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Regional „Tour d´Afrique“: Hardy Grüne stellt Buch über Radrennen in Afrika vor
Sportbuzzer Sportmix Regional „Tour d´Afrique“: Hardy Grüne stellt Buch über Radrennen in Afrika vor
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00:18 24.02.2013
Unendliche Weiten: Bei der Tour d'Afrique sind auch Schotter- und Sandpisten zu bewältigen. Quelle: Grüne
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Göttingen

Nicht-Sportlern, deren Hintern bereits nach einer 20-Kilometer-Tour zwei Tage lang weh tut, fallen bei einem 12 000-Kilometer-Radrennen quer durch Afrika Adjektive wie „wagemutig“, „abenteuerlustig“ oder auch „total verrückt“ ein. Der Start, wen wundert das, ist beschwerlich und erfolgt nicht etwa am Ausgangspunkt der Tour in Kairo. Grüne, eingefleischter Fan des Fußball-Oberligisten RSV 05, bereitet sich in seiner Heimat auf die zu erwartenden Strapazen vor. Grundlagen müssen geschaffen werden. Vor allem die langen Etappen jenseits der 160 Kilometer bereiten dem heute 50-Jährigen Kopfzerbrechen. Einmal schafft er es bis hinter Celle, um nach 166 Kilometern todmüde ins Zelt zu fallen. Wie soll er bloß das längste Radrennen der Welt überstehen?

Hardy Grüne

Kein Hobbyfahrer, sondern „Racer“

Grüne hat sich für die Tour nicht als Hobbyfahrer angemeldet, sondern als „Racer“: Sein Anspruch als durchaus geübter Radsport-Treibender ist es, den Wettkampfcharakter des Rennens zu erleben – ein ambitioniertes Unterfangen. Denn bereits für Freizeit-Radler sind die Bedingungen hart: Bis zum Sonnenuntergang muss die Etappenstation erreicht sein, die härtesten Etappen sind als „Mandatory-Days“ Pflicht. Eine Auszeit und die Mitfahrt im Begleitfahrzeug, etwa wegen Krankheit, sind an diesen Tagen nicht erlaubt.

Schon bald rebelliert Grünes Körper, und als Magen-Darm-Kranker verliert er den begehrten EFI-Status, weil er eine Etappe als Passagier des Begleitfahrzeugs erlebt: Nur derjenige, der „every fabulous inch“, frei übersetzt jeden berühmten Millimeter, auf dem Rad zurücklegt, wahrt seinen EFI-Status. Vergiss die Tour de France: Die wahre Tour der Leiden ist das Afrika-Rennen.

Fahrrad-Abenteuer: Hardy Grüne, Sportjournalist und Buchautor aus Langenhagen, ist 12 000 Kilometer durch Afrika gefahren und hat dabei viel erlebt.

Grünes Schilderungen haben Tagebuch-Charakter, gehen aber wegen des erzählerischen Talents des Autors weit über die Chronistenpflicht hinaus. Ein Journalist erlebt das Abenteuer seines Lebens, und der Leser zittert mit ihm. Grüne spart nichts aus, seine Ehrlichkeit ist entwaffnend. Vom Tour-Fieber gepackt, drückt man ihm und seinen neuen Abenteurer-Freunden die Daumen: Dass sie es packen mögen. Irgendwann ist der Leser mittendrin im Trubel aus Etappen-Routine, Entbehrungen, großartigen Landschafts-Eindrücken und fröhlichen Kindern. Hardy Grüne ist ein Reise-Roman der höchsten Kategorie gelungen. Und gleichzeitig eine Hommage an Afrika.

Schmerzen im Hintern

Die Etappen jenseits der 160 Kilometer hat Grüne erfolgreich absolviert. Celle ist vergessen. Am Ende in Kapstadt können der Autor und seine Mitstreiter allerdings ihre Fahrräder nicht mehr sehen, das ist der Preis. Dafür hat der Leser Lust auf ein Abenteuer auf zwei Rädern bekommen. Wenn da nur nicht die Schmerzen und der Hintern wären.

Hardy Grüne: „Tour d´Afrique. 12 000 Kilometer Radrennen von Kairo nach Kapstadt“. Moby Verlag, 272 Seiten, 19,90 Euro. Hardy Grüne: „Tour d´Afrique. 12 000 Kilometer Radrennen von Kairo nach Kapstadt“. Moby Verlag, 272 Seiten, 19,90 Euro.

Von Eduard Warda

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