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Orthopädietechniker Michael Michakis über Nasenmasken

Schutzvorrichtung aus Kunststoff Orthopädietechniker Michael Michakis über Nasenmasken

Es regt oft zum Schmunzeln an, wenn Sportler mit einer Nasenmaske auflaufen. Wie Zorro oder Batman muten sie an. Ebenso heldenhaft wie sie lassen sich die meisten Athleten nicht von ihrer gebrochenen Nase unter der Schutzvorrichtung aus Kunststoff oder Carbon stören. Zweikämpfe werden mit hoher Intensität bestritten, beim Fußball selbst Kopfballduelle nicht gescheut.

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Vorletzter Arbeitsschritt: Tiefziehen. Mit Hilfe eines Vakuumsaugers wird thermoplastisch verformbarer Kunststoff über das Gipspositiv gezogen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das ist ganz nach dem Geschmack von Michael Michakis. Für viele Göttinger Sportler stellen der Orthopädietechniker und seine Kollegen des Sanitätshauses „o.r.t“ (Orthopädie, Rehabilitation, Technik) die Masken her. Fünf Arbeitsschritte verpackt in acht Stunden genügen Michakis, um den Einsatz des lädierten Sportlers zu retten.

Ganz klassisch beginnt der in Hannover geborene Grieche seine „Bastelstunde“ (Michakis), indem er einen Gipsabdruck des Gesichts, besonders der Nasenpartie, nimmt. Zum Schutz der Augen legt Michakis eine Folie auf, ehe er vorsichtig kleine Gipsplättchen andrückt. Das ist nicht angenehm. Die Nase wird dabei zwar nicht in Mitleidenschaft gezogen, die Sauerstoffzufuhr darunter mit der Zeit aber knapp. Deshalb schneidet der 34-Jährige auch ein kleines Luftloch in Höhe des Mundes ein.

Bessere Rundumsicht

Sobald der Gips hart geworden ist, wird er ausgegossen und im dritten Arbeitsschritt modelliert. „Das ist der wichtigste Teil, denn kein Kopf gleicht einem anderen“, erklärt Michakis. Mit allerhand Werkzeug raspelt, zieht und glättet er Kanten und Konturen. Punkte, die besonders geschützt werden müssen, legt Michakis frei. Dass bedeutet, er trägt eine Extraschicht Gips auf, um im Fall eines Zusammenpralls für mehr Entlastung zu sorgen. Beim Basketball baue er die Masken zumeist aus durchsichtigem Kunststoff, um eine bessere Rundumsicht zu gewährleisten. Beim Handball und Fußball sei Carbon der bessere Schutz, da der Kopf bei diesen Sportarten häufiger vom Ball getroffen wird.

Anprobe mit dem Sportler

Dann bereitet er den für den unerfahrenen Betrachter wohl interessantesten Arbeitsschritt vor: das Tiefziehen. Zunächst werden Löcher in die Augenhöhlen der ausgegossenen Gipsmaske gebohrt. Sie wird später mit Silikonfett bestrichen. Währenddessen wird eine Platte thermoverformbaren Kunststoffes bei 150 Grad Celsius erwärmt. Sobald der Kunststoff heiß genug ist, muss alles ganz schnell gehen. Mithilfe eines Kollegen stülpt Michakis die schnell erkaltende Platte über die Gipsplastik. Ein Vakuumsauger, der durch die Bohrlöcher in den Augen saugt, zieht den Kunststoff optimal über das Gipspositiv. Nun nur noch ausschneiden und voilà: Fertig ist die Nasenmaske. „Naja, noch nicht ganz“, betont Michakis. Zumeist folge im fünften Schritt eine gemeinsame Anprobe mit dem Sportler. Dann können noch diverse Schleifarbeiten vorgenommen und die Festigkeit der Gummizüge überprüft werden.

19-jährige Berufserfahrung

Seit knapp drei Jahren bringt der Salsa-Lehrer seine 19-jährige Berufserfahrung in einem Netzwerk aus Ärzten und Physiotherapeuten bei der BG Göttingen ein. „Kurz vor dem Final Four in der Euro-Challenge fing das an“, erinnert sich der Cousin des Göttinger Aufstiegshelden Babis Douloudis. Defense-Terrier Chester Frazier benötigte nach seinem Mittelhandbruch einen Handschuh, um trotz der Verletzung aufzulaufen. „Das war eine Nacht-und-Nebel-Aktion und musste ganz schnell gehen. Ich habe dann einen Spezialhandschuh erfunden, der auch dem Reglement des Weltverbands entsprach.“ Frazier spielte, die BG gewann. Ein wenig „Mitschuld“ am Titelgewinn gebe er sich daher auch, so Michakis.

Nicht nur Profis stehen regelmäßig bei ihm auf der Matte. 05-Keeper Dennis Koch und sogar Kreisklassen-Fußballer hat er schon versorgt. Am liebsten seien ihm aber gesunde Athleten, versichert Michakis und gibt noch einen Rat: „Dein Körper ist dein Kapital, also achte darauf.“

Von Rupert Fabig

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