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Regional Sozial Benachteiligte scheuen Freiwilligendienste
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10:31 08.06.2012
Engagieren sich für sozial Benachteiligte: Teilnehmer der Abschlussveranstaltung zu den FSJ-Projekten. Quelle: Pförtner
Göttingen

Beide wenden sich besonders an diese unterrepräsentierte Gruppe wendet. Alles in allem, so das Resümee bei der Abschlussveranstaltung im ASC-Clubhaus, sind die Ergebnisse recht ernüchternd.

Obwohl das „FSJ ein unglaublich erfolgreiches Projekt ist und eine extrem hohe Weiterempfehlungsrate hat“, so Dr. Arne Göring, kommt es bei dieser Gruppe nicht an. Der Sportwissenschaftler ist stellvertretender Leiter des Hochschulsports der Georg-August-Universität, die das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Mit dem landesweiten Projekt „FSJ sozial“ wurde gezielt versucht, die Integration von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Sport und in die Freiwilligendienste im Sport zu forcieren. Außerdem wurde versucht, die Rahmenbedingungen für ein ehrenamtliches Engagement im Sport zu schaffen.

Viele Kinder in Sportvereine vermittelt

Als positiv empfand „FSJ sozial“-Projektleiter Bastian Zitscher, dass viele junge Menschen zwei Jahre lang tagtäglich mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen gearbeitet haben, ihnen direkt vor Ort, in Hauptschulen oder Jugendzentren, Sportarten vorgestellt und auf den organisierten Sport und die Freiwilligendienste im Sport hingewiesen haben. „Viele Kinder und Jugendliche wurden in Sportvereine vermittelt. Leider sind jedoch viele dieser Tandempartner wieder abgesprungen. Die angestrebte langfristige Betreuung und Unterstützung einzelner Personen durch die Sozial-FSJler war also nur selten umsetzbar, da die Motivation der Zielgruppe in den meisten Fällen leider so schnell abnahm, wie sie anfangs aufkam“, räumte Zitscher ein.

Zwar sei das Ziel, dass jeder der zehn Sozial-FSJler ein bis drei Tandems bildet, deutlich verfehlt worden. Doch das Engagement des 30-Jährigen ist ungebrochen: „Diese vielen positiven, aber auch negativen Erkenntnisse und Ergebnisse werde ich nun in das entstehende Profil mit integrativem Schwerpunkt innerhalb der Freiwilligendienste im Sport mit einfließen lassen.“

Norbert Engelhardt vom Landessportbund lobte die Projekte und forderte die Projektteilnehmer auf, sich weiter zu engagieren: „Das hätten wir in dieser Dynamik in Hannover wohl nicht hingekriegt. Freiwilligendienste sind aufgrund der demografischen Entwicklung existenziell wichtig. Der LSB hat die Möglichkeit, nachhaltige Projekte zu fördern, das haben wir bereits bei 365 Initiativen gemacht.“ 

Fünf statt 30 Teilnehmer

Als Vorgänger des „FSJ sozial“ diente das „FSJ Tandem“. Das von 2008 bis 2010 auf die Region Göttingen beschränkte integrative Projekt ist innerhalb der Freiwilligendienste im Sport durchgeführt worden. Hier gab es dieselben Probleme. „Am Anfang war die Begeisterung groß, wir hätten 50 Tandems bilden können. Letztlich haben dann aber nur fünf Teilnehmer ein FSJ absolviert. Geplant waren 30“, resümierte Projektleiter Ole Frölich.

Wie weitreichend die FSJ-Projekte sind, unterstrich die Anwesenheit von Lutz Knopek, den ASC-Vorsitzender Jörg Schnitzerling in seiner Begrüßung besonders hervor hob. Der FDP-Politiker ist Mitglied des Sportausschusses im Deutschen Bundestag und unterstütze „die Anliegen der Region Göttingen vorbildlich“, betonte Schnitzerling.

Frank Meinertshagen, Geschäftsleitung Freiwilligendienste im ASC 46, berichtete in seinem Kurzvortrag, dass der ASC seit 2004 in Kooperation mit dem Landessportbund und der Sportjugend Niedersachsen als Träger für die Freiwilligendienste im Sport in ganz Niedersachsen zuständig ist. Dabei betonte er die extrem gute Entwicklung der Freiwilligendienste. „2002 gab es zwölf Teilnehmer. Einen extremen Anstieg gab es von 2010/11 mit 356 auf 520 FSJler in 2011/12“, so Meinertshagen.

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