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Göttinger Free-Fight-Champion Teixeira Branco wartet auf Herausforderer

Kampfsport Göttinger Free-Fight-Champion Teixeira Branco wartet auf Herausforderer

„Free Fight ist schon sehr brutal“, sagt Rodrigo Teixeira Branco. Der Brasilianer, der seit drei Jahren in Göttingen lebt und seinen Lebensunterhalt als Trainer im Fitness-Studio McFit sowie mit Workshops und Seminaren bestreitet, muss es wissen.

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Bereitet sich auf die Verteidigung seines Europameister-Titels vor: Rodrigo Teixeira Branco.

Quelle: Heller

Göttingen. Schließlich betreibt der 29 Jahre alte Kampfsportlehrer die Disziplin, die bekannter ist unter dem Namen Mixed Martial Arts (MMA), Techniken unterschiedlichster Kampfsportarten in sich vereinigt und nur wenige beschränkende Regeln kennt, seit fast zehn Jahren.

„Ich habe Free Fight in Brasilien kennen gelernt, war 2007 und 2008 Südamerikameister und bin dann auf Einladung des europäischen Free-Fight-Verbandes nach Europa gekommen“, erzählt der in Florianópolis, Hauptstadt der Provinz Santa Catarina, aufgewachsene Teixeira Branco.

„2010 bin ich in Rom in meinem ersten Kampf in der UFC (Ultimate Fighting Championship – d. Red.) Europameister in der Gewichtsklasse 90 bis 95 Kilogramm geworden. Danach habe ich den Titel zweimal verteidigt, in Kroatien und Portugal“, berichtet der 29-Jährige, der bislang 18 Kämpfe bestritten hat.

Langjährige Erfahrung in Capoeira

„Davon habe ich zwei verloren. Einen durch K.o. und einen nach Punkten“, erzählt er. Seine Überlegenheit gegenüber den meisten Kontrahenten führt er weniger auf seine Körperkraft als auf seine technischen Fähigkeiten zurück.

Die Basis dafür ist seine langjährige Erfahrung in Capoeira, dem auch in Deutschland immer populärer werdenden brasilianischen Kampftanz. „In Brasilien ist Capoeira ein richtiger Volkssport. In den größeren Städten gibt es fast in jeder Straße drei oder vier Akademien und zigtausende Aktive“, erzählt Teixeira Branco.

Er selbst betreibe die Disziplin seit 21 Jahren, besitze seit seinem 15. Lebensjahr den weißen Meistergürtel und trainiere beim ASC 46, im Bushido Kassel und in zwei Fitness-Studios insgesamt 72 Schüler in Capoeira und Free Fight.

15   000 bis 18    000 Euro für einen Kampf

Sein nächster EM-Kampf im Free Fight sei für den 18. Februar in Madrid angesetzt gewesen. „Der ist aber ausgefallen, weil sich mein Herausforderer verletzt hat. Jetzt warte ich darauf, dass er wieder fit wird.“ Auch der Brasilianer hatte schon mit Verletzungen zu kämpfen: „Ich habe mir den Kiefer gebrochen und vier Zähne verloren.“

Doch solange er sich keine schlimmeren Verletzungen zuziehe, wolle er weiterkämpfen. „Auch wegen des Geldes“, gibt Teixeira Branco zu, der an fünf Tagen pro Woche vier Stunden trainiert. „Schließlich gibt es für einen Kampf 15   000 bis 18    000 Euro und für einen EM-Fight 20    000 Euro.“

Seinen lange gehegten Traum, um den Weltmeistertitel zu kämpfen, habe er inzwischen aufgegeben – vor allem aus familiären Gründen: „WM-Kämpfe werden ausschließlich in den USA ausgetragen. Ich hatte mehrere Anfragen, doch dann müsste ich für mehrere Monate dort leben und meine Tochter Milene alleine lassen.“ Eine so lange Trennung von der Dreijährigen, die mit ihrer Mutter in Kassel lebt, Teixeira Brancos erster Station in Deutschland, könne er sich einfach nicht vorstellen.

Capoeira   Free Fight

Der Kampftanz, der seinen Ursprung in afrikanischen Kulttänzen wie dem NíGola (Zebratanz) haben soll, wurde im 18. Jahrhundert von nach Brasilien verschleppten afrikanischen Sklaven entwickelt und auch im Befreiungskampf eingesetzt.

In seiner modernen Variante, dem inzwischen weltweit verbreiteten Capoeira Regional, verschmelzen die afrikanischen Elemente mit Einflüssen anderer Sportarten wie Ringen, Jiu Jitsu und Wushu.

In den 1970er-Jahren entwickelten sich viele der heute typischen Akrobatiken wie hohe gedrehte Sprünge oder Salti.

Charakteristisch für Capoeira ist, dass der Kampf zweier Kontrahenten zum Rhythmus der auf traditionellen Instrumenten gespielten Musik in der Roda, einem von anderen Capoeiristas gebildeten Kreis, ausgetragen wird.

Wie in anderen Kampfkunst-Disziplinen gibt es auch im Capoeira Regional ein Graduierten-System, bei dem farblich unterschiedliche Gürtel oder Kordeln den Grad des Trägers anzeigen.

Die Farbe des Mestre (Meisters) ist weiß, Kennzeichen der höchsten Stufe und Symbol für gewonnenen Frieden.

 

Unter dem Namen Free Fight tauchte Mixed Martial Arts (MMA; gemischte Kampfkünste) in den 1980er-Jahren in Europa auf, zunächst in den Niederlanden, ab den 90er-Jahren auch in Deutschland.

Herüber geschwappt waren die MMA aus Brasilien und den USA, wo sie Anfang der 90er-Jahre durch die Kämpfe in der Ultimate Fighting Championship (UFC) einen Popularitätsschub erlebten.

Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo.

Ziel der MMA ist es, den Gegner in dem von wenigen Regeln beschränkten Kampf (verboten sind Stiche in die Augen, Reißen an den Ohren und Attacken auf die Genitalien) zu besiegen.

Der meist über dreimal fünf Minuten gehende Kampf ist vorzeitig zu Ende, wenn ein Kontrahent  durch Abklopfen aufgibt, K. o. geht oder der Schiedsrichter abbricht.

Die oft kritisierte Brutalität der MMA führte dazu, dass etwa im deutschen Fernsehen keine Profikämpfe übertragen werden.

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