Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
MEG behält im Nördlinger Endspurt die Nerven

Basketball-Bundesliga MEG behält im Nördlinger Endspurt die Nerven

Die Basketballer der MEG Göttingen starten am 17 Mai zu Hause ins Viertelfinal-Playoff der 1. Bundesliga. Nach dem schwer erarbeiteten 97:92 (79:75, 56:45, 32:23)-Erfolg bei den Giants Nördlingen haben die Veilchen den vierten Platz sicher und kämpfen am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr in der 02-World gegen das weiter punktgleiche Alba Berlin (80:77 in Tübingen) um Rang zwei.

Voriger Artikel
Auf allen Strecken: Mischung aus Ehrgeiz und Spaß
Nächster Artikel
Eichsfeldteams retten sich

Unermüdlicher Kämpfer: Ben Jacobson (am Ball) – hier gegen die Nördlinger Omari Westley und Osvaldo Jeanty  (von links) – brachte die Veilchen wieder auf Kurs.

Quelle: Pförtner

Lange sah es so aus, als würde der Tabellendritte die Punkte aus der Nördlinger Herrmann-Kessler-Halle entführen können, ohne sich allzu sehr verausgaben zu müssen – und das, obwohl Trainer John Patrick Charles Lee wegen dessen Achillessehnen-Problemen eine Ruhepause gönnte. Zwar beherrschten die Gastgeber von Beginn an den Raum unter den Körben (38:23 Rebounds), kamen allerdings mit der aggressiven Abwehr der Göttinger überhaupt nicht zurecht. 17-mal zwangen sie die  Giants in der ersten Halbzeit zu Ballverlusten, verloren selbst aber nur sechsmal das Leder.

Nach der letzten Führung der Bayern in der 2. Minute (4:3) zogen die Veilchen nach Ballgewinnen und folgenden Schnellangriffen durch einfache Punkte oder sicher verwandelte Dreier (Kulawick, Oliver, Jacobson) auf und davon. Hinzu kam eine hervorragende Quote von der Freiwurflinie von 90 Prozent (19/21) gegenüber 64 Prozent (16/25) der Hausherren. Als Ben Jacobson in der 24. Minute per Dreier auf 69:50 für MEG erhöhte, war wohl nicht nur das kleine Fan-Fähnlein der Veilchen unter den 1800 Zuschauern davon überzeugt, dass hier nichts mehr anbrennen würde.

Doch durch die Verkündung des Hallensprechers, dass durch die Niederlage Gießens gegen Frankfurt der Nördlinger Klassenverbleib auch im Falle einer Niederlage gesichert sei, bekamen die Giants ungeahnten Auftrieb. Hatten bis dahin vor allem Monta McGhee und Omari Westley den Göttingern das Leben schwer gemacht, zogen jetzt alle an einem Strang und kämpften sich unter der ohrenbetäubenden Anfeuerung ihrer Fans Punkt um Punkt heran. Insbesondere Dany Gibson lehrte den Gästen mit einer unglaublichen Dreierserie das Fürchten und verkürzte in der 33. Minute für Nördlingen auf 82:84.

Big Points: Jacobson und Trice

Zwar erhöhte Chris Oliver umgehend wieder auf 87:82 für die Veilchen, doch Westley und McGhee ließen nicht locker (86:87; 34.), und als kurz nach einander Jason Boone, John Little und Clif Brown ihr fünftes Foul kassierten, sahen viele Zuschauer ihre Mannschaft schon auf die Siegerstraße einbiegen. Dass daraus nichts wurde, verdankten die Göttinger der Nervenstärke von Ben Jacobson und Rocky Trice, die jetzt wieder entschlossener verteidigten und von der Dreier- und Freiwurflinie die Big Points markierten.

„Letztlich haben wir unseren Job gemacht“, sagte der sichtlich erleichterte Patrick nach der Partie. „Eng wurde es noch mal, weil Nördlingen eine unglaubliche Dreierserie hingelegt hat und wir früh stark foulbelastet waren. Mit unserer Abwehr bin ich überhaupt nicht zufrieden, aber wir haben wieder 100 Prozent Energie gezeigt.“ Für Giants-Kollege Andreas Wagner war die Partie schon in der ersten Hälfte verloren: „19 Punkte aufzuholen, hat uns zu viel Kraft gekostet. Kraft, die uns am Ende fehlte, um die Big Points zu machen.“ Charles Lee gestand, dass das Spiel für ihn eine Qual gewesen sei, weil „ich auf der Bank tatenlos zuschauen musste und nicht eingreifen konnte“.

                                                                                                            Von Michael Geisendorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen