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Sofa und Hauswand werden zum Sportgerät

Feuerwerk der Turnkunst Sofa und Hauswand werden zum Sportgerät

Ohne große Worte, aber dennoch sehr ausdrucksstark, ist das Feuerwerk der Turnkunst gestartet. Die Tournee „Body Talk“, die die mehr als 60 international erfahrenen Ensemble-Mitglieder in 20 Städte in neun Bundesländern führt, hatte in der Lokhalle Premiere. Zwei der drei Göttinger Vorstellungen sind inzwischen vor voll besetzten Rängen gelaufen, die dritte beginnt am heutigen Abend um 19 Uhr. Tickets gibt es noch bis 14 Uhr in der Tageblatt-Geschäftsstelle in Göttingen (Jüdenstraße 13c) oder ab 17.30 Uhr an der Abendkasse in der Lokhalle.

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Spaziergang an der Hauswand: die Catwall-Acrobats aus Kanada beeindruckten mit ihrer Leichtigkeit.

Quelle: Theodoro da Silva

„Anfangen ist besonders schwierig“, sagte Jens Ohle, der einzige Mitwirkende, der sich während der zweieinhalbstündigen „Body-Talk“-Show verbal geäußert hat. Damit spielte er auf die 13 Sportgymnastinnen des TSV Obernjesa an, die als regionaler Vertreter zuerst vor die knapp 3400 Zuschauer treten mussten. Sie hatten ihre Nerven im Griff, stellten ihre „Traumwelten“ mit Keulen und Bällen dar.

Die Körpersprache und das Feuerwerk der Turnkunst sind seit den Anfängen im Jahr 1988 untrennbar miteinander verbunden. Dass das Thema „Body Talk“ nun erstmals Programm geworden ist, brachte ein andere Sichtweise mit sich. Natürlich waren die einzelnen Nummern spektakulär, natürlich waren sie unterhaltsam. Aber sie waren auch aussagekräftig – jede für sich und jede ein wenig anders.

Da gab es die fünf Reckturner der Troupe Novikov, die bei ihren Flugelementen Stärke, Mut und Entschlossenheit zeigten. Oder die russischen Vize-Weltmeister in der Sportakrobatik, Anastasia Gorbatyuk und Alexander Barleben aus dem Leistungszentrum Voronezh, für die Regisseurin Heidi Aguilar zwei wunderschöne Choreografien entwickelt hat. Ihr Auftritt stand für Harmonie, Nähe und Erotik. Dagegen gaben sich die Turner des Niedersächsischen Turn-Teams in Jeans und freiem Oberkörper am Barren und Seitpferd eher cool und abgebrüht. So cool, dass ein unsanfter Abgang dazu genutzt wurde, um noch spektakulärer das Programm zu Ende zu turnen. „Das können wir aber noch besser“, sagte später ein zufriedener Seeburger Alexander Hellmold.

Auf Sylt entdeckt

Für Kreativität und Anmut stand der Kanadier Hugo Noel, den die Verantwortlichen des Niedersächsischen Turnerbundes (NTB) bei einem Festival auf Sylt entdeckt hatten. Mit dem Cyr-Ring, ein dem Rhönrad ähnlichen Reifen, bot er eine spektakuläre Akrobatik- und Balancenummer. Lebensfreude, Leichtigkeit und Spaß haben die Turner vom National Danish Performance Team vermittelt. Ob als hüpfende, Salti und Flic Flac schlagende „Noten“ oder später als Lausbuben auf einem überdimensionalen Sofa – ihre gute Laune wirkte ansteckend. Die jungen Dänen ließen die Abwandlung des klassischen Bodenturnens dank Sofakissen und Rückenlehne so leicht aussehen. Ihr komödiantisches Talent bewiesen die Turner Artyom Ghazaryan und Thomas Greifenstein in Frauenkleidern am Frauengerät „Stufenbarren“.

Die Catwall Acrobats aus Kanada gehörten mit ihren zwei Auftritten zu den Höhepunkten des Programms. Mit dem Schleuderbrett und daraus resultierenden Salti und Schrauben schafften sie nicht nur eine Punktlandung auf der kleinen Matte, sondern auch beim Publikum. Noch mehr Applaus erhielten sie aber für ihre außergwöhnliche Trampolin-Nummer. Mit Leichtigkeit wurden fünf Männer und eine Frau zu Fassadenkletterern. Sie liefen an Wänden hoch, verschwanden in Fensteröffnungen, um sich an der anderen Seite wieder hinaus zu stürzen.

Dem Vorhaben, zunehmend ein junges Publikum anzusprechen, wurde mit der Verpflichtung der B-Boy-Crew, drei Breakdancer aus Frankreich, Italien und Deutschland, Rechnung getragen. War ihr Auftritt spektakulär, so waren die Einsätze der Showgruppe des NTB vielfältig. Ob längere Einlagen oder auch nur kurze Übergänge – die Umbaupausen wurden kurzweilig überbrückt.

Kraftakt von Lacasse

Weltmeisterlich endete das Programm: Dominic Lacasse wurde bei der WM der Artisten in Monte Carlo mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Er kann die längste Zeit aus eigener Kraft als „menschliche Flagge“ an der Vertikalstange wehen, hält den Weltrekord. Mit seinem Skywalk an der rotierenden Stange erntete er nicht nur ungläubiges Staunen, sondern jede Menge verdienten Applaus vom begeisterten Publikum. Lacasse könnte durchaus einer der „Traumtypen“ sein, die die NTB-Macher für das Feuerwerk der Turnkunst bei der Tournee 2011 versprechen.

Produktionsleiter Wolfram Wehr-Reinhold hatte zwar nach der Premiere einige Verbesserungsvorschläge für die nächsten Shows, „aber meistens nur Kleinigkeiten, die die Zuschauer gar nicht unbedingt bemerkt haben“. Beim Blick auf die Uhr war sich NTB-Pressesprecher Michael Bauer sicher: „Am Ende der Tournee werden wir 15 bis 20 Minuten schneller sein. Dann läuft alles noch schneller und professioneller. Das ist immer so.“

Katrin Lienig

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