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Regional Kreismeisterschaften im Einrad- und Kunstfahren
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00:16 05.12.2012
Erste im 4er-Einrad: Greta Weber, Jasmina Pfahl, Laeticia Lange und Anna Hillebrandt (von links) vom RV Schwalbe Gieboldehausen. Quelle: Walliser
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Gieboldehausen

Anstatt Medaillen oder Gutscheine zu erhalten, konnten sich die Kinder ihre Preise selber auswählen und sich an einem reichlich gedeckten „Gabentisch“ bedienen. „Das ist doch viel schöner, als wenn es gewöhnliche Urkunden geben würde“, erklärte Trainerin und Kampfrichterin Sabine Kohlrautz vom Ausrichter, dem Radverein (RV) Schwalbe Gieboldehausen, nach dem knapp zweistündigen sportlichen Wettstreit.

Dass sich nur zehn Mädchen angemeldet hatten, sorgte für einen entzerrten Zeitplan, minderte jedoch nicht die sportliche Qualität. „Vor allem beim Kunstradfahren sind alle sehr sauber gefahren“, lobte Kohlrautz, die gemeinsam mit Gerhard Kurth die Küren der Nachwuchssportlerinnen genau unter die Lupe nahm.

Celina Sommer hatte schon vor ihrem fünfminütigen Auftritt ein ziemlich gutes Gefühl. Hinterher, nachdem technische Elemente wie Sattelbeug- oder Seitpedalstand so einwandfrei klappten, dass die Jury keinen einzigen Punktabzug notierte, konnte die Elfjährige vom RV Schwalbe Gieboldehausen zu Recht stolz auf sich sein. „Ich bin zufrieden, denn ich habe keinen Fehler gemacht“, zog die schlussendliche Vierte der Wertungsklasse „Schülerinnen B“ im Einer-Kunstfahren ein kurzes, aber treffendes Resümee.

Ein Trio vom RV Stahlross Obernfeld, dem einzigen Verein, der außer dem Gieboldehäuser Nachwuchs an den Start gegangen war, sicherte sich die höchsten Podestplätze. Lea Kathleen Hübenthal, die vorab die höchste Wertung eingereicht hatte, siegte vor ihrer Cousine Debbie Nörthemann sowie der elfjährigen Jil Pfeifenbring, die nur 0,5 Punkte hinter der Zweitplatzierten lag.

„Ich hätte es noch ein bisschen besser machen können, einmal musste ich kurz absteigen“, analysierte Jil, freute sich jedoch auch mit ihren Teamkolleginnen, die sich während ihrer fahrerischen Auftritte gegenseitig die Daumen drückten und sich anschließend gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt begaben.

Im Zweier-Kunstfahren war das Duo Nörthemann/Hübenthal nicht zu schlagen, die beiden Zwölfjährigen siegten hier vor der Gieboldehäuser Kombination Celina Sommer/Anna Hildebrandt, die jedoch erst seit vier Wochen gemeinsam trainieren und bei den Kreismeisterschaften erstmals gemeinsam an den Start gingen.

Während die Älteren ihre Runden drehen, fiebern die jüngeren Sechser-Einrad-Schülerinnen des Ausrichters ihrer finalen Vorführung entgegen, dehnen sich fachgerecht und nutzen auch die Handballtore für kleine Aufwärm-Kletterübungen. „Im Training hat alles gut geklappt“, verrät die neunjährige Laeticia, ist aber trotzdem gerade „ein bisschen aufgeregt“. Rückwärtsfahren findet sie am schwierigsten, „Dass muss man am meisten üben, aber wenn man es kann, dann kann man es“, erklärt sie. 

Am Ende gibt es für die Gruppe zwar den einen oder anderen kleineren Abzug, doch Stürze gibt es keine. „Im Training passiert das manchmal, ist aber eher die Ausnahme“, weiß Birgit Kohlrautz, die gerne betont, wie gut das Einrad- und Kunstradfahren für Koordination und Körperhaltung sei. Die Freude, so Kohlrautz, sei das maßgebliche Kriterium und entscheidender als Platzierungen und Punkte. „Hauptsache ist doch, die Kinder bleiben in Bewegung und haben Spaß.“

Dass die Kreismeisterschaften im Kunst- oder Einradfahren in diesem Jahr eine weibliche Domäne blieben, lag auch am Verzicht des Titelverteidigers im Kunstfahren der Schülerklasse D. Der siebenjährige Christian wollte nicht als einziger Junge an den Start gehen, verriet seine Mutter Brigitte. „Das ist schade, denn es ist wirklich kein Mädchensport“, versicherte sie, bevor sie noch ein paar Brezel an die Kinder verteilen will.

Der „Gabentisch“ war diesmal so reichhaltig, dass die Verantwortlichen schon zwei Taschen brauchten, um die übriggebliebenen Preise wieder einzupacken.

Von Christian Roeben

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