaucht ist. Wir haben gefeiert – oft auch mit den Basketballern gemeinsam.“

Volker Hempfing Quelle: Mischke

Die Derbys: in jeder Saison das Salz in der Suppe

„Gegen Spanbeck in der Bezirksliga waren auch mal 1000 Zuschauer in der Godehardhalle. Da wurde kräftig zugefasst, meistens haben die Spanbecker gewonnen. Aber nach der gesunden Rivalität auf dem Feld haben wir anschließend auch zusammen ein Bier getrunken.“ In Hinblick auf die Konkurrenz zu Duderstadt spricht Hempfing von einer „gesunden Abneigung“ in gemeinsamen Zweitliga-Zeiten. „Ich war auch zum Probetraining da, man schätzt sich schon.“

Volker Hempfing

Volker Hempfing wurde im Oktober 1960 geboren, ist in Rosdorf aufgewachsen und lebt noch immer dort. Er hat bei seinem Heimatclub MTV Rosdorf im Alter von sechs Jahren mit dem Handball begonnnen. Der 57-Jährige ist verheiratet mit Conny Hempfing, beide haben die gemeinsamen Kinder Katharina (23, Studentin) und Paul (20, angehender Sport- und Fitnesskaufmann). Liebstes Sportgerät war für die gesamte Familie über lange Jahre der Handball. Volker Hempfing ist Bau-Ingenieur und seit 1993 Leiter des Baubetriebshofes der Stadt Göttingen.

Handball heute: die graue Eminenz

„Ich habe nie ganz losgelassen, engagiere mich jetzt aber eher im Hintergrund – ohne offizielle Funktion. Meinen Sohn habe ich lange trainiert. Mit Frank Sobotta habe ich in der Endphase des 1. SC 05 und im Übergang zur HG Rosdorf-Grone auch mal gemeinsam im Vorstand gearbeitet.“

Was bringt die Zukunft: Perspektive des Handballs in der Region

„Jeder muschelt vor sich hin. Es wäre ein Traum, wenn man die Kräfte bündeln und eine Zweitliga-Mannschaft stellen könnte, die als HSV Südniedersachsen auflaufen würde. Schließlich wäre die S-Arena ein idealer Spielort. Schade, dass es in der Oberliga derzeit so mau für die heimischen Mannschaften aussieht, schlimmstenfalls zwei dieser Teams absteigen können: Münden, Rosdorf-Grone, Duderstadt und Plesse-Hardenberg – das waren bislang immer tolle Duelle mit kurzen Wegen und vielen bekannten Gesichtern.“

Tickets für die NHC-Partie gegen Großwallstadt gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9.

Von Kathrin Lienig

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