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Nachwuchsasse wecken Hoffnung für Hannover

Luftgewehrschützen Nachwuchsasse wecken Hoffnung für Hannover

„Es waren hervorragende, ruhige Wettkämpfe. Trotz Grippewelle gab es nur wenige Absagen, und alle waren um gute Leistungen bemüht.“ Mit diesen Worten fasste Günther Schwarz, Schießsportleiter des Kreisschützenverbandes Südharz, den Verlauf der Titelkämpfe der Luftgewehrschützen zusammen, die am Wochenende in Nesselröden ihre neuen Kreismeister kürten.

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Starke Leistung: Desiree Degenhard aus Rüdershausen triumphiert für den SV Gerblingerode in der weiblichen Jugendklasse.

Quelle: Walliser

Einige Titelgewinner weckten mit ihren hohen Ringzahlen sogar Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden bei den Landesmeisterschaften, andere durften sich einfach freuen, auf Kreisebene den Sieg davongetragen zu haben.

Die höchsten Erwartungen mit Blick auf die weiterführenden Titelkämpfe in Hannover verknüpft Schwarz mit den Jugendschützen Desiree Degenhard aus Rüdershausen und David Schöttler aus Gerblingerode, die – für den SV Gerblingerode schießend – mit 383 beziehungsweise 375 Ringen Einzelmeister wurden und zusammen mit ihrem (aus Peine stammenden Vereinskameraden Justin Wulfes) in der Mannschaftswertung von einem Spitzenplatz auf Landesebene träumen dürfen. Die Perspektive reicht nach Einschätzung von Schwarz über die Niedersächsischen Meisterschaften hinaus bis zu den nationalen Titelkämpfen.

Die höchste Ringzahl bei der Kreismeisterschaft schoss allerdings A-Juniorin Johanna Kaiser von der Schützenbruderschaft Nesselröden mit 386 Ringen, das zweitbeste Ergebnis erzielte ihre Vereinskameradin und Altersgefährtin Nadine Preitz, die mit drei Ringen Rückstand Vizemeisterin wurde. Auch B-Juniorin Theresa Degenhard (SV Rüdershausen) komme mit ihren 371 Ringen für eine Top-Ten-Platzierung in Hannover in Frage, meint der Schießsportleiter. Ähnliches traut Schwarz im Seniorenbereich der für die Herzberger SG startende Germershäuserin Marie-Luise Otto und dem Duderstädter Erich Jäger zu.

Jana Bringmann ist nervös. „Sind die Ergebnisse schon da?“, fragt die Luftgewehrschützin der Herzberger SG mit vor Aufregung roten Wangen und schaut gespannt auf die Ergebnispinnwand. „Vielleicht“, hofft die 17-Jährige, „hat es ja für die Landesmeisterschaften gereicht.“ Diesen Wunsch teilt die junge Dame mit 379 weiteren Schützen, die sich in Nesselröden zu den Kreismeisterschaften im Luftgewehrschießen trafen.

Die Ruhe selbst ist dagegen Günther Schwarz. Eine Frage hier, eine Bitte da – den Schießsportleiter des Kreisschützenverbandes Südharz bringt auch der größte Trubel nicht aus der Fassung. „Hier findet man die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen“, erklärt Schwarz, der voll in seinem Element ist und mit Begeisterung über Gewehre, Schießbedingungen und Regeln referiert. Ganz wichtig, betont er, sei neben sportlichem Ehrgeiz die Geselligkeit: „Das bedeutet nicht, dass man sich zusammen betrinkt“, schmunzelt er mit verschmitztem Gesicht. „Hier werden Freundschaften gepflegt und neue Bekanntschaften gemacht. Hier liegt man sich heulend in den Armen oder jubelt zusammen, ist das nicht herrlich?“

Während Schwarz schon zur Turnierleitung unterwegs ist, baut Werner Goldmann ein paar Meter weiter seinen Gewehrständer auf. Seit über 40 Jahren ist der Nesselröder aktiv, ein bisschen aufgeregt ist er trotzdem: In 30 Minuten steht sein Start in der Klasse „Senioren II“ auf dem Programm. „Das Herzklopfen ist noch immer da“, räumt er ein und zupft das weiße T-Shirt zurecht, über das nachher die schwere Schießjacke gestülpt wird. Auch Tausende von Schüssen, die er in seinem Leben bisher abgegeben hat, ändern nichts an der Motivation des rüstigen Routiniers. „Der Ehrgeiz bleibt, sonst würde ich nicht mehr schießen“, bekräftigt Goldmann, überprüft seine Utensilien und begibt sich zu einem der 16 Schießstände, an denen Kreisdamenleiterin Birgit Lautenbach und Reinhard Ludwig gerade die Aufsicht führen. „Manchmal drücken wir schon ein Auge zu. Es sind ja auch Hobbyschützen am Start, da guckt man schon mal weg und lässt die rote Karte stecken, die wegen eines Regelverstoßes eigentlich fällig wäre“, lacht Ludwig und zwinkert Lautenbach zu, die die kurze Auszeit für eine Zigarretenpause nutzt.

Gemächlich kann es auch Saskia Falck angehen lassen. Ihre Durchgänge hat die B-Juniorin aus Braunlage, die seit drei Jahren schießt, bereits beendet und mit 349 Ringen den sechsten Platz in ihrer Klasse belegt. Zweimal pro Woche trainiert sie, „mehr Zeit habe ich leider nicht“, seufzt die Schülerin, bindet ihre blonden Haare zusammen und verstaut ihre Schießkleidung samt der Spezialschuhe in ihrer Sporttasche. Schießen, sagt die 17-Jährige, sei ein toller Ausgleich, „denn es ist die ruhigste Sportart. Wenn es darauf ankommt, bist du alleine, dann gibt es nur dich und dein Gewehr.“

Von Christian Roeben

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