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Mit 80 Jahren Göttingens älteste Übungsleiterin

Ludowika Funke bietet wöchentlich vier Gruppen an Mit 80 Jahren Göttingens älteste Übungsleiterin

Ludowika Funke ist fit. Nicht nur die Treppen zu ihrer Wohnung im zweiten Stock, in der sie im Königsstieg seit mehr als 50 Jahren wohnt, sorgen dafür. Vor allem der Sport hat die 80-Jährige gesund und beweglich gehalten. Sie ist Göttingens älteste Übungsleiterin.

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Ludowika Funke.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Als Flüchtling kam Funke nach dem zweiten Weltkrieg über Hoyerswerda und Döbeln nach Göttingen, wo sich die Geschwister ihres Vaters schon niedergelassen hatten. Mit ihren Cousinen ging sie zum Turnen zur TG 46 - und blieb dabei. „Ich war und bin einfach ein Bewegungsmensch.“

Die vierfache Mutter, deren Kinder heute zwischen 51 und 60 Jahre alt sind, machte zwischendrin eine Sportpause. „Während der Kinderzeiten habe ich das eingeschränkt. Mein Sohn und meine jüngste Tochter sind zum Handball gegangen, meine anderen beiden Töchter haben getanzt, sind heute auch noch aktiv.“

Als die Kinder selbstständiger wurden, begann 1981 Funkes Übungsleiter-Laufbahn. Obwohl die 80-Jährige nie eine Übungsleiter-Lizenz besessen hat, hat sie doch viele Fortbildungen mitgenommen, ist auch beim Frauensporttag des Stadtsportbundes in jedem Jahr dabei. Dort werden die neuesten Trends vorgestellt, aber Funke bemerkt immer wieder: „Die Bewegungsmuster bleiben gleich.“ Auch das Phänomen „Aerobic“ hat die siebenfache Großmutter in den 80er Jahren mitgemacht. „Als das aufkam, waren bei C&A alle Klamotten weg, jede Teilnehmerin kam mit Stirnband und Stulpen.“

Vier Gruppen trainieren unter Funkes Regie heute noch, zwei beim PSV Blau-Gelb, zwei beim ASC 46. Bei den Postsportlern ist „Karl-Heinz“ der Alibi-Mann, der zweimal pro Woche dabei ist. „Wir machen Gymnastik mit ohne Handgerät. Ich setze immer Musik ein und fordere auch geistig - gerade bei den verschiedenen Choreografien.“ Zwischen 64 und 86 Jahren sind ihre „Schützlinge“ bei Blau-Gelb alt.

Funke legt Wert darauf, ihren Gruppen altersgerechten Sport anzubieten. Dazu gehören auch Hocker, sodass einige Übungen im Sitzen ausgeführt werden können. Gymnastikbälle, Stäbe, Reifen und selbstgenähte Erbsensäckchen gehören dazu. „Es ist wichtig, auch mit den Fingern zu arbeiten. Dazu zählen auch Koordinationsübungen, die nach nichts aussehen, aber gut für das Gehirn sind“, sagt die Übungsleiterin, deren Ziel es ist, die Beweglichkeit der Teilnehmer so lange wie möglich zu erhalten.

Mit dem Auto ist die Gronerin zwischen Königsstieg, der kleinen Halle in der Langen Geismarstraße, dem ASC-Clubhaus und der Halle an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule unterwegs. Immer im Gepäck hat sie die Musikanlage und Sportgeräte. „Sie müssten sich mal meinen Dachboden anschauen, da sieht es aus wie in einem Geräteraum.“ Über die Inhalte der Übungsstunden wird Buch geführt, genauso wie über die Anwesenheit der Teilnehmer. „Natürlich mache ich selbst mit. Schon allein deswegen, damit ich einen Eindruck bekomme, ob ich nicht zu viel fordere.“ Ein weiteres Hobby ist das Schwimmen, das bei ihr allerdings ein Saisonsport ist. „Ich gehe immer in unser Groner Erlebnisbad. Das hat so wunderschönes Wasser.“ Und wenn der Badeanzug zum Trocknen auf der Leine hängt, wird gebastelt und gehandarbeitet. Diese Leidenschaft ist nicht zu übersehen: In der Wohnung am Königsstieg weihnachtet es in diesen Tagen in allen Zimmern.

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