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Regional Im Ring mit Mr. Geil
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11:27 07.12.2017
Mr. Geil im Porträt Quelle: Arne Bänsch
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Göttingen

Mit einer großen Show schließen Big Wrestling Action Harz (BWA) und ASC 46 Göttingen das Jahr 2017 ab. Am Sonnabend, 9. Dezember, wird auch Mr. Geil, alias Philipp Kostka, in den Ring steigen. Vorab haben wir mit ihm über neue Jacken, tagelangen Muskelkater und das Wrestling an sich gesprochen.

Kostka erfüllt nicht unbedingt das verbreitete Klischeé vom Wrestler: Der 25-Jährige studiert an der Uni Göttingen Sport und Werte und Normen auf Lehramt. Sport hat er schon immer viel betrieben: „Ich bin zehn Jahre Wettkämpfe geschwommen“, erzählt Kostka. Auch Fußball hat er gespielt. Wrestling hielt er zunächst für ziemlichen Blödsinn. Über ein Videospiel hat ihn der Sport dann doch irgendwie begeistert. Nach dem ersten Probetraining sei er sofort infiziert gewesen.

„Der Sport ist unglaublich vielseitig. Ich habe Respekt und Disziplin erlebt, wie noch bei keiner anderen Sportart“, umreist Kostka seine Begeisterung für das Wrestling. Oft habe der Sport aber keinen guten Ruf, was Kostka ziemlich ärgert: „Wrestling wird immer als reine Show verschrien, das ist definitiv nicht der Fall.“ Natürlich sei auch immer ein bisschen Show dabei, aber ihn selbst reize der sportliche Aspekt deutlich mehr. Denn in den rund zehn Minuten dauernden Matches geht es mitunter so hart zu, wie es aussieht. „Danach kann ich mich eigentlich zwei Tage kaum bewegen. Man ist auf jeden Fall geschafft.“ Vor allem Ausdauer ist ungemein wichtig: „Du musst von Anfang an Hundert Prozent geben.“

Wenn man Aktionen nicht ausreichend übe, könne Wrestling außerdem gefährlich werden. Das musste auch Kostka am eigenen Leib erfahren: „Ich weiß immer noch nichts von dem Tag“, sagt der 25-Jährige zu einem Unfall im Ring. Noch zwei Monate später habe er die Folgen von der mangelnden Vorbereitung gespürt. „Riskante Aktionen sollten definitiv geübt werden“, lautet Kostkas Lehre aus diese Erfahrung, vor allem für das Training, das er beim ASC leitet.

Langsam aber sicher werde Wrestling in Deutschland und in der Region beliebter. Das sei vor allem der Berichterstattung der Medien aus den USA zu verdanken. Apropos Medien: Wer mit Wrestling eher weniger zu tun hat, dem ist wahrscheinlich vor allem die große Medienkampagne um Ex-Nationaltorhüter Tim Wiese in Erinnerung geblieben. „Meine eigene Meinung: Tim Wiese war reines Marketing“ sagt Kostka darauf angesprochen. „Was er gemacht hat, hat er gut gemacht“, stellt er klar, aber sportlich gesehen ärgere es ihn, weil es viele andere gebe, die die Aufmerksamkeit mehr verdient hätten.

In Sachen Aufmerksamkeit muss sich „Mr. Geil“ hingegen schon wegen seines Kampfnamens nicht verstecken. „Das war ein schlechter Witz, der zu gut funktioniert hat“, schmunzelt Kostka. Nach dem Ende einer Beziehung habe er sich bei einer Shoppingtour neue Klamotten zugelegt und seine Ex-Freundin habe ihn wenig später in der neuen Jacke gesehen und gemeint, nun könne er sich endlich richtig anziehen. Von ihr kam dann auch der Name „Mr. Geil“, mit dem sich Kostka eigentlich nur aus Spaß bei einem Kampf in Kiel ankündigen ließ. „Dann bin ich den Spitznamen nicht mehr los geworden.“

Ein Vorbild im amerikanischen Wrestling-Zirkus hat Kostka natürlich auch: Shane McMahon. „Der Typ hat einfach eine wahnsinns Körperbeherrschung“, erklärt der Student. Mal ein WWE-Match in den USA live zu sehen reize ihn eher weniger: „Selbst der Akteur zu sein, hat mehr Reiz.“

Am Sonnabend, 9. Dezember, können Interessierte Philip Kostka und einige andere Wrestler in der Sporthalle am Waldweg 28 im Ring sehen. Einlass ist um 18 Uhr, das Turnier beginnt um 19 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf für fünf Euro beim ASC Göttingen, Danziger Straße 21, und beim Body Shop XL, Posthof 4. An der Abendkasse kosten Tickets sieben Euro. Mehr Informationen unter bwaharz.de

Von Finn Lieske

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