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15:42 07.12.2017
So wird Lacrosse gespielt: Ein Akteur der Grasshoppers beim MTV Grone in Aktion. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Kein Wunder, dass ein vor allem an Universitäten betriebener Sport wie Lacrosse in der Universitätsstadt Göttingen vertreten ist. 1997 begannen beim Hochschulsport die ersten Trainings für Frauen. 2000 folgte die Gründung des „Lacrosse Club Grasshoppers Göttingen“, der 2004 in den MTV Grone überging.

Das Labox-Turnier in Göttingen wird nun zum elften Mal ausgetragen. „Es ist noch mal eine Ecke professioneller geworden dieses Jahr“, erklärt Max Reyer, Pressewart der Grasshoppers beim MTV Grone. Das Göttinger Team richtet das Turnier aus und nimmt selbst mit zwei Damen- und zwei Herrenmannschaften teil.

Reyer bezeichnet Lacrosse als „amerikanischen Vollkontaktsport“. Während Football sich hierzulande seit Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut, wird Lacrosse vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit zuteil. „Viele kennen den Sport nicht“, sagt Reyer, der auch selbst mit den Grasshoppers auf dem Feld steht.

Lacrosse: Eckdaten zum Sport

Entstanden ist Lacrosse bei den Ureinwohnern Amerikas. Für diese hatte das Spiel vor allem spirituelle Bedeutung. Europäische Einwanderer wandelten das Spiel bis zur heutigen Ausprägung ab.

Der „Stick“: Das etwa ein Meter lange Spielgerät dient zum Aufnehmen, Passen und Fangen des Balls. Verteidiger verfügen über einen längeren Schläger

Face-Off: So wird der „Anpfiff“ beim Lacrosse bezeichnet

Das Tor: ist 1,80 mal 1,80 Meter groß und kann umlaufen werden

Spielzeit: Gespielt werden vier Quarter von 20 Minuten, dazwischen gibt es kurze Pausen

Damen-Lacrosse: Ist eine schnelle, aber körperkontaktlose Variante mit veränderten Regeln gegenüber dem Herren-Lacrosse fil

Mehr Informationen zum Sport unter goettingen-lacrosse.de

Anders als bei anderen Sportarten müssten Spieler keine speziellen Voraussetzungen erfüllen. „Es gibt nicht die eine Sache, die man können muss“, sagt Reyer. Spezielle körperliche Eigenschaften brauche es nicht. Allerdings sei etwas Übung nötig, um den Ball mit den Sticks genannten Schlägern richtig zu werfen und zu fangen.

Interessierte dürften sich von anfänglichen Misserfolgen nicht abhalten lassen: Nach sechs bis acht Wochen Training stellten sich erste Erfolge ein. Einige Sportarten schaffen dabei gute Voraussetzungen für Lacrosse. „Handballer sind sehr beliebt“, sagt Reyer. Auch wer Erfahrung im Squash hat, bringe gute Voraussetzungen mit.

Bei den bevorzugt auf Kunstrasen ausgetragenen Partien geht es, typisch für einen Vollkontaktsport, ziemlich hart zur Sache. Zumindest die Herrenteams spielen mit Körperkontakt. Dabei wird auch gern mal der Schläger eingesetzt, um den Gegner am Pass oder am Angriff zu hindern. Zwar sei nicht alles erlaubt, aber es gebe eine Grauzone zwischen legalen und verbotenen Aktionen. Und die wird „voll ausgereizt“, wie Reyer erläutert.

Das Labox-Turnier in Göttingen ist auch internationalen Teams ein Begriff. „Es spricht sich langsam herum, was wir hier machen“, freut sich Reyer über die steigende Aufmerksamkeit. Teams aus Polen, Schottland und Österreich wollen diesmal anreisen, im vergangenen Jahr war es nur ein internationales Team. Insgesamt sind rund 250 Spieler dabei.

Allerdings haben sich die Göttinger damit starke Konkurrenz in die Heimat geholt. In der Spitze seien die Teams in diesem Jahr sehr stark, so Reyer. „Es sind auch einige Hallenspezialisten dabei“, berichtet der 24-Jährige. Es sei schwer zu prognostizieren, wer am Ende die Nase vorn hat. Allerdings sind die Göttinger Teams keineswegs chancenlos: Große Hoffnungen ruhen Reyer zufolge auf der Göttinger Alumni-Mannschaft „GLACHS“ der Herren. Unter den Spielern seien einige, mit Erfahrung in höheren Ligen, beim Turnier 2016 sicherten sie sich den Sieg. „Ein Göttinger Team wird auf jeden Fall um die ersten Plätze spielen“, tippt Reyer.

Von Finn Lieske

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