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Regional Sportlicher Opa, flinke Kinder
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16:49 08.05.2017
BUBU fotohinweis Quelle: Helge Schneemann
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Duderstadt

Berthold Otto können witterungsbedingte Widrigkeiten schon lange nicht mehr aus der Fassung bringen. Otto als Sportabzeichen-Urgestein zu bezeichnen, wäre schon fast untertrieben. In diesem Jahr wird der 79-Jährige zum 50.Mal das Abzeichen erhalten. „Wer einmal angefangen hat, bleibt eben dabei“, erklärt der Westeröder. „Und noch funktioniert es ja.“ Und das sehr gut. Vor allem das Laufen lag und liegt ihm. „Als ich zum ersten Mal das Sportabzeichen gemacht habe, war ich über 100 Meter schneller als ein Freund von mir, der mich überredet hat, mitzumachen. Der war dann so sauer, dass er mich nicht mit zurück nehmen wollte“, erinnert sich Otto.

Ein paar Meter weiter schleudert Eckhardt Heinz gerade den Medizinball. 9,25 Meter weit muss der 68-Jährige das zwei Kilogramm schwere Gerät werfen. Klappt nicht ganz, 25 Zentimeter fehlen, wie Prüfer Dirk Wusowski, der als Dartspieler ein scharfes Auge besitzt, feststellt. „Ich muss warten bis mein rechter Arm wieder okay ist, den habe ich mir geprellt. Deshalb musste ich heute mit links werfen“, erklärt Heinz. Zum Glück ist nur der Arm in Mitleidenschaft gezogen. „Ich habe schon einen gesehen, der hat sich den Schleuderball selber an den Kopf gekloppt“, versichert Prüfer und Schiedsrichter Dieter Sohn.

Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes. Es wird für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. Je nach erbrachter Leistung wird das Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold verliehen. Die geforderten Maßstäbe sind nach Alter, Geschlecht sowie Leistungsklassen gestaffelt. Das Deutsche Sportabzeichen basiert auf einem sportwissenschaftlich abgesicherten Leistungskatalog im Turnen, Schwimmen, in der Leichtathletik und im Radfahren. Der Nachweis der Schwimmfertigkeit ist verpflichtend. Durch das Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland sollen möglichst viele Menschen zum Sporttreiben animiert werden. Das Abzeichen zielt deshalb nicht auf Höchstleistungen, sondern auf die persönliche Leistung ab. cro

Heinz ´ Enkel Leon hat ganz genau hingeschaut. Der Zehnjährige joggt oft gemeinsam mit seinem Opa. „Bald bin ich schneller als er“, versichert der Bayern München-Fan. Könnte aber noch ein Weilchen dauern, glaubt Duderstadts Sportabzeichen-Obmann Hartmut Hublitz: „Das ist der sportlichste Opa, den ich kenne.“

Eine sportliche Familie sind definitiv die Dörings. Vater Wolfram, Mutter Julia und Tochter Amelie haben schon viermal das Familiensportabzeichen erworben. „Wir kommen immer wieder gerne, denn hier trifft man viele Freunde. Und sonst hat man ja nicht mehr so viele Möglichkeiten, Leichtathletik zu betreiben“, erklärt die Mutter.

Speziell um Kinder an den Sport heranzuführen, sei das Abzeichen „eine tolle Sache“, betont Carsten Basdorf von der Sparkasse Duderstadt. Die Sparkasse fördert das Sportabzeichen in Niedersachsen, auch Basdorf, der vom Kanusport kommt, macht mit, „selbstverständlich“.

Rund 120 Sportabzeichen werden jährlich in Duderstadt abgelegt, 100 von „Wiederholungstätern“, wie Obmann Hublitz erklärt. Die Schwimmprüfung ist obligatorisch. Das ist für viele Kinder heutzutage ein unverschuldetes Problem, weiß Hublitz: „Schwimmen kann in den Grundschule ja oft gar nicht mehr durchgeführt werden, weil kein eigenes Hallenbad zur Verfügung steht.“

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