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Regional Interview mit dem SVG-Vorsitzenden Reinhold Napp
Sportbuzzer Sportmix Regional Interview mit dem SVG-Vorsitzenden Reinhold Napp
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00:23 22.03.2013
Der Sparkasse Göttingen verbunden: Reinhold Napp lehnt im SVG-Stadion an einer Werbebande des Kreditinstituts. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Warum haben sie den Vorsitz der SVG übernommen?

Das wurde im Vorfeld an mich herangetragen, und ich habe die Verantwortung gern übernommen. Darüber hinaus stand niemand anderes zur Verfügung. Ich sage mir: Lieber mit nur einer Gegenstimme gewählt werden als mit einer Stimme Mehrheit (Napp spielt auf eine vergangene knappe Wahl zum 2. Vorsitzenden an, Anm. d. Red.).

Ist das Amt des Vorsitzenden Ihre Wunschposition?

Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein gern als 2. Vorsitzender helfen würde, um das zu tun, was ich kann: zu arbeiten. Als Vorsitzender war ich vielleicht kein optimaler Kandidat, weil ich zu direkt bin. Aber wir sind unter anderem mit den drei Abteilungsleitern Thorsten Tunkel, Jürgen Turke und Marcus Schmidt-Lehmkuhl als Team angetreten.

Wie sollen die knapp 300 000 Euro Schulden reduziert werden?

Ziel ist es, 20 000 bis 25 000  Euro pro Jahr abzutragen. Bevor mein Vorgänger Hans Kerl wieder übernommen hat, konnte die SVG etwa zwei Jahre lang nicht am Abbau der Schulden arbeiten, weil es andere Ideen gab und auf Kontinuität keinen Wert gelegt wurde. Dass etwas Neues ausprobiert wurde, möchte ich aber auch nicht völlig verurteilen. Fakt ist: Wir sind bei der Sparkasse ein ganz normaler Darlehenskunde und unseren Partnern dankbar, dass sie den Geldhahn nicht zugedreht haben, als es uns mal richtig schlecht ging.

Werden die Eintrittspreise erhöht?

Nein.

Stimmen die Gerüchte, nach denen der Klub zuletzt mit den Zahlungen an Spieler im Rückstand war?

Ohne Grund hat es ein Zurückhalten von Vergütungen nicht gegeben. Wenn Spieler Versicherungsnachweise oder ähnliches nicht beigebracht haben, hat es in der Vergangenheit durchaus Rückstände gegeben.

Wie hoch ist die Aufwandsentschädigung der SVG-Spieler?

Bei der Vergütung liegen wir im Vergleich der Liga inklusive Prämien im Mittelfeld.

Wie wollen Sie die SVG nach vorn bringen?

Wir müssen unbedingt das Gefühl einer Familie aufrechterhalten. Schön wäre, wenn die Junioren und ihre Eltern Spiele der ersten Mannschaft besuchen – im Jugendbereich sind wir nämlich sehr erfolgreich und haben einen Spielerzulauf. Mein Traum ist, dass das Vereinsheim nach jedem Heimspiel gefüllt ist und sich der Kontakt zwischen Spielern und Zuschauern intensiviert. Die ersten Herren- und Frauenmannschaften sollten eine gute Rolle in der Landesliga oder der Oberliga spielen. Erforderliche Lizenzen werden beantragt, das sind wir unseren Mitgliedern und Spielern schuldig.

Stichwort Vereinsheim: Gibt es größere Bauvorhaben?

Es ist von unserem Bautrupp, der eine wichtige Rolle in der Familie SVG spielt, eine Hausmeisterwohnung renoviert worden, und es wurden Duschen und Kabinen für Frauen eingerichtet. Weitere Baumaßnahmen sind nicht geplant, aber wir haben ein großes Grundstück mit einer riesigen Rasenfläche, das wir instand halten müssen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Unterbau der ersten Mannschaft?

Um ein Pool für die erste Mannschaft zu werden, braucht die Reserve noch ein bisschen Zeit, das ist nicht ad hoc möglich. Aber da tut sich was, und das ist vor allem auch Trainer Kenan Masic zu verdanken. Gerade im Jugendbereich müssen wir zusehen, dass es vorangeht: In der ersten Herren und Frauen brauchen wir Leistungsträger, aber auch Nachwuchskräfte, die sich akklimatisieren müssen. Da bin ich mir mit den Trainern Knut Nolte und Sandra Hallmann einig.

Wie sehen Sie das Verhältnis zum RSV 05 und die Zukunft des Göttinger Fußballs?

Ich bin für jegliche Kooperation, aber dafür muss ich erst mal den Ruf eines Fusionsverhinderers loswerden, der ich im übrigen niemals war. Ich sehe die Bemühungen der 05er sehr positiv, weil es für Göttingen gut ist, wenn eine Mannschaft höherklassig vertreten ist. Ich denke aber, dass ein wirklicher Aufschwung des Göttinger Fußballs nur von unten nach oben erreicht wird. Man muss Fußball in jedem Verein attraktiver machen und dann die Kräfte bündeln.

Bei der SVG funktioniert das nur über familiäre Strukturen. Wir sind nicht mehr die Familie, die wir früher einmal waren. Aber wir arbeiten dran.

Von Eduard Warda

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