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„Eine Lebensentscheidung“

Julia Marzoll „Eine Lebensentscheidung“

Julia Marzoll hat das Projekt „Profitennis“ erst einmal auf Eis gelegt. Die Rittmarshäuserin ist mit Beginn der Sommerferien aus dem Internat der Tennis Base des Niedersächsischen Tennisverbandes ausgezogen, sie wird ihr Trainingspensum in den kommenden zwei Jahren zurückschrauben und sich auf die Schule konzentrieren.

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Der Fokus von Julia Marzoll liegt in den kommenden beiden Jahren eindeutig mehr auf Schule als auf Tennis.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Nach dem zweiten Platz bei der Schultennis-WM in Brasilien, wo sie durchweg positive Ergebnisse geliefert hatte, ist die 16-Jährige mit gesundheitlichen Problemen aus Südamerika zurückgekehrt. Sie hatte mit einer Magen-Darm-Erkrankung zu kämpfen, deren Ursache bis heute nicht feststeht. Auch ein Krankenhaus-Aufenthalt und Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten brachten keinen endgültiges Befund. „Vor kurzem haben wir gehört, dass eine der Mitspielerinnen anschließend mit Salmonellen zu tun hatte. Vielleicht war es auch das“, sagt Mutter Cornelia Marzoll. Die längere Trainingspause habe auch Zeit gegeben, die sportliche Entwicklung und den Trainingsalltag an der Tennis Base im Kreis der Familie zu reflektieren. Herausgekommen ist, dass das Abitur in zwei Jahren Priorität haben soll.

„Ich habe gesehen, dass einige Mitspielerinnen die Schule nach der zehnten Klasse beendet und sich komplett aufs Tennis konzentriert haben, sich dabei aber auch nicht die gewünschten Erfolge eingestellt haben“, erzählt Julia Marzoll. Vater Dieter Marzoll ergänzt: „Uns ist auch angeraten worden, diesen Weg zu gehen.“ Ihre Mutter nennt diesen nun vollzogenen Schritt „eine Lebensentscheidung“. Ihre Tochter sei 17 Jahre jung, wenn sie mit der Schule fertig werde, „dann hat sie alle Zeit, sich noch einmal komplett auf Tennis zu konzentrieren und durch die Welt zu ziehen“.

Lebensmittelpunkt Hemmingen

Zurückkehren an ihre „alte“ Schule, das Göttinger Felix-Klein-Gymnasium, wird Julia Marzoll nicht. Sie hat an der Kooperativen Gesamtschule Hemmingen nicht nur sportliche Erfolge gehabt, sondern auch viele Freunde gefunden. Deshalb wird sie dort auch ihr Abitur machen. Gerade einmal zwei Minuten Fußweg von der Schule entfernt hat die Familie eine kleine Wohnung gemietet, die in den kommenden Tagen eingerichtet wird. Ihr Vater, der in dieser Woche seine letzten Arbeitstage hat, wird dort dann mit seiner Tochter die Woche über wohnen und sie betreuen.

Noch bis zum Jahresende wird Julia Marzoll an der Tennis Base trainieren, so lange läuft ihr Vertrag dort noch. Allerdings nur in reduziertem Umfang, maximal viermal pro Woche. „Was danach trainingsmäßig kommt, werden wir in aller Ruhe entscheiden“, sagt Dieter Marzoll. „In jedem Fall kommt jetzt erst einmal die Schule, und Tennis steht erst an zweiter Stelle.“ Seine Tochter habe zuletzt gemerkt, dass sie nach einem Schultag bis 15.30 Uhr längst nicht so effizient trainieren könne wie andere Spielerinnen der Tennis Base, die die Schule komplett abgebrochen oder ihr Engagement hierfür deutlich reduziert haben.

Turniere wird sich Julia Marzoll - zurzeit auf Position 107 der deutschen Rangliste geführt - in Zukunft danach aussuchen, wie sie in den Stundenplan der Linkshänderin passen. Dann wird das Wohnmobil bestückt und durch die Lande gezogen, denn Spaß hat die Linkshänderin, die zweimal deutsche Meisterin in der Altersklasse U12 (Halle) und U13 (Freiluft) wurde, nach wie vor an ihrem Sport.

Selbstständig und selbstbewusst

Nach zwei Jahren im Internat der Tennis Base zieht die 16-Jährige, die bei Alec Ungureanu beim TC Blau-Weiß Duderstadt das Tennisspielen gelernt hat, für sich selbst eine positive Bilanz. „Ich bin viel selbstständiger geworden, bin inzwischen sehr eigenständig und habe mich auch menschlich weiterentwickelt“, erzählt sie selbstbewusst. Schließlich habe sie im Internat auch Pflichten in der Küche gehabt und musste ihre Wäsche selbst waschen. „Ich komme ganz gut alleine klar, bin aber auch froh, in Zukunft meine Familie mehr um mich zu haben.“ Das unterscheidet sie erheblich von Gleichaltrigen. „Jeder anderen Jugendlichen in diesem Alter wäre es wahrscheinlich umgekehrt lieber“, vermutet ihre Mutter. Aber kaum ein anderes Mädchen hat auch schon mit 14 Jahren sein Elternhaus verlassen und die gewohnte private und schulische Umgebung hinter sich gelassen.

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