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Offensiver Stil ist Fiona Siebers Erfolgsstrategie

Schach Offensiver Stil ist Fiona Siebers Erfolgsstrategie

Bei der Frage nach ihren Vorbildern ziert sich Fiona Sieber ein wenig. „Habe ich nicht“, behauptet die junge Reinhäuserin, räumt aber ein, als ihr Vater insistiert, dass eine Zeitlang Anatoli Karpow diese Rolle inne hatte.

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In ihrem Element: Fiona Siebert vor dem Schachbrett in ihrem Reinhäuser Elternhaus.

Quelle: Hinzmann

Doch jetzt, als Zehnjährige, hat der russische Schachweltmeister für Fiona offenbar seine Faszination verloren. Ein wenig orientiere sie sich noch an dessen Landsmann David Bronstein, verrät sie. Ihr gefällt die dynamische, offensive Spielweise des im Dezember 2006 gestorbenen sowjetischen Großmeisters.
Mit einer ähnlichen Strategie hat Mathe-Ass Fiona, die die fünfte Klasse des bilingualen Zweiges (Deutsch/Englisch) auf dem Göttinger Felix-Klein-Gymnasium besucht, bereits beachtliche Erfolge gefeiert. Nur wenige Monate nach ihrem Eintritt in den ESV Rot-Weiß Göttingen vor drei Jahren, wo sie von Großmeisterin Tamara Klink und Fide-Meister Alexander Markgraf trainiert wird, wurde sie Niedersachsenmeisterin in der Altersklasse U 8 und verteidigte den Titel 2009 und 2010 in der U 10 souverän. In diesem Jahr ließ Fiona sogar alle Jungen hinter sich.

2009 holte sie als Dritte der Deutschen Meisterschaft bei den U-10-Mädchen ihre erste Medaille auf nationaler Ebene und kletterte in diesem Jahr sogar auf den DM-Vizerang – punktgleich mit der Deutschen Meisterin Clara-Victoria Graf aus Hessen, der sie in der deutschen Rangliste die Führung inzwischen allerdings schon abgeknöpft hat. Fionas größtes Schach-Abenteuer aber waren die diesjährigen Europameisterschaften in der georgischen Schwarzmeer-Stadt Batumi. Der Deutsche Schachbund schickt die Meister der jeweiligen Altersklassen zur Weltmeisterschaft und die Vizemeister zur EM.

Mit einem halben Punkt Rückstand auf die vor ihr platzierten Spielerinnen aus Polen, Georgien und Aserbeidschan belegte die Reinhäuserin im Feld von 53 Konkurrentinnen aus 18 Nationen den fünften Platz und war damit die beste Westeuropäerin. „Fiona hat in jeder Partie gut gestanden. Ihr Problem ist, dass sie oft zu lange überlegt, so dass ihr am Ende zu wenig Zeit für die Züge bleibt“, erläutert Vater Martin Sieber, warum sie nicht noch besser abgeschnitten hat. Der Hobbyspieler hat seiner Tochter Schach beigebracht, mittlerweile aber keine Siegchance mehr gegen sie.

Für die nächsten Monate hat sich Fiona, die bei Rot-Weiß in der 2. Mannschaft spielt, aber auf dem Sprung in das von Männern dominierte erste Team ist, viel vorgenommen. Bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften Anfang 2011 in Berlin tritt sie als Gastspielerin des thüringischen Klubs Burgtonna/Erfurt an und wenig später bei der niedersächsischen Einzelmeisterschaft der Erwachsenen in Verden. Pfingsten will sie dann versuchen, bei den deutschen Altersklassen-Titelkämpfen erstmals Meisterin zu werden.

Bei dem zeitlichen Aufwand könnte Fionas zweite sportliche Leidenschaft, der Fußball, zunehmend ins Hintertreffen geraten. Mit den U-10-Mädchen des RSV 05 ist sie gerade Staffelmeisterin in der Kreisliga geworden. Und wenn sie sich zwischen Schach und Fußball entscheiden müsste, was würde sie wählen? Bei der Antwort auf diese Frage huscht ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht der Zehnjährigen: „Beides“, sagt sie. Priorität habe aber – schon allein aufgrund ihres Talents – das Schach, versichert ihr Vater. Die Förderung ihrer Begabung lässt sich Familie Sieber einiges kosten. „In diesem Jahr haben wir schon rund 5000 Euro für Fahrtkosten ausgegeben“, überschlägt Martin Sieber. Die Flugreise nach Georgien über Istanbul schlug dabei besonders zu Buche. Denn deutscher und Ausrichter-Verband übernehmen lediglich die für Turnier und Unterkunft anfallenden Kosten. Der Gesichtsausdruck des stolzen Vaters verrät jedoch, dass die finanzielle Belastung zweitrangig ist. Was zählt, ist die optimale Förderung von Fionas Talent.

Von Michael Geisendorf

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