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Regional Tischtennis: „Zweite Bundesliga zu spielen, wäre cool“
Sportbuzzer Sportmix Regional Tischtennis: „Zweite Bundesliga zu spielen, wäre cool“
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00:18 04.04.2013
Einst für Torpedo Göttingen, nun für Schott Jena in der Oberliga aktiv: die 14-jährige Bilshäuserin Katharina Overhoff. Quelle: EF
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Bilshausen

„Eines Tages in der zweiten Bundesliga zu spielen, das wäre cool“, sagt das Nachwuchstalent, das derzeit die achte Klasse des Eichsfeld-Gymnasiums besucht.

In der vergangenen Saison ging die Rechtshänderin noch für die Damenmannschaft von Torpedo Göttingen an den Start. Doch Differenzen mit den Trainern des niedersächsischen Landeskaders ließen in Katharina und ihrem Vater Andreas den Entschluss reifen, sich Richtung Jena zu orientieren. „Ist man einmal aus den Strukturen raus, wird man nicht mehr für Turniere in Niedersachsen nominiert“, erklärt Andreas Overhoff. „Manchmal muss man dann auf diesem Niveau eben auch diesen Weg gehen, um weiter national spielen zu können.“

Bei den Deutschen Schüler-Meisterschaften erreichte Overhoff im Doppel mit ihrer Partnerin Katharina Binder (TTG Süßen) das Viertelfinale, scheiterte dort nur knapp an den späteren Siegerinnen. Im Einzel kam es in der ersten K.o.-Runde ausgerechnet zum Duell mit ihrer ehemaligen Teamgefährtin und Freundin Marie-Sophie Wiegand von Torpedo Göttingen. Die Göttingerin behielt im fünften und entscheidenden Satz knapp die Oberhand.

Um ihre tischtennisspezifischen Vorzüge wie das druckvolle, mit viel Topspin vorgetragene Angriffsspiel, noch zu verfeinern, trainiert die 14-Jährige bis zu vier Mal wöchentlich in Göttingen und Hannover, hinzu kommen Wettkämpfe am Wochenende. Früher betrieb das Tischtennis-Talent auch Ballett, doch das Spiel mit dem kleinen Zelluloid-Ball macht ihr weit mehr Spaß. Die Fahrten zum Training nutzt die Schülerin, um zu lesen und lernen. Zu Hause ruht sich der Teenager gerne aus, schläft oder geht shoppen.  Zu Duellen mit  der älteren Schwester Lisa Maria,  Oberliga-Spielerin bei Torpedo Göttingen, kommt es an der eigenen Platte im Keller eher selten. „Mädchen sind da wohl anders als Jungs“, lacht ihr Vater.

Auch wenn das Ziel „Zweite Bundesliga“ wie ein verführerischer Diamant  am Zukunftshimmel funkelt,  die Schule geht Katharina, die alle nur „Kathi“ nennen, mit dem nötigen Ernst an. „Vom Tischtennis kann man nicht leben. Damit kann man sich selbst in der zweiten Liga leider nur ein Taschengeld hinzuverdienen“, bedauert sie.  Akribisch arbeitet die 14-Jährige trotzdem an sich. Denn Tischtennis, unterstreicht Vater Andreas, ist vor allem viel Training und ständiges Üben. „Talent ist gut, aber um weit zu kommen, muss man auch unendlich fleißig sein. Man muss früh anfangen und von Anfang an unter richtiger Anleitung trainieren.“ Vorbilder wie Timo Boll oder Nicole Struse („So mal spielen zu können, wäre cool“) haben es vorgemacht.

Und so arbeitet die Bilshäuserin fleißig weiter, auch an ihren Schwächen. „Ich könnte mich noch besser bewegen und bei Bällen, die tief in die Vorhand kommen, noch schneller sein“, gibt Katharina zu. Wobei man den Begriff „Schwächen“ in diesem Fall relativieren muss. „Auf diesem Niveau geht es um Nuancen“, sagt ihr Vater. „Mich macht sie locker nass.“

Von Christian Roeben

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