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Regional Kraftsport mit 81 Jahren
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19:03 01.11.2017
Ursula Nothnagel ist mit 81 Jahren die älteste Teilnehmerin bei den Norddeutschen Meisterschaften.
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Weende

„Ich bin durch den Sport schon in der halben Welt herumgekommen, war in Bratislava, Prag, Kopenhagen – in Göttingen aber noch nie“, lächelt die Nienburgerin. Bei dem Wettkampf in der Turnhalle der Hainbund-Schule war die Kraftsportlerin eine von 30 Aktiven.

Dass Nothnagel mit ihrem beachtlichen Alter ein Unikat in der Szene ist, will sie selbst ein klein wenig kleinreden: „Ich versuche doch einfach nur, meine Kräfte zu erhalten und möchte nicht auf Pflege angewiesen sein“, verweist sie auf den Gesundheitsaspekt des Kraftsports. Immer wieder höre sie – auch im eigenen Umfeld – Personen über Leistungsabfälle oder Krankheiten klagen. „Viele sehen einfach nicht, was der Sport bringen kann. Und dass sich mit ihm Krankheiten entgegenwirken lässt“, sagt Nothnagel.

130 Kilo in der besten Zeit

Sie selbst sei dementsprechend „ein bisschen stolz darauf, den Kraftsport noch immer betreiben zu können“. Schließlich sei Sport für die Akteurin des SC Elite Hannover schon immer Lebensmittelpunkt gewesen. Früher als Kanutin aktiv, habe sie später häufig die Laufschuhe geschnürt. Im Kreuzheben hob sie in ihrer besten Phase 130 Kilogramm.

Ihre Kraftsport-Karriere begann im Fitnessstudio: „Probier´ dich doch mal an Wettkämpfen“, habe ein Trainer empfohlen. Seitdem ist Nothnagel angefixt, sie ist dabeigeblieben, trainiert aktuell dreimal wöchentlich, ist im Bundeskader und amtierende Weltmeisterin im Bankdrücken (65 Kilogramm).

Den Höhepunkt ihrer Karriere hat die 81-Jährige in Luxemburg erlebt. Vor etwa zehn Jahren holte sie dort bei den Europameisterschaften die Goldmedaille. „Alle Zuschauer stehen auf. Und der ganze Saal singt We are the Champions. Da sind mir schon die Tränen gekommen“, so Nothnagel.

Die eigene Technik finden

Tuspos Kraftdreikampf-Abteilungsleiter, Ben Conrady, erklärt: „Kreuzheben eine Kombination aus Kraft und Technik.“ Ziel sei es, das Gewicht vom Boden bis zur Hüfte hochzuheben, „bis du aufrecht stehst. Dabei kann jeder seine eigene Technik finden.“

Neben Muskelkraft spiele bei der Disziplin, die Bestandteil des Kraftdreikampfes ist, auch der Kopf eine Rolle. „Die Auswahl der Versuche kann entscheidend sein“, sagt Conrady. Schließlich bestimmen die Sportler selbst das Gewicht, das sie bei ihren insgesamt drei Versuchen heben möchten.

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Norddeutsche Meisterschaften im Kreuzheben beim Tuspo Weende

Bei den Norddeutschen Meisterschaften feierte der Tuspo insgesamt fünf Titel. Hendrik Wobst stellte mit 280 Kilogramm sogar einen neuen norddeutschen Rekord auf. Der 20-Jährigen ist vom Kraftsport angetan: „Stark zu sein, hat seinen Reiz. Und um sich kontinuierlich zu steigern, muss man schon viel Arbeit reinstecken“, verdeutlicht er. Kreuzheben sei für ihn „auch die Disziplin, in der am meisten Gewicht bewegt wird“.

Das kann Ursula Nothnagel nur bestätigen: „Manchmal“, sagt die 81-Jährige, „hat man das Gefühl, dass das Gewicht unten festgenagelt ist.“ Für sie stehen als nächstes die Deutschen Meisterschaften im Kreuzheben an. Dort möchte sie 100 Kilogramm heben – also fünf mehr als in Göttingen. Allzu viel Konkurrenz darf sie in ihrer Altersklasse nicht erwarten. Das sei aber nicht dramatisch, schließlich ist Kraftsport doch auch ein Wettkampf gegen sich selbst. Oder, um es mit Nothnagels Worten zu sagen: „Es ist wie eine Sucht, weil man mit dem, was man geleistet hat, nie ganz zufrieden ist.“

Von Timo Holloway

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