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„Jammern ist erlaubt, ändert jedoch nichts“

Tanzen „Jammern ist erlaubt, ändert jedoch nichts“

Der Countdown läuft. Die A- und B-Standard-Formationen des Tanzsportteams Göttingen stecken mitten  in den letzten Vorbereitungen auf die am 5. Januar in Ludwigsburg beginnende Bundesliga-Saison. Während sich die meisten Menschen zwischen den Jahren eine Auszeit gegönnt und entspannt haben, erlebten die Göttinger Tänzer hektische und strapaziöse Tage.

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Intensive Vorbereitung: Die Göttinger A-Formation trainiert für ihren Start in der 1. Bundesliga.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Präzisionsarbeit war vom 27. bis 30. Dezember im Trainingslager in Nienburg und Loccum angesagt. Logiert haben die Tänzer im komfortablen Hotel-Landhaus Meinkingsburg, das – mitten im Naturpark Steinhuder Meer gelegen – zahlreiche Erholungsmöglichkeiten offeriert. Doch davon bekamen die Göttinger nichts mit. Bei ihnen floss von morgens bis abends der Schweiß. Und das bereits in aller Hergottsfrühe um 7.15 Uhr beim Joggen. Nach ausgiebigem Frühstück waren elf Stunden hartes Training angesagt.

Kein Wunder, dass die Sportler spätestens gegen 23.30 Uhr  wie tot ins Bett fallen: „In diesen Tage waren wir wirklich in unserem kleinen Kosmos. Das macht einerseits Freude, da wir alle zusammen das tun, was wir lieben. Andererseits birgt es auch die Gefahr, einen Lagerkoller zu bekommen. Das können Momente sein, wo wir alle nur albern sind und nicht mehr aufhören können zu lachen, aber auch Stress-Momente, wo sich einige Personen für eine kurze Zeit nicht so grün sind. Aber das legt sich auch schnell wieder“, erzählt Tänzerin und Trainerin Mieke Groeneveld.

Erstmalig haben sich parallel die A- und B-Formation zurückgezogen – sie logieren aber lediglich gemeinsam im Hotel. „Uns steht eine Halle in Nienburg und eine in Loccum zur Verfügung“, berichtet Manager Christian Schröder. Wo an alles gedacht wird: „In einer Halle legen wir unser eigens aus Göttingen mit der Spedition mitgeliefertes Parkett aus, um relativ nahe an Turnier-Bedingungen zu sein.“

Die A-Formation hatte ihre Physiotherapeutin Maren Dettmar mitgenommen. „Sie verwöhnt uns während der Trainingseinheiten mit Massagen gegen die Schmerzen und steht als medizinische Unterstützung bereit“, berichtet Tänzerin Tabea Nolte. Auch die männlichen Teammitglieder müssen im harten Trainingsalltag die Zähne zusammenbeißen: „Klar sind es Schmerzen, klar hat man morgens nicht gerade Lust aufzustehen, um in der Kälte zu joggen.

Auch der Körper möchte irgendwann nicht mehr so wie der Kopf, doch ziehen wir immer alle durch. Jammern ist zwar erlaubt, ändert jedoch nichts“, weiß Lars Rolack, der Teamsprecher der A-Formation.“

Das junge Team erlebt ebenso wie die routinierte Mannschaftsführerin Michaela Montag „emotionale Tage, getrieben von Ehrgeiz, körperlichen Grenzerfahrungen und toller Gemeinschaft. Da bleiben manche Tränen nicht aus.“ Doch die Qualen lohnen sich. Das zeigte  der dritte Platz im November bei der Deutschen Meisterschaft in Düsseldorf, ein Minimalziel, das auch für die Bundesliga-Runde ausgegeben ist – Angriff auf Platz zwei inklusive.

Die B-Formation ist gerade in die erste Liga aufstiegen, tanzt erstmals mit dem Weltmeister Braunschweiger TSC und der eigenen „A-Fo“ in einer Klasse. „Dafür nehmen wir die Anstrengungen des Trainingslagers gerne in Kauf: „Zum Glück merkt man selber, wie viel es bringt, und weiß daher, dass sich die Strapazen lohnen“, ist die 21-jährige Nina Brinkmann überzeugt. Platz sechs und damit den Klassenverbleib strebt die B-Formation an.

Cheftrainer Markus Zimmermann ist einmal mehr optimistisch: „Der Leistungssprung, den man mit einem Trainingslager erreicht, ist mit dem normalen Training nicht vergleichbar. Wir fahren extra in eine andere Stadt und verbringen quasi Tag und Nacht miteinander, damit wir eine eigene kleine Welt schaffen, in der es nur um das Tanzen und die Mannschaft geht.

Jegliche Gedanken über Privates, sei es Job, Studium oder Freunde, werden weitestgehend verdrängt. Somit sind alle 100 Prozent fokussiert und bringen beste Leistung, auch wenn es nach Stunden intensivem Training natürlich auch an die körperlichen Grenzen geht.“

Von Ferdinand Jacksch

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