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Regional Vorjahressieger triumphieren erneut
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22:33 22.04.2018
Der alte Sieger ist auch der neue: Hanno Rieping hat im Spurt einer 20-köpfigen Spitzengruppe die schnellsten Beine und triumphiert wie schon 2017 auf der Bürgerstraße. Quelle: Swen Pfoertner
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Göttingen

2987 Radfahrer haben bei der Tour d´Energie das Ziel erreicht. Einen doppelten Doppelsieg gab es auf der 100-Kilometer-Langstrecke des Jedermann-Radrennens: Wie schon 2017 triumphierte bei den Männern Hanno Rieping vom Team Strassacker, in der Frauenklasse wiederholte Christine Rausch ihren Vorjahreserfolg.

Sie überquerte nach 2:43 Stunden Fahrzeit bei strahlendem Sonnenschein den Zielstrich auf der Bürgerstraße. „Ich wollte meinen Sieg verteidigen – schön, dass das gelungen ist. Die Wetterbedingungen waren perfekt für mich“, sagte Rausch, deren Schwiegereltern in Osterode wohnen und die für das Team Benotti/ax-lightness in die Pedale tritt.

Es ist angerichtet: Bei Sonnenschein wird die 14. Auflage des Jedermann-Radrennens Tour d´Energie beginnen. Im Startbereich an der S-Arena auf dem Göttinger Schützenplatz herrscht aktuell viel Trubel.

Der Anstieg zum Hohen Hagen wurde für viele Aktive bei der Hitze zur Herausforderung, nicht aber für Rausch: „Ich freue mich immer auf den Hohen Hagen. Da kann ich vielen Männern davonfahren“, berichtete die 44-Jährige, die Radmarathons in den Bergen liebt und mit fünf Minuten Vorsprung auf Franziska Banzer schnellste Frau war.

Im Männer-Klassement profitierte Hanno Rieping auch in diesem Jahr von einer starken Teamleistung. Er sprintete aus einer 20-köpfigen Spitzengruppe, in der sich fünf Mannschaftskollegen befanden, zum Erfolg. Das Podium komplettierten Matvey Zubov, der aus Russland angereist war, sowie Florian Anders (Strassacker). Die Fahrzeit lag bei 2:33 Stunden, also bei einem Durchschnittstempo von knapp 40 Stundenkilometern.

3300 Fahrer haben sich für die 14. Auflage des Jedermann-Radrennens am Sonntag, 22. April, angemeldet. Die ersten Fahrer gehen um 10.25 Uhr auf die Strecke.

Anders als in den Vorjahren präsentierten sich auch regionale Radsportler auf Augenhöhe: Daniel Widera (DDMC Solling) wurde Sechster und sorgte zudem beim Mc.Clean-Bergsprint für eine furiose Bestzeit von 5:30 Minuten, die weit unter sämtlichen Vorjahresergebnissen liegt. Ferner hielt Kai-Henrik Günther (13.) auf der Langstrecke die Lokalfahne hoch.

Die Teamwertung entschied das Team Strassacker souverän für sich, die Firmenwertung gewann Sartorius. Insgesamt verfolgten laut Schätzungen der Polizei 10.000 Zuschauer das Radevent, das zum 14. Mal von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) ausgetragen wurde. Von 3031 gestarteten Fahrern meisterten knapp 1600 die lange Strecke, knapp 1400 Pedaleure die kurze. Beim Start an der S-Arena waren einige Teilnehmer wegen einer Gewitterwarnung noch besorgt gewesen – doch schlussendlich blieb es nässe- und blitzfrei.

Auch auf der Kurzstrecke zahlte sich Teamwork aus. Dominik Hofeditz und Jonathan Reuning vom radrooTEAM belegten Platz eins uns zwei, nachdem der Spurt von Teamgründer und Ex-Profi Dirk Müller angezogen worden war.

„Radsport ist Teamsport. Ohne ein ordentliches Team hätte ich heute den Sprint nicht gewonnen“, sagte Sieger Hofeditz, der nach 1:06:40 Stunden den Zielstrich überquerte. Reuning war begeistert von der Stimmung: „Viele Zuschauer bei schönem Wetter und ein Sprint mit über 50 Stundenkilometern. Ein super Erlebnis“, sagte er. Siegerin in der Frauenklasse über 45 Kilometer wurde Katharina Hinz (1:11:47) vor Jasmin Corso.

