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Sportfunktionäre registrieren „gewisse Lähmung“

Ganztagsprojekte Sportfunktionäre registrieren „gewisse Lähmung“

Kinderturnen, Fußballtraining, Ballettstunden oder Basketball-Übungseinheiten – viele Schüler haben „ihren“ Sport bislang nachmittags fest eingeplant im Terminkalender. Mit der Schaffung von immer mehr Ganztagsschulen in Stadt und Landkreis ist nicht nur die Freizeitplanung der Nachwuchssportler durcheinander geraten, auch die Vereine müssen ihre Situation überdenken, sich neu orientieren.

„Völliges Neuland“ sei der Bereich Schule und Verein für viele Clubs, in der Szene sei „eine gewisse Lähmung“ zu verspüren, sind sich Michael Heil (Kreissportbund), Ines Graeber und Klaus Brüggemeyer (beide Stadtsportbund) bei einem gemeinsamen Gespräch einig. „Viele Vorstände haben Sorge, dass schwierige Zeiten auf sie zukommen können“, berichtet KSB-Geschäftsführer Heil. Man dürfe es sich bei dieser Problematik nicht zu leicht machen und nur an die Schulstandorte denken. Informationsveranstaltungen beider Sportbünde mit großer Resonanz seitens der Vereine hat es schon gegeben, eine Mitte Juni geschaffene Koordinierungsstelle ist das Ergebnis dieser Zusammenkünfte.

Gemeinsame Sache

Da viele Kinder aus dem Landkreis in Göttingen zur Schule gehen, ist es notwendig, dass die beiden Sportbünde gemeinsame Sache machen, um die Position der Vereine zu stärken. Bislang war die Kooperation von Schule und Verein häufig von Zufällen geprägt. Für Heil ist klar: „Schulen nehmen sich, was sie kriegen können. Es muss nicht unbedingt Sport sein. Es geht aber auch Häkeln oder Stricken.“ Damit der Sport aber in der Betreuungszeit einen festen Platz erhält und die Vereine dabei nicht auf der Strecke bleiben, müsse eine Zusammenarbeit gefördert werden. Allerdings sind viele kleine Vereine nicht in der Lage, Übungsleiter in den frühen Nachmittagsstunden zu stellen, weil die meistens zu dieser Zeit noch arbeiten. Großvereine mit hauptamtlichen Übungsleitern und Trainern seien im Vorteil, gibt Brüggemeyer zu bedenken.

Die Vereine müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Probleme entstehen durch verminderte Nutzungsmöglichkeiten der Sportanlagen, weniger Sportfreizeit und -motivation seitens der Kinder und Jugendlichen. Die Vertreter der Sportbünde haben bei all ihren Bemühungen vor allem den Nutzen für die Vereinsstruktur im Blick. „Die Schulen sitzen am längeren Hebel, können meist auch mehr zahlen als die Vereine.“

Kein Ersatz für Vereinssport

„Eltern haben oft den Gedanken, dass die Schulangebote den Vereinssport ersetzen. Das soll so natürlich nicht sein“, sagt Graeber, die als Lehrerin am Felix-Klein-Gymnasium und SSB-Funktionärin beide Seiten dieses Porblemfeldes kennt. Sie hofft darauf, dass, wie bei den schon bestehenden „Stadtleisten“ für einzelne weniger gefragte Fächer, auch schulübergreifende Sportangebote am Nachmittag geschaffen werden können.

Nur wenige Sportarten – und damit auch die entsprechenden Vereine – sind in der glücklichen Lage, dass die Schüler zu ihnen kommen müssen. Reiten und Tennis sind solche Angebote, die ohne entsprechende Klubs und deren Ausstattung nicht gemacht werden können. Für viele andere Sportarten bleibt die Hoffnung, dass die Faszination dafür die Kinder und Jugendlichen schließlich doch in den Verein lockt.

Von Kathrin Lienig

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