Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Staffelgrößen im Jugendfußball schrumpfen rapide

Nachwuchsprobleme Staffelgrößen im Jugendfußball schrumpfen rapide

Vorbildliche Vereinsarbeit, faire Fußballer, tolle Turnierspieltage: Als rundum positiv bewerten Kreisjugendobmann (KJO) Dieter Seliger und Feldspielleiter Hartmut Kachel die Hinrunde der Saison 2010/11. Dennoch blicken die Verantwortlichen der Zukunft des Jugendfußballs mit Skepsis entgegen, sehen das Ehrenamt in Gefahr und sind sicher, dass der demografische Wandel auch den Kreis Göttingen nicht unberührt lassen wird.

Voriger Artikel
Lars Donath und Antje Müller mit Bestzeiten
Nächster Artikel
DJK Desingerode liegt in nahezu jeder Statistik vorn

Attraktive Alternative: Turnierspieltage haben sich beim jüngsten Nachwuchs bewährt.

Quelle: SPF

„Irgendwann werden wir in der A-Jugend Turnierspieltage mit Fünfer-Mannschaften austragen“, kommentiert Seliger überspitzt eine aktuelle Statistik, nach der im Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) vier Prozent weniger Mannschaften gemeldet wurden als im Vorjahr. Eine ähnliche Tendenz befürchtet Hartmut Kachel, der seit 2000 Feldspielleiter im Kreis Göttingen ist: „Spieler und Mannschaften werden weniger, die Fahrtstrecken länger. Deshalb wird es die Zwölfer-Staffeln in der Kreisliga bald nicht mehr geben.“

Um den Spielbetrieb langfristig zu sichern, empfehlen die beiden neben geringeren Mannschaftsgrößen die Zusammenlegung von Jahrgängen und Landkreisen: So wurden erst kürzlich Kooperationsgespräche zwischen den Kreisen Osterode und Göttingen geführt. Die Fusion, die bei den Mädchen mit der Region Süd bereits realisiert worden ist, wird es womöglich bald auch für A- und B-Junioren geben: „Wir hatten gute Gespräche, die intensiver waren als erwartet“, sagt Seliger zu den Fusionsplänen, die vom NFV initiiert worden sind. „Wir kaufen Osterode keineswegs auf, sondern wollen gemeinsam arbeiten“, stellt der Kreisjugendobmann klar, während Kachel für den Spielbetrieb bereits konkrete Vorstellungen hat: „Wir könnten eine Ost-, Mittel- und Weststaffel einrichten und dann in Endspielen den Kreismeister ermitteln.“

Optimal aufgegangen sei das Konzept der Turnierspieltage für G-Junioren. „Das sind Familienfeste“, schwärmt Seliger. Dass bei den Jüngsten trotz der demografischen Entwicklung im Winter zehn Teams nachgemeldet wurden, was einem Anstieg von 40 Prozent entspricht, schreibt Kachel der Tatsache zu, dass die Region Süd für Familien äußerst attraktiv sei.

Die Entwicklung des Mädchenfußballs beobachtet Kachel, im Bezirk Mädchenreferent, mit gemischten Gefühlen: Zwar lobt er die intensive und vorbildliche Vereinsarbeit, wünscht sich aber vor allem in punkto Spielgenehmigungen durch mehr Konsequenz eine Annäherung an den Jungenfußball: „Bei den Mädchen ist alles möglich. Da gibt es die Ausnahme und dann die Ausnahme von der Ausnahme“, kritisiert er. Eine gute C-Juniorin könne, beginnt Kachel ein Absurdum durchzuspielen, in ihrem Stammverein bei den C-und B-Mädchen spielen und auch bei den C-Jungen eingesetzt werden. Zudem könne sie mit einem Zweitspielrecht für einen anderen Verein in der C- und B-Jugend auflaufen. „Dadurch werden gute Spielerinnen verheizt“, befürchtet Kachel – und fordert: „Man muss als Verein den Mut haben, auch mal auf eine Altersklasse zu verzichten.“

Anlass zur Freude biete die Entwicklung des Fairplay: „Der Grundstein zum fairen Verhalten muss in der Jugend gelegt werden“, sagt Seliger, der mit den „Umgangstönen im Verein“ mehr als zufrieden ist. Geplant sei, dass sich in Zukunft alle Spieler – wie bei Nationalspielen – vor dem Anpfiff die Hand geben. Fairplay hautnah erlebten Zuschauer kürzlich bei einem Hallenturnier der G-Jugend: Weil ein Team nur drei Feldspieler aufbieten konnte, beschlossen die Gegner spontan, ebenfalls nur zu dritt anzutreten.

Solch große Freude diese Szene bei Kachel und Seliger auch ausgelöst hat, so große Kopfschmerzen bereitet ihnen die Grübelei über die Zukunft des Ehrenamts: „Leider müssen junge Erwachsene heutzutage immer öfter mobil sein. Sie leben nicht mehr an ihrem Ort, sondern wohnen nur noch dort“, verdeutlicht Seliger und wirft eine Frage in den Raum, die zumindest in diesem Gespräch keine Beantwortung findet: Was sollte die jungen Erwachsenen dazu anspornen, ehrenamtlich tätig zu werden?

Von Timo Holloway

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
23.11.2017 - 20:57 Uhr

Rotenberg trifft auf Bilshausen, Seulingen empfängt Bergdörfer

mehr
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen