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Regional TV Großwallstadt mit Ex-Nationaltorhüter Hofmann in Göttingen
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11:51 05.04.2018
Torwart Manfred Hofmann (Großwallstadt) als Siebenmeterkiller. Quelle: imago
Göttingen

Was der 72-jährige Jupp Heynckes im Fußball, das ist der 70jährige ehemalige Weltklasse-Torhüter Manfred Hofmann im Handball: Beides Sportlegenden, die heute immer noch als rüstige Rentner für Schlagzeilen sorgen – beide als Trainer. Heynckes in München, Hofmann in Großwallstadt.

Jetzt kommt Hofmann als „der Heynckes des Handballs“ nach Göttingen, spielt mit dem (designierten) Drittligameister und Zweitliga-Aufsteiger am Sonntag, 15. April, um 17 Uhr gegen den Northeimer HC in der Sparkassen-Arena. Doch seit Mitte September 2017 steht er wieder in der Halle – bei seinem Herzensverein in Großwallstadt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg am Main. Als der viermalige Deutsche Meister und zweimalige Europapokalsieger aus Großwallstadt, inzwischen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nach einer Insolvenz in die 3. Liga abgestürzt, auch in der Drittklassigkeit seine Ziele aus den Augen zu verlieren schien, ließ sich Manfred Hofmann breitschlagen und folgte nach dem vierten Spieltag dem zuvor entlassenen Heiko Karrer. Und dann ging es steil bergauf: „Die Leute waren über Jahre hinweg entwöhnt. Jetzt tut sich wieder etwas bei uns. Da ist das Interesse peu à peu geweckt worden“, sagt Hofmann im Gespräch mit dem Tageblatt. Nach Göttingen, der Spielort gegen Northeim, habe er selbst keine Kontakte, lediglich seine Lebensgefährtin, die Bekannte in Dransfeld hat.

Hofmann schreibt gegen die DDR-Auswahl Geschichte

Über die Sekunde, die ihn berühmt machte, spricht Manfred Hofmann 42 Jahre danach kaum noch. Mit einem in letzter Sekunde gehaltenen Siebenmeter gegen die DDR hat der Torhüter 1976 deutsche Handball-Geschichte geschrieben. Dessen sportliche Großtat vom 6. März 1976 kennen seine jungen Schützlinge zumindest aus Büchern und Erzählungen. Denn sie ist fester Bestandteil der deutschen Handball-Geschichte. In dieser letzten Sekunde des Olympia-Qualifikationsspiels zwischen dem DDR-Team und der BRD-Auswahl in Karl-Marx-Stadt avancierte Hofmann mit einem parierten Siebenmeter zum umjubelten Helden und Wegbereiter des bundesdeutschen Handball-Märchens, das zwei Jahre später mit dem WM-Titel gekrönt wurde.

Und das ist eigentlich nur noch aus den Annalen zu entnehmen: „Wir waren damals klare Amateure, die tagsüber arbeiten gegangen sind oder studiert haben. Ich war im Angestelltenverhältnis und musste bei meinem Arbeitgeber bitten und betteln, dass ich für die Lehrgänge, Vorbereitungen und Turniere freigestellt wurde“, so Hofmann: „Ohne die Zuwendungen der damaligen Sporthilfe wäre es unmöglich gewesen, drei, vier oder gar sieben Wochen am Stück von der Arbeitsstelle weg zu bleiben. Und dann mussten wir unsere Frauen ja auch noch um Erlaubnis fragen, denn auch ohne diese Unterstützung hätten wir diese Vorbereitungen über mehrere Wochen weg von zu Hause nicht machen können.“

Es zählt nur ein Sieg gegen den Northeimer HC

Eigentlich zählt für den 70-jährigen Hofmann nur noch das Jetzt und Heute. „Wir fahren nach Göttingen, um gegen den Northeimer HC zu gewinnen“, bleibt der ehemalige Weltklasse-Keeper auf dem Boden der Tatsachen: „Für mich ist die Saison eine große Herausforderung.“ Es geht schließlich wieder um einen Titel, der mit dem Aufstieg in die 2. Liga gekrönt wird. „Dass wir Tabellenführer sind, ist nicht mein Verdienst. Dafür muss man die Mannschaft loben.“ Ob Hofmann auch in der kommenden Saison „seinen“ TV Großwallstadt trainiert, ist sein großes Geheimnis: „Erst muss die Mission Meisterschaft und Aufstieg erfüllt sein, dann können wir über den nächsten Schritt reden.“

Tickets in den Tageblatt-Geschäftsstellen Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9.

Von Ferdinand Jacksch

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