Alexander Frey erlebt „echtes Rennrad-Fahren“

Das T-Shirt hatte sich Alexander Frey redlich verdient: Als der Geschäftsführer des Veranstalters GoeSF während der Siegerehrung auf der Bühne stand, trug der 61-Jährige nicht mehr sein blaues Radtrikot, sondern das aktuelle TdE-Shirt mit gelbem Schriftzug. Er war zum zweiten Mal auf der Kurzstrecke an den Start gegangen, am Ende stand eine Zeit von 1:44 Stunden zu Buche. „Wichtig war für mich, dass ich den ersten Anstieg nicht zu schnell hochfahre“, verdeutlichte Frey, der auch mit dem Rad zur Arbeit fährt. „Echtes Rennrad-Fahren mit vielen Führungswechseln und nonverbaler Kommunikation“ habe er auf der leichten Abfahrt nach Mariengarten erlebt. Vor allem aber war Frey froh, dass das Wetter mitspielte. Stichwort bekannte Göttinger Gesichter: Auch der Grünen-Politiker Ulrich Holefleisch meisterte die Kurzstrecke erfolgreich. Und den Startschuss auf dem Schützenplatz gab Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD).

Warum zu zweit ein Tandem fahren, wenn es allein geht?

Manchmal wird etwas zur neuen Mode, das eigentlich schon lange nicht mehr in Mode ist. Was dies mit der TdE zu tun hat? Nun: Früher, bei der Erstaustragung der Tour im Jahr 2005, gingen viele Fahrer mit Mountainbike und Bonanza-Rädern auf die Strecke. 2018 war zumindest auf der Kurzstrecke ein Trend nach dem Motto „zurück zum Ursprung“ erkennbar: Ein Mountainbike-Fahrer mit schmalen Reifen schaffte es etwa auf Platz 50 der Kurzstrecke. Viele Schüler fuhren mit Trekkingrädern ins Ziel. Und dann war doch noch ein ganz besonderer Fahrer, bei dem man sich als Zuschauer verwundert die Augen reiben musste. Er pedalierte zielstrebig und flott die leicht ansteigende Zielgerade auf der Bürgerstraße hinauf. Auf einem Tandem. Allein! Dass eigenständiges Tandemfahren zum neuen Renner wird, darf wohl bezweifelt werden. Modetrends hin oder her.

Familientrio bei der Taggi-Tour

Ein Familien-Trio ging bei der Taggi-Tour an den Start: Sebastian Radenbach (9) und seine Geschwister Felix (8) und Anna (5) meisterten allesamt die vorgegebene Distanz. „Ich fahre gern Rad. Im Auto bekomme ich immer Kopfschmerzen“, berichtete Sebastian. Sein Ziel im Rennen sei es gewesen, „alle meine Freunde zu überholen“. Was mit einer einzigen Ausnahme auch gelungen sei. Später würde er gern auch mal die 45-Kilometer-Strecke der TdE in Angriff nehmen. „Vielleicht, wenn ich 19 oder 20 bin“, blickte Sebastian in die Zukunft.

Mini-Taggi-Tour

Sein jüngerer Bruder Felix, der fast jeden Tag mit dem Rad zur Schule fährt und ein Bayern-München-Outfit trug, erklärte: „Es war insgesamt gut. Aber ich habe nur drei Gänge. Und als ich in den dritten Gang geschaltet habe, konnte ich gar nicht mehr richtig treten. Dennoch habe die Fahrt zum Rosdorfer Kreisel und vor allem die dortige Kurve großen Spaß gemacht.

Mini-Taggi-Tour

Als „gut, aber ein bisschen hektisch“ bezeichnete Anna Radenbach ihre Rennerfahrung. Sie hatte sich im Gesicht schminken lassen – eine von vielen Möglichkeiten des TdE-Rahmenprogramms.

Hier kommen ein paar Impressionen von unserem Fotografen Peter Heller von der Strecke bei der Ortsdurchfahrt Jühnde und beim Anstieg nach Mengershausen.

MPG entscheidet erneut die Schulwertung für sich

Das Max-Planck-Gymnasium hat seinen Titel in der Schulwertung verteidigt. 52 Schüler und Lehrer kamen ins Ziel und sorgten somit für einen weiteren Erfolg des Seriensiegers in diesem Klassement. Auf der Wiese neben der Bürgerstraße reckte das Schulteam nach der Siegerehrung den verdienten Pokal in die Höhe. Auch Schulleiter Wolfgang Schimpf brachte die anspruchsvollen 45 Kilometer erfolgreich hinter sich. Tom Johnen, der mit dem Schulteam auch in diesem Jahr seit Jahresbeginn trainiert hat, war insbesondere von den Wetterbedingungen bei der diesjährigen Tour d´Energie angetan: „Das Wetter war heute das Sahnehäubchen. Man konnte im Zielbereich rumliegen und rumlungern.“ Das sei vor allem 2016 und 2017 anders gewesen: „In den vergangenen Jahren sind wir frierend direkt nach Hause gefahren“, verdeutlichte der begeisterte Radfahrer Johnen.

Einen Bericht über die Stimmung an der Strecke gibt es hier. Weitere Beiträge, Bilder und Videos finden Sie auf unserer Themenseite.

Von Timo Holloway

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