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Göttinger Malte Orth Deutscher Meister im BMX-Fahren

BMX-Flatland Göttinger Malte Orth Deutscher Meister im BMX-Fahren

Im Alter von sieben Jahren ist Malte Orth erstmals auf ein BMX gestiegen. Nun ist er 38 – und Deutscher Meister der Master Class in seiner Disziplin „Flatland“, bei der die Sportler auf ihrem BMX-Rad Tricks präsentieren. Orths Trainingsraum ist ein ganz besonderer: sein eigenes Wohnzimmer.

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Malte Orth ist BMX-Flatlander aus Leidenschaft – und seit kurzem Deutscher Meister in seiner Disziplin.

Quelle: Mischke

Göttingen. Auf vier mal fünf Metern Fläche übt der Göttinger die Kunststücke und Choreografien ein, die er bei Wettbewerben zeigt. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ein Trick, an dem du lange gearbeitet hast, endlich klappt. Und er dann immer und immer wieder klappt. Das Gefühl ist mit nichts zu vergleichen“, betont der passionierte BMX-Fahrer.

Freihändige Fahrten im Stehen oder Wheelies auf dem Hinterrad gehören für den Groner längst zu den Grundübungen. Schwieriger wird es beim „Scuffing“. Indem er seinen Fuß über den Reifen des Hinterrades schiebt, setzt Orth sein BMX in Bewegung. Und demonstriert, wie sich Raumgefühl, Fokus und Balance zu einem beeindruckenden Zustand vereinen, in dem das Gegenteil von Hektik herrscht.

„Training, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen und Konzentration“ sieht Orth als entscheidend an, um in seiner Sportart erfolgreich zu sein. Bei den erstmals ausgetragenen „German Flatland-BMX Championship“ bewies der Göttinger aber auch Mut. Statt bei seinen zweiminütigen Auftritten auf Altbewährtes zu setzen, würzte er seine Vorführungen mit Neuem. Und fuhr bei den drei DM-Veranstaltungen die Plätze eins, drei und zwei ein – und damit insgesamt Gold.

Ein weiterer Schlüssel auf dem Weg zu seinem Titel in der Masters-Klasse, neben der es noch die Pro-Klasse gibt, ist die Freude am Sport. „Ich fahre für den Spaß – das ist mein Geheimnis. Ich fahre so auf der Fläche, wie ich auch mit Freunden zusammen fahre“, betont Orth. Die Freude am BMX-Sport habe sich bereits in der Jugend entwickelt. So absolvierte er die 23 Kilometer lange Strecke zur Schule auf dem kleinen Rad ohne Gangschaltung. „Ich hatte damals auch ein Rennrad, aber ich wollte unbedingt BMX fahren“, lächelt der frisch gebackene Titelträger.

Einen Wendepunkt erlebte der BMX-Sportler im Jahr 2005. In Spanien trainierte Orth zwei Wochen lang mit hochklassigen Flatland-Fahrern. „Bis dahin war für mich BMX-Fahren eine Freizeit-Beschäftigung. In Spanien merkte ich, dass es Leistungssport sein kann.“ Ab dem Moment habe Orth „losgelegt und versucht, jede freie Minute auf dem Rad zu verbringen“.

Diese Hingabe spiegelt sich auch in seiner Lebenseinstellung wider: Orth ist seit 2013 selbstständig, bezeichnet sich selbst als „Auftragsmaler mit der Sprühdose“, und er bietet in diesem Bereich auch Workshops an. „Ich sage immer: Ich male, um zu leben. Und ich lebe, um BMX zu fahren.“

Mit dem DM-Titel im Gepäck, möchte Orth einerseits seine eigene Veranstaltung namens „Fight the Winter“, die auch im Februar 2018 wieder in Göttingen ausgetragen wird, voranbringen. Andererseits möchte er „auch in Zukunft immer mit einem Lächeln fahren“. Schließlich bedeute ihm das BMX enorm viel, vor allem Freiheit. „Damals, als Kind, auf dem Dorf, sowieso. Aber auch heute noch. Es gibt mir die Chance, mich auszudrücken. Wenn ich ein paar Tage nicht aufs Rad komme“, so Orth, „dann geht es mir schlecht“.

Und wenn sein Vater damals, vor inzwischen drei Jahrzehnten, seinem Sohnemann kein BMX-Rad übergeben hätte – sondern Rollschuhe oder einen Tennisschläger? Malte Orths Hingabe lässt kaum einen Zweifel daran, dass er irgendwann, früher oder später, ohnehin seine Liebe zum BMX-Fahren entdeckt hätte.

Von Timo Holloway

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