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Polizeieinsatz beendet Eckloff-Cup in Rosdorf

Nach Prügelei abgebrochen Polizeieinsatz beendet Eckloff-Cup in Rosdorf

Es war ein Schlussakkord, den sich so keiner gewünscht hatte: Vor dem letzten Spiel beim Rosdorfer Autohaus-Eckloff-Cup zwischen Bischofferode und Rittmarshausen kam es urplötzlich zu Tumulten abseits des Spielfeldes.

Eine verbale Auseinandersetzung zwischen Zuschauern und einem Bishäuser Spieler artete in Handgreiflichkeiten aus. Die letzte Turnierpartie wurde daraufhin abgesagt, der SC Hainberg II stand bereits als Sieger fest.

Bei seinem Schlichtungsversuch wurde der Bishäuser Torwart Kai Volkmann nach eigener Aussage geschubst und verlor beim Aufprall auf ein Metallgitter kurzzeitig das Bewusstsein. Währenddessen sei die Schlägerei im Kabinengang weitergegangen. Die Polizei wurde gerufen, nach Auskunft von Volkmann mussten drei verletzte Spieler des SSV Bishausen im Krankenhaus behandelt werden. „Im Kabinengang war alles voller Blut“, berichtete der Keeper, teilweise hätten mehrere Personen gleichzeitig auf seinen Mannschaftskollegen eingeprügelt.

„Wir werden Anzeige erstatten“, sagte er. Die Polizei Göttingen ermittele wegen gefährlicher Körperverletzung, bestätigte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Drei Tatverdächtige stünden bereits namentlich fest, die einzelne Tatbeteiligung sei aber noch nicht geklärt. Der Auslöser der Auseinandersetzung liege ebenso im Unklaren.

Die Geschehnisse seien „unglaublich“, stammelte Manfred Motz, Coach des FC Rittmarshausen-Weißenborn, der ebenso fassungslos war wie Spieler, Zuschauer und die Turnierausrichter. Dass das Turnier phasenweise feinen Fußball bot und mit dem SC Hainberg II, der zahlreiche Spieler aus der dritten Mannschaft aufbot, einen Überraschungssieger hatte, ging fast unter. Dabei taten die Spieler des SC alles dafür, um im Scheinwerferlicht zu stehen. In elf Spielen kassierten sie nur sechs Gegentore, gewannen vier ihrer fünf Hauptrundenspiele zu Null und stellten mit Martin Schiller den besten Spieler des Turniers. „Wir hatten mit unserer jungen Truppe überhaupt nichts zu verlieren und haben uns richtig ins Turnier gefressen“, sagte Coach Christian Dreher.

Auch gegen den starken SCW, der mit Phillip Rietzke den Torschützenkönig (14 Treffer) und mit Marvin Lange den besten Torwart des Turniers stellte, siegte Hainberg mit 3:0. „Kompliment an den SC, sie haben das clever gemacht“, lobte Spieler Heiko Rohwedder, der die Betreuung des jungen SCW-Teams übernommen hatte. „Unser Ziel war es, so gut wie möglich zu spielen und dann zu gucken, zu welcher Platzierung das reicht.“ Durch Siege gegen Leineberg (3:0), Bischofferode (2:0), Bishausen (3:0) und Rittmarshausen (4:2) erspielte sich der Bezirksligist den zweiten Platz. Dritter wurden etwas überraschend die Sportfreunde Leineberg aus der 2. Kreisklasse, die mit dem gefährlichen Stürmer Tim Lux (10 Tore) in der Vorrunde unter anderem den Gastgebern sowie dem Bovender SV ein Bein stellten.

Für Titelverteidiger TSV Bremke/Ischenrode war diesmal schon in der Vorrunde Schluss. Die Mannschaft von Trainer Ralf Stieg unterlag in der „Getränke-Gerke-Gruppe“ Rittmarshausen mit 1:3 sowie dem DSC Dransfeld mit 0:1 und musste deshalb Bischofferode und Rittmarshausen den Einzug in die Hauptrunde überlassen.

Platzierungen Endrunde: 1. SC Hainberg II (15 Punkte/14:2 Tore); 2. SCW (12/12:5); 3. SF Leineberg (6/8:9), 4. SSG Bishausen (6/7:9); 5. VfB 1922 Bischofferode (3/2:9), 6. FC Rittmarshausen/W. (0/4:13). – Bester Spieler: Martin Schiller (SC Hainberg II). – Bester Torwart: Marvin Lange (SCW). – Bester Torschütze: Philip Rietzke (SCW), 14 Tore.

Die Polizei Göttingen sucht unter Telefon 05 51 / 4 91 10 13 Zeugen der Vorfälle.

  Kommentar
 

Immer brutaler

Von Eduard Warda

Mit Verallgemeinerungen ist es so eine Sache: Einerseits kann mit ihnen die Welt ein bisschen besser erklärt werden, andererseits liegt man im Einzelfall weit daneben. Gerade im Hinblick auf das Thema Gewalt im Sport ist Vorsicht geboten.
Im vorliegenden Fall scheint es so zu sein, dass eine verbale Auseinandersetzung eskaliert ist. Das ist nichts Neues, Keile am Rande von Fußballspielen gab es immer wieder. Auffällig ist jedoch die Brutalität, mit der vorgegangen wird – eine Verallgemeinerung, die leider immer öfter von der Realität bestätigt wird.

Von Christian Roeben und Tobias Christ

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