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Regional Team Göttingen reißt Zuschauer von den Sitzen
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00:16 29.11.2012
Spektakulär in Angriff und Block: Göttingens Michael Wollring (r.) gegen die Braunschweiger Roman Rolfes und Philipp Maass (v.l.). Quelle: Pförtner
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Göttingen

Braunschweigs Trainer Frank Rogalski – in Göttingen bekannt aus seiner Zeit als Weender Coach – hatte seine junge Mannschaft auf den Punkt motiviert aufs Feld geschickt. Angeführt von Juniorennationalspieler Daniel Dörfler auf der Diagonalposition, demontierte der USC die Göttinger Annahme mit aggressiven Aufschlägen. Viel zu spät fand das Team von Trainer Matthias Polkähn in den ersten Satz.

Nach 3:11-Rückstand gelang nur noch Schadensbegrenzung. Ab Durchgang zwei brannten beide Mannschaften ein Offensiv-Feuerwerk ab, das die Zuschauer streckenweise von den Sitzen riss. Während Braunschweig über die Mitte und immer wieder über Dörfler auf Diagonal punktete, verteilte Göttingens Zuspieler Stephan Teumer die Bälle variabler und machte dem gegnerischen Block das Leben dadurch schwer.

Lennart Köhler ließ es zum 4:2 krachen, Michael Wollring war mehrmals spektakulär in Angriff und Block erfolgreich. Doch in der entscheidenden Phase waren die Gäste cleverer, zeigten beim 25:22 mit gelegten Bällen wie harten Angriffen die Lücken in der Göttinger Defensive auf. Doch nach dem 0:2 zeigte das Heimteam kaum für möglich gehaltene Comeback-Qualitäten.

Polkähns Wechsel – Fabian Gillmann für Sebastian Jepsen und Fabian Gessat für Julian Hoffmann – griffen. Tobias Harms gab mit sensationeller Verteidigung zum 10:7 das Signal zur Wende, Gillmann düpierte über Außen die gegnerischen Blockreihen.

Schrecksekunde dann beim 18:9, als Mittelblocker Lennart Köhler umknickte und gegen Hoffmann ausgewechselt werden musste. Doch der Göttinger Siegeszug war nicht mehr zu bremsen. Von der Stimmung in der Halle getragen, schaffte die VSG mit 25:19 den 1:2-Anschluss. Im vierten Satz schien das Match  endgültig zugunsten des Heimteams zu kippen.

Die Nerven lagen beim ratlos wirkenden USC blank. Die Hausherren hingegen hatten nun richtig Spaß am Spiel. Den spektakulärsten Ball verwandelte Hoffmann, nachdem Zuspieler Teumer einen Angriff angetäuscht hatte, so Braunschweigs Blocker auf sich zog und verlud. Mit 25:10 ging der einseitige Satz an Polkähns Spieler.

Der Tie-break war dann ein Spiegel der vorherigen Partie. Die Braunschweiger erinnerten sich an ihre Stärken, führten schnell mit 7:2 und 12:7. Aber wieder bewies die VSG Comeback-Qualitäten. Sie wehrte sechs Matchbälle ab und holte sich mit 24:22 den Matchball zum 3:2. Dem USC war kurz vor der Ziellinie die Luft ausgegangen, die Göttinger hatten die besseren Nerven bewiesen.

Zur Belohnung gab es stehende Ovationen vom Publikum, als die Spieler im Hechtbagger auf die Tribüne zurutschten. „Eine 12:7-Führung im Tiebreak muss ein Team unserer Klasse nach Hause bringen“, ärgerte sich USC-Coach Rogalski. „Das war nach schlechtem Beginn von uns danach fantastische Werbung für den Volleyball von beiden Teams. Sensationell ist unsere mentale Stärke. Meine Mannschaft hat nie aufgesteckt, immer an sich geglaubt und hat sich dafür belohnt“, freute sich VSG-Kollege Polkähn.

pk

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