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„Mein Leben ist eine runde Sache“

Basketballerin Jenny Crowder „Mein Leben ist eine runde Sache“

Wofür Hermine Granger in den Harry-Potter-Büchern ein Zeitglas benötigt, reicht Jenny Crowder locker ihr Alltag. Neben einem proppenvollen Terminplan peilt sie mit den Veilchen-Ladies den Aufstieg in die Damenbasketball-Bundesliga an. Dafür ist am Sonntag um 16 Uhr im FKG I ein Halbfinalsieg gegen die TG Neuss Pflicht.

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Peilt sie mit den Veilchen-Ladies den Aufstieg an: Jenny Crowder.

Quelle: Swen Prörtner

Göttingen. Drei- bis viermal wöchentlich pendelt Crowder an die Uni nach Marburg, wo sie jeweils im sechsten Semester Jura und Philosophie studiert und am Lehrstuhl arbeitet. Ja, die Noten seien sehr gut, bestätigt sie auf Nachfrage. Basketball steht an mindestens fünf Tagen auf dem Programm, zusätzlich zum Krafttraining. Und seit einigen Wochen nimmt die Aufzucht ihres fünf Monate alten Rottweiler-Schäferhund-Mischlings Baron, der unabsichtlich wie Donald Trumps Sohn heißt, jede freie Minute in Anspruch. Ist da doch Magie am Werk? „Nein, mein Input-Output-Verhältnis ist einfach ganz gut“, sagt die 20-Jährige entwaffnend.

Diszipliniert und ehrgeizig auf ihre Ziele hinzuarbeiten, zeichnet Crowder von klein auf aus. „Früher war mein Leben komplett um Basketball herum aufgebaut.“ Dann kam der Kreuzbandriss. „Es hat mich extrem weitergebracht, mich durch die Reha zu kämpfen. Ich habe verstanden, dass es nicht nur Basketball gibt, sondern mir auch das Intellektuelle und Musisch-Künstlerische Spaß machen“, erklärt sie. Klavier spielen, malen, mit Baron herumtoben, gut - das bedeutet in ihrem Fall scharf - essen und reisen: „Es ist so wichtig, dass meine Lebensgestaltung eine runde Sache ist.“

Nun ist auch ein Basketball eine runde Sache, und Crowder kann damit selbstverständlich blendend umgehen. Ein Kämpferherz, ein Defensiv-Rottweiler ist die Aufbauspielerin, die mit ihren 1,64 Metern auf Ellbogenhöhe der Gegnerinnen lebt. Die große Stärke: ihr unwiderstehlicher Zug zum Korb. Die möchte sie gegen Neuss einbringen, was ihr Team dringend benötigt. „Neuss hat sich sehr gut auf uns eingestellt“, lobt die Tochter von Ladies-Geschäftsführer Richard Crowder und liebkost den mittlerweile eingeschlafenen Baron. „Sie haben häufig mit einer Mann-Verteidigung begonnen und nach unserem ersten Pass auf Zone umgestellt. Für uns war es schwierig, unser System dann noch anzupassen. Aber nun kennen wir ihre Tricks und Kniffe.“

Vor allem auf die individuelle Stärke der Veilchen-Ladies und die Unterstützung der Fans setzt Crowder im Basketball-Slang etwas martialisch bezeichneten „Do-or-Die-Game“. Trainer Giannis Koukos habe den Kontrahenten gut gescoutet, manchmal sorge das Temperament des Griechen für das letzte Fünkchen Energie. „Unsere Nachwuchsspielerin Lia Kentzler hat versucht herauszufinden, was er ständig auf Griechisch brüllt. Ihretwegen wissen wir nun, dass er uns ziemlich oft verflucht“, erzählt die Social-Media-Verweigerin lachend.

Als sie zehn war - Montag feiert sie ihren 21. Geburtstag - habe sie ihrer Oma versprochen, mit der BG in die Bundesliga aufzusteigen. „Meine Oma ist da, Göttingen ist da, fehlt nur noch die Bundesliga. Der Aufstieg wäre mit Blick auf die vergangenen Saisons einfach verdient“, betont Crowder. Dass die Saison schon am Sonntag vorüber ist, komme jedenfalls nicht in die Tüte. Wäre ja auch ein Unding, wenn es in den kommenden Wochen nicht genug zu tun gebe.

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