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Regional Kinder und Jugendliche mit Trendsport in die Vereine locken
Sportbuzzer Sportmix Regional Kinder und Jugendliche mit Trendsport in die Vereine locken
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16:05 08.09.2017
Neues ausprobieren und an die Grenzen gehen: Beim „Go Sports Day“ gilt es, Herausforderungen zu meistern. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche für einen aktiven und gesunden, auch die Ernährung berücksichtigenden Lebensstil zu sensibilisieren, ist zum Abschluss der zweiwöchigen GT-Sportschau am „Kauf Park“ Sporteventtag in Göttingen geplant: Beim „Go Sports Day“ sollen am Sonnabend von 10 bis 19 Uhr ungewöhnliche Sportangebote möglichst viele jugendliche Besucher ansprechen und zum Mitmachen motivieren. Um den regional und kommunal organisierten Sport einzubinden und für eine möglichst dauerhafte Wirkung des Projektes zu sorgen, arbeiten der Stadtsportbund und der Kreissportbund Göttingen als regionale Veranstalter Hand in Hand.

Der organisierte Sport im Bereich des Stadtsportbundes Göttingen weist in den letzten fünf Jahren einen leichten, kontinuierlichen Mitgliederzuwachs in der Gesamtheit aus. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 18 Jahren in den Sportvereinen ist allerdings zurückgegangen. Im Bereich des Kreissportbundes Göttingen-Osterode ist die Zahl der Vereinsmitgliedschaften insgesamt rückläufig, wobei einem Demografie bedingten Zuwachs an Senioren ein starker Rückgang bei Kindern und Jugendlichen – etwa zehn Prozent in den vergangenen fünf Jahren – gegenüber steht. Die Zahl der 15- bis 18-jährigen Vereinsmitglieder ist sowohl im KSB als auch im SSB auffallend deutlich geringer, etwa 50 Prozent, als die der Sieben- bis 14-Jährigen. Dieser im organisierten Sport allgemein bekannten „Dropout“-Problematik bei den Jugendlichen gilt es, mit kreativen Maßnahmen entgegenzuwirken.

Das Ziel der Kooperation zwischen Barmer und Landessportbund besteht darin, das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen durch die Verbesserung der Bewegungsverhältnisse und durch attraktive gesundheitsförderliche Sport- und Bewegungsangebote in der Kommune zu unterstützen. „Das soll sich auch positiv auf die Zahl der jugendlichen Vereinsmitgliedschaften auswirken, indem die ,Ausgestiegenen’ zurückgewonnen, vor allem aber die bisher wenig oder gar nicht im organisierten Sport Aktiven hinzugewonnen werden“, sagt Malte Losert, Mitglied der Abteilung Sportentwicklung im Landessportbund.

Die Stadt Göttingen unterstützt den Aktionstag durch die Göttinger Sport und Freizeit GmbH. Der LSB Niedersachsen steuert vorhandenes Equipment wie Musiktechnik oder Trend- und Funsportgeräte bei. Ein Ziel des „Go Sports Day“ ist es auch, möglichst viele regionale Institutionen, die für gesundheitsförderliche Angebote und Strukturen sorgen können, einzubinden und die Vernetzung untereinander voranzutreiben.

Göttinger Vereine und Projektpartner können den Kindern und Jugendlichen ihre Sportangebote in verschiedensten Formen präsentieren: Neben den Infoständen und Domezelten wird der Barmer-Showtruck mit einer großen Bühne den Sportvereinen und anderen sportaffinen Anbietern eine Werbe-, Mitmach- und für die vorgesehenen Showgruppen eine Präsentationsfläche bieten. Zudem wird ein Moderator den Tag mit Animationen begleiten.

Neben dem Sport werden auch Aspekte wie „Fairer Handel“ und „Gesunde Ernährung“ thematisiert, um die Zielgruppe mit einem ganzheitlichen Ansatz für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren. Zusätzliche Anreize schaffen kleine Preise wie Mini-Fußbälle aus fairem Handel oder die Ausgabe von Obst und Gemüse.

Die Teilnahme der Zielgruppe an der Gestaltung neuer gesundheitsfördernder Bewegungsangebote wird am Sonnabend durch die „Wunschbox“ angeregt, in der die Kinder und Jugendlichen auf unterschiedlichen medialen Wegen (Videoaufnahmen, Malen, Texte schreiben) ihre Wünsche an die Kommune und den organisierten Sport zum Ausdruck bringen können. Die Wunschäußerungen werden anschließend ausgewertet, zusammengefasst und in ihrer Realisierbarkeit bewertet. Sportvereine und andere Anbieter können auf Basis dieser Wünsche, mit Beteiligung der Jugendlichen im Idealfall, neue Sportangebote entwickeln und im kommunalen Raum verankern. Nach dem „Go Sports Day“ wird an einem Themenabend im Kaufpark die Auswertung der Videos präsentiert. Geplant ist in diesem Rahmen ein Vortrag von Arne Göring (Dozent an der Universität Göttingen) zum Thema Sportentwicklung.

Bei der Umsetzung vor Ort werden die Barmer-Geschäftsstellen mit ins Boot geholt. Auch Göttingens Regional-Geschäftsführer Jörg Salomon wird am Sonnabend die Veranstaltung aktiv begleiten. Mit sieben Kollegen der Krankenkasse ist er vor Ort. Sie alle betreuen Mitmach-Aktionen und halten Kurzvorträge. „Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Erfahrungen machen, bei denen sie auch mal an Grenzen stoßen“, sagt Salomon. Dass diese Grenzen inzwischen oft schon sehr niedrig sind, weil vielen jungen Menschen Bewegungserfahrung fehlt, ist ihm klar. „Für mich ist es ein Zurückkehren zu den Wurzeln, wenn sich Jugendliche einem Verein anschließen. Dadurch erweitern sie ihren Horizont, knüpfen soziale Kontakte und legen vielleicht mal das Smartphone zur Seite, das für viele erste Priorität besitzt. Es ist doch traurig, dass es viele Kinder gibt, die nicht einmal mehr einen Purzelbaum machen können.“

Norbert Engelhardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des LSB, bezeichnet den „Go Sports Day“ als „tolle Weiterentwicklung der Go Sports Tour, die um die Jahrtausendwende regelmäßig in Göttingen Station gemacht hat. „Sie findet immer an attraktiven Plätzen statt und bringt die Vereine und Menschen vor Ort zusammen.“ Besonders gefällt Engelhardt die Wunschbox, die er weniger als „Meckerecke, sondern vielmehr als Ideenbörse“ sieht. „Da sind schon irre Sachen vorgeschlagen worden. Beispielsweise eine Leinewelle in Hannover, bei der die aufgestaute Leine zu einer Surferwelle wird – angelehnt an den Eisbach in München.“ Trendsport vom Feinsten, nicht billig, aufwändig zu realisieren, aber längst von hannoverschen Wassersportfreunden aufgenommen und medial aufbereitet. Mal sehen, was sich die Göttinger Sportler für ihre Stadt wünschen.

Von Kathrin Lienig

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