Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Sommerwetter und WM-Medaillen für alle GPCer

Kanupolo Sommerwetter und WM-Medaillen für alle GPCer

Wenn die Kanupolo-Spieler des Göttinger Paddler Clubs (GPC) zu Meisterschaften – egal ob national oder international – aufbrechen, bringen sie meistens auch vordere Platzierungen mit. Das ist auch bei der Weltmeisterschaft in Mailand nicht anders gewesen.

Voriger Artikel
Personelle Probleme gut in den Griff bekommen
Nächster Artikel
Mastersweltmeisterin Janitzki bleibt in Erfolgsspur

Weltmeisterlicher Jubel: Lukas Richter holt sich mit dem U-21-Team den Titel.

Quelle: Köberle

Sieben Göttinger Spielerinnen und Spieler gehörten zur deutschen Delegation, ein Titel und drei Vize-Meisterschaften brachten sie aus Italien mit zurück (Tageblatt berichtete).

Zum letzten Mal hat Lukas Richter im Boot der U-21-Nationalmannschaft gesessen und sich mit dem Gewinn des WM-Titels nachdrücklich für neue Aufgaben im Herrenteam empfohlen. Als Gruppenerster war die Mannschaft in die Zwischenrunde gegangen, in der die Spiele gegen Spanien, den Iran und England allesamt gewonnen wurden. Erst in der Verlängerung entschieden die Deutschen per Golden Goal das Halbfinale gegen Gastgeber Italien mit 2:1. Bei Richters zweiter WM-Teilnahme nach Edmonton 2008 wartete Topfavorit Frankreich im Finale. Aber auch die Mannschaft, die im Saisonverlauf alles gewonnen hatte, wurde von den Deutschen mit 2:1 besiegt. Lange jubeln durfte das Nachwuchsteam des Deutschen Kanuverbandes (DKV) allerdings nicht. Der Siegerpokal musste gut festgehalten werden, weil er für die Herren ebenfalls benötigt wurde: „Deren Pokal war runtergefallen und kaputt“, erzählte der Dransfelder Richter. Seit 2008 gehört der 21-Jährige zum Nationalteam der U 21, bereits seit 2002 spielt der Sport- und Geographie-Student Kanupolo. Sein Ziel ist ein Stammplatz im Herrenteam, mit dem der GPCer Bastian Prekel WM-Zweiter wurde. „Im Kader bin ich als U-21-Spieler auf jeden Fall.“ Ob es für den Sprung in die Stammformation reicht, wird sich zeigen. Die Trainingsbedingungen sind für ihn und alle anderen GPCer in der Wintersaison eher ungünstig, steht die Schwimmhalle am Uni-Sportzentrum doch voraussichtlich bis in den März hinein nicht zur Verfügung. „Wenn der Kiessee nicht zufriert, können wir dort wenigstens noch bis in den November hinein geradeaus fahren“, blickt Richter auf die kalten Wintermonate.
Noch überwiegen bei ihm und auch bei Magdalena Stratmann (U 21 weiblich) und Tonie Lenz (Damen) aber die Erinnerungen an die Erfolge und die sommerlichen Temperaturen in Norditalien. Für Stratmann, 17-jährige Abiturientin des Max-Planck-Gymnasiums, und ihre GPC-Kollegin Jennifer Niß waren die Weltmeisterschaften die ersten großen Wettkämpfe auf internationaler Bühne. Nach dem Sieg in der Vorrundengruppe hatte sich der deutsche Nachwuchs im Semifinale 2:0 gegen Polen durchgesetzt. Auch hier warteten im Endspiel die Französinnen. Sie hatten im Gruppenspiel noch eine empfindliche 0:4-Niederlage gegen Deutschland einstecken müssen, waren in der entscheidenden Partie dann aber das stärkere Team und gewannen mit 2:1. „Wir hatten in der Saison vorher alles gewonnen“, berichtete Stratmann, deren sportliches Ziel ist: „Irgendwann mal Weltmeisterin werden.“ Bis dahin wird sie weiter trainieren, vielleicht auch in Dänemark und Frankreich. Dorthin soll es für sie als Au-Pair nach dem Abitur gehen. „Da kann man nämlich auch Kanupolo spielen.“

Für Tonie Lenz war ihre dritte WM nach Amsterdam, wo sie Weltmeisterin wurde, und Edmonton die schönste. „Weil einfach das Wetter so schön war und der Teamgeist gestimmt hat.“ Damit meinte sie nicht nur die Stimmung innerhalb der Damenmannschaft (zu der auch Margret Neher und Ina Bauer zählten), sondern spielte auch auf die in der Vergangenheit nicht immer unproblematischen Beziehungen zum Herrenteam an. Nach dem Gruppensieg in der Vorrunde und einem 4:3-Erfolg gegen Neuseeland im Halbfinale mussten sich die Deutschen mal wieder den starken Engländerinnen geschlagen geben. Dass es am Ende der Vizetitel werden könnte, hatten Lenz und ihre Mannschaftskameradinnen vorher nicht unbedingt auf der Rechnung gehabt. „Wir hatten in der Saison nicht wirklich gut gespielt, sind eigentlich nie so weit gekommen, um überhaupt mal auf England zu treffen“, berichtet die 22-jährige Tageblatt-Volontärin, die schon Europameisterin und World-Games-Gewinnerin gewesen ist.

Wie alle anderen, war Lenz auch bei diesen Weltmeisterschaften „Selbstzahler“. Der DKV zahle einen kleinen Zuschuss, Anreise (16 Stunden Fahrt mit zehn Booten auf dem Auto), Hotel und Verpflegung bestreiten die Spieler weitestgehend selbst. „Allein die Vorstellung mit Null rauszugehen, wäre gut“, sagte Lenz. Weil die WM in Italien aber „so ein bisschen wie Urlaub gewesen ist, wurde auch das Selbstzahlen erträglicher“. Anders als bei anderen Meisterschaften, bei denen der Kanupolo-Sport ein mediales Schattendasein führt, gab es in Italien sogar Fernseh-Live-Übertragungen. Dafür wurde dann auch schon einmal kurzfristig der Spielplan verändert.

Von Verhältnissen, wie sie die Vertretungen des Iran haben, können die Deutschen nur träumen. Dort stehen 130000 Euro für diesen Sport zur Verfügung, ein Sieg gegen die deutsche Mannschaft hätte dem iranischen Team 5000 Euro gebracht. Wie bescheiden wirtschaften da doch Lenz, Stratmann, Richter und Co.: Ihre Trikots wurden bei H+M gekauft und selbst gestaltet. Davon mussten sie einige dabei haben, denn ein Kanupolospieler ist nicht nur (Tor-)Jäger, sondern auch Sammler. Trikottausch gehört zu den Meisterschaften unbedingt dazu.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
14.12.2017 - 16:12 Uhr

Paukenschlag beim TSV Holtensen: Topstürmer Kevin Taubert wechselt in der Winterpause zum Fußball-Landesklassisten SV Grün-Weiß Siemerode ins thüringische Eichsfeld. Das bestätigte TSV-Trainer Manuel Dölle auf Anfrage. Als Grund für den Wechsel nannte er die Liebe.

mehr
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen