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Torjägerin aus der Tiefe

Frauenfußball Torjägerin aus der Tiefe

Im ersten Spiel der neuen Saison ist Paula Lohmann ohne Tor geblieben. „Wir haben in Northeim mit 1:0 gewonnen, aber ich habe ordentlich Chancen vergeben“, sagt die Offensivkraft von Frauenfußball-Bezirksligist SVG II. Das war in der vergangenen Serie noch ganz anders.

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Sieben Treffer in einer Partie: Torjägerin Paula Lohmann.

Quelle: Soeren Kracht

Göttingen. Mit 34 Treffern sicherte sich Lohmann den Sportbuzzer-Torjägerinnen-Pokal. „Ich hätte nie gedacht, dass das so gut klappen wird“, sagt die 18-Jährige nach einem Schluck frisch gemachter Limonade. Ihre imposante Quote erzielte die IGS-Schülerin, die im kommenden Jahr ihr Abitur ablegen wird, nicht etwa als Mittelstürmerin, sondern als Spielmacherin. Diese Rolle liegt Lohmann. „Ich mag es gerne, aus der Tiefe zu kommen, auch mal aus der zweiten Reihe draufzuhauen“, erklärt die gebürtige Hannoveranerin, die über die Zwischenstation Hameln 2008 nach Göttingen gezogen ist.

Im Saisonendspurt setzte sie ihr Trainer Ufuk Döner wegen ihrer immensen Abschlussqualitäten im Sturm ein. „Ich habe mich dann aber automatisch immer etwas nach hinten fallen lassen“, erklärt Lohmann lachend.

Im offensiven Mittelfeld kann die 18-Jährige ihre Stärken schließlich noch besser zur Geltung bringen - dem SVG-Spiel Ruhe und Struktur verleiten, die Bälle nach außen verteilen und kernige Distanzschüsse losfeuern. „Wenn es ums Toreschießen geht, bin ich immer mit dabei“, erklärt sie. „Da bin ich ein Draufgänger. In der Abwehr wäre es mir zu langweilig. Toreschießen muss mit dabei sein.“

Einziger Nachteil an der Mittelfeldposition - es bleibt einem nicht erspart, auch Meter nach hinten zu machen. In der Defensive mitzuackern, sei aber nicht so ihr Ding, gibt die Torjägerin schmunzelnd zu: „Komm mit zurück“, das habe ich von meinen Mitspielerinnen schon oft gehört.“

Viel öfter allerdings konnten sich ihre Teamkolleginnen über Tore der 1,76 Meter großen Spielmacherin freuen. Die nutzt ihre Länge auch gerne, um nach Ecken per Kopf zuzuschlagen. Gegen den FC Hebenshausen gelangen der Nummer 10 der SVG II gleich sieben Treffer in einer Partie: „Die zwei Kisten, die ich dafür ausgeben muss, stehen immer noch auf meiner Liste.“

Zwei Partien verpasste die Sportbuzzer-Torjägerinnen-Pokalgewinnerin wegen eines Bänderrisses. War Lohmann jedoch fit, war sie kaum zu halten. Kein Wunder, denn der Hannover 96-Fan ist ein echtes Energiebündel. Lohmann ist nicht nur beim Fußball treffsicher, sondern auch als Rückraumschützin beim Handball. Zuletzt lief sie für die A-Juniorinnen des MTV Geismar auf. An manchen Sonnabenden standen sowohl ein Fußball- als auch ein Handballmatch an. „Manchmal habe ich erst 90 Minuten Fußball gespielt, mich dann schnell im Auto umgezogen und dann ging es weiter zum Handball. Abends war dann mit mir nicht mehr viel anzufangen.“

An ihrem Team begeistert Lohmann der Zusammenhalt. „So viele Tore kann man nicht alleine schaffen, das ist eine Mannschaftsleistung. Alle haben sich für mich mitgefreut. Ich kann mir kein besseres Team vorstellen.“ Weil das so ist, verzichtete sie auch auf den Sprung in die Oberliga. Die erste Vertretung der SVG fragte an, in der Sommerpause flatterten auch Angebote vom ESV Rot-Weiß und Sparta ins Haus. Doch für Lohmann war ein Wechsel trotz der Verlockung, zwei Ligen höher spielen zu können, kein Thema. Das hat auch etwas mit ihrer Zukunftsplanung zu tun. Nach dem Abitur würde sie gerne bei einem zwölfmonatigen Afrika-Projekt des ASC 46 mitmachen, vor Ort AG´s leiten und Sport mit einheimischen Kindern treiben, am liebsten in Südafrika: „Ich kenne viele, die schon einmal da waren, und alle waren begeistert. Aber in der Zeit davor will ich gerne weiter in dieser tollen Mannschaft spielen.“

Anschließend kann sich die Torjägerin, die als Zehnjährige beim RSV 05 mit dem Fußballspielen begann und zwei Jahre später an den Sandweg wechselte, ein Studium mit dem Schwerpunkt Sportmedizin vorstellen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Aktuell will Lohmann, die Nationalspielerin Jennifer Marozsan als Vorbild angibt, die neue Saison mit ihren SVG-Mädels genießen. „Wir unternehmen auch privat viel, gehen abends weg oder gucken zusammen Fußball, das ist toll“, erklärt Lohmann. Ob es wieder 34 Tore oder gar mehr werden? „Ich habe mir keine konkrete Marke vorgenommen. Aber cool wäre es schon.“

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