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Holger Knoke tanzt auf vielen Hochzeiten

Sportlerehrung Holger Knoke tanzt auf vielen Hochzeiten

Ehrenamt im Verein: Einer von den unermüdlichen Aktivisten im Schatten der Repräsentanten ist Holger Knoke. Für sein jahrzehntelanges Wirken wurde der 66-jährige Göttinger bei der gemeinsamen Sportlerehrung von Stadt und Universität für besondere Verdienste um die Förderung des Sports geehrt. Energiebündel Knoke tanzt auf vielen Hochzeiten.

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Holger Knokes liebste Veranstaltung: Beim Basketball-Miniturnier der BG 74 packt der 66-Jährige seit der Premiere kräftig mit an.

Quelle: Theodoro da Silva/EF

Göttingen. Bei der BG 74 hat Gründungsmitglied nie ein offizielles Amt bekleidet, ist aber stets zur Stelle, wenn tatkräftige Hilfe gebraucht wird. Das ist bei seinem zweiten sportlichen Standbein, dem Schützenverein (SV) von 1863 Göttingen nicht anders. Dort aber trägt Knoke seit 1968 auch Verantwortung im Vorstand als Schießsportleiter . Die oberste Führungsposition bekleidet der gelernte Werkzeugmacher, der bis zu seiner Pensionierung vor einem Jahr in der Finanzverwaltung der Stadt gearbeitet hat, in einer weniger sportaffinen Organisation. „Seit 1999 bin ich Mitglied des Gourmet-Clubs Göttingen und seit 2005 sein Präsident“, erzählt Knoke. „Alle 14 Tage kochen wir gemeinsam, und regelmäßig veranstalten wir ein Essen für Leute, die sich ehrenamtlich sozial engagieren.“

Im Vereinssport aktiv ist der gebürtige Göttinger seit seinem sechsten Lebensjahr. „In der TG 46 habe ich zuerst Kinderturnen gemacht, dann Leichtathletik, Handball und Basketball. Dabei bin dann geblieben“, berichtet Knoke, der bis zur Regionalliga, damals die höchste deutsche Klasse, spielte. Mit der Basketball-Abteilung wechselte er zur BG 46/61 und schließlich zur BG 74. Viele Jahre war er als Schiedsrichter tätig (Knoke: „In einer Saison habe ich mal 217 Spiele gepfiffen – von den Minis über die Regionalliga bis zu den Alten Herren“). Er war Bezirksschiedsrichterwart und bis vor vier Jahren bei den Veilchen Chef des Aufbauteams bei Partien der zweiten und ersten Bundesliga. „Hingeschmissen habe ich von einem Tag auf den anderen, weil mich der damalige Pressesprecher der BG während eines Erstligaspiels angeranzt hat: ,Beweg mal deinen faulen Arsch‘. Da hatte ich die Schnauze voll, vor allem, weil er sich hinterher nicht entschuldigt hat.“

Höhepunkt jeder Saison ist für Knoke nach wie vor das internationale Miniturnier der BG 74 , bei dem jedes Jahr mehr als 1000 Kinder zu Gast in Göttingen sind. Dort ist er Mädchen für alles, kutschiert die kleinen Korbjäger quer durch die Stadt zu den Hallen, fungiert als Schieds- und Kampfrichter, verteilt Essen und Getränke und räumt mit auf. „Die schönste Belohnung für mich ist, wenn die Kinder vor der Heimfahrt in höchsten Tönen vom Turnier schwärmen. Das bedeutet, du kannst nicht viel falsch gemacht haben“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Kindern – Katja (32) und Sven (29) – lachend.

Die Begeisterung für den Schießsport entdeckte Knoke, als ihn sein Vater als Elfjährigen zum SV von 1863 mitnahm . Als aktiver Schütze qualifizierte er sich 15-mal für Landesmeisterschaften und mehrere Male für  deutsche Titelkämpfen. „Am besten in Erinnerung geblieben ist mir ein Wettkampf mit dem Zimmerstutzen in Hannover. Da gab es eine sehr nette Standaufsicht, die mich die ganze Zeit anfeuerte. Als ich mich dafür mit Handschlag bedankte, war der Mann völlig perplex und versicherte, das sei ihm in 25 Jahren noch nicht passiert“, erzählt Knoke. Auch bei den 63ern brachte er sich in zahlreichen ehrenamtlichen Positionen ein.

„Mit 16 wurde ich nach einem Jugendleiter-Lehrgang in Braunlage zum Hilfsschießwart ernannt und war stolz wie Bolle“, schmunzelt er. Im Alter von 21 Jahren stieg er zum Schießsportwart seines Klubs auf. Er war Referent für Luftpistole im Kreisverband, arbeitet regelmäßig im Fest- und Arbeitsausschuss der Bürgerschützengesellschaft und schreibt eifrig mit an der Vereins-Chronik der 1863er für die 150-Jahr-Feier. Sein Amt als Schießsportleiter will Knoke allerdings nach 45 Jahren aufgeben und sich mehr als Jugendtrainer engagieren. Dass er in diesem Jahr das 50. Klassentreffen der ehemaligen Voigtschul-Abgänger federführend organisiert, versteht sich fast von selbst. „Nur noch fünf von ihnen leben in Göttingen, den Rest muss ich ausfindig machen. Das ist richtige Detektivarbeit“, sagt er lachend.

Und was sagt Ehefrau Marlies dazu , dass sich ihr Mann seit Jahrzehnten mehr in Sportstätten und Vereinsheimen herumtreibt als zu Hause? „Sie war immer verständnisvoll und hat mir den Rücken frei gehalten“, versichert Knoke. „Und bei der BG hilft sie selbst tatkräftig mit.“

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