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Rosdorfer Freigänger stürmen für FC Niemetal

Fußball Rosdorfer Freigänger stürmen für FC Niemetal

In der 1. Fußball-Kreisklasse C rangiert der FC Niemetal nach zwölf Spielen auf dem zwölften Tabellenplatz. Am vergangenen Wochenende hat das Team gegen Ligaschlusslicht SC Rosdorf II mit 5:0 gewonnen.

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Fußball beim FC Niemetal: Szene aus einer Partie des vom FC veranstalteten Niemetal-Cups.

Quelle: Pförtner

Allein vier Tore wurden von Neuzugängen geschossen. Von besonderen Neuzugängen: Tino, Christian und Mouren sind jugendliche Häftlinge im offenen Vollzug der Jugendanstalt (JA) Rosdorf.

Sie gehören zu fast einem Dutzend JA-Insassen, die in verschiedenen Göttinger Vereinen Sport machen. Man könne aber keinen Volleyballer zum Fußball zwingen, „wir richten uns da nach den Vorlieben der Jugendlichen“, sagt Siegfried Löprick, Fachdienstleiter Sport und Freizeit der JA. So gäbe es auch Kooperationen im Basketball, Volleyball und Tischtennis.

Als eine „gute Vorbereitung auf das Leben in Freiheit“ sieht Löprick das Mitwirken in Sportvereinen. „Der Verein ist mehr als nur ein Ort zum Sport treiben, die Jugendlichen gewinnen Vertrauen und lernen andere Menschen kennen“, sagt Löprick. Das sei ein wichtiger Schritt in Richtung Reintegration. Probleme habe es bisher keine gegeben. Ganz im Gegenteil: „Die Jugendlichen merken, dass sie der Mannschaft helfen können und erfahren eine gewisse Bestätigung“, beschreibt Löprick die Erfolge der Kooperationen.

Dass Tino, Christian und Mouren jetzt beim FC Niemetal spielen, hat sich schon im Frühjahr dieses Jahres angebahnt. Als Gastmannschaft trat damals das Team der JA gegen den FC an, und bereits zu diesem Zeitpunkt brachte Arno Plumbohm von der JA, Verbandstrainer im NFV und bis vor einiger Zeit im Juniorenbereich des RSV 05, gegenüber dem Niemetaler Trainer die Spieler ins Gespräch. „Wenn wir mal Spieler bräuchten, könne man immer über eine Kooperation reden“, erinnert sich Fischer an das Gespräch.

Im Herbst war es dann soweit: Fischer kam auf Plumbohms Angebot zurück. „Für die Mannschaft sind die drei eine echte Verstärkung“, sagt Fischer. Und auch für die Jugendlichen ist der neue Zeitvertreib ein Gewinn: „Ich hab schon Freunde gefunden“, erzählt Tino, der bereits seit zwei Monaten in der JA ist. Der 20-Jährige spielt Fußball, seit er denken kann. Früher auch schon mal in der Bezirksoberliga, also wesentlich hochklassiger. Doch es gefällt ihm beim FC Niemetal. „In meiner Mannschaft gibt es Ältere und Jüngere, die sind aber alle ganz cool drauf.“ Auch sportlich ist Tino beim FC durchgestartet. „In drei Spielen habe ich schon acht oder neun Tore geschossen“, sagt er. Trainiert wird zweimal pro Woche. Dann holt der Trainer seine Spieler von der JA ab und bringt sie im Anschluss wieder auf den Leineberg. Die Jugendlichen werden für Training und Spiele beurlaubt.

Montags und mittwochs trainieren die Fußballer in der Anstalt. Das allerdings sei lediglich als Vorbereitung für die Spiele in den Vereinsteams zu sehen, erläutert Löprick. „Wir wollen hier keine interne Liga.“ Es gehe viel mehr darum, den Jugendlichen eine Aufgabe zu geben. „Draußen“ geht es für Tino, Christian und Mouren beim FC Niemetal am Sonntag, 31. Oktober, um 14 Uhr weiter. Mit dem Kampf gegen den Abstieg, im Auswärtsspiel gegen den TSV Speele.

Von Tonie Lenz

Kommentar von Tonie Lenz

Wer, wegen welchem Vergehen auch immer, hinter verschlossenen Türen sitzt, dem muss ein Weg aus diesem Universum Anstalt zurück in das normale Leben gezeigt werden. Sport ist da ein guter Weg.
Diesen beschreitet die JA Rosdorf zusammen mit zahlreichen Vereinen aus der Region. Neuerdings gehört auch der FC Niemetal dazu. Die Erfahrungen bisher sind gut, erklären die Verantwortlichen und die Jugendlichen. Gleichwohl sind Vorurteile und Ängste solchen Projekten gegenüber an der Tagesordnung: Begehen die Spieler rüde Fouls? Hauen sie vielleicht ab? Die einzige Möglichkeit, solche Einwände zu entkräften, sind Kooperationen wie jene zwischen der JA und Niemetal. Der bisherige Erfolg gibt der Rosdorfer Anstalt Recht. Sie und ihre Kooperationspartner befinden sich auf dem guten, dem richtigen Weg.

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