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Regional Trainer der Basketball-Bundesliga-Klubs diskutieren in Göttingen
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13:10 12.08.2010
Von Michael Geisendorf
Konzentrierte Kompetenz: Head- und Assistantcoaches der Basketball-Bundesliga mit BBL-Geschäftsführer Jan Pommer (6. v. l.). Quelle: Heller

BBL-Geschäftsführer Jan Pommer und der Leiter Sport der BBL, Jens Staudenmayer, hatten die Trainer der 18 Erstliga-Klubs für den gestrigen Mittwoch zu einem sechsstündigen Seminar und Meinungsaustausch ins Intercityhotel an der Lokhalle eingeladen.

Auf Göttingen sei die Wahl in diesem Jahr nicht gefallen, weil seine Eltern in Rosdorf wohnen, schmunzelte Tagungsleiter Staudenmayer, sondern wegen der zentralen Lage der Universitätsstadt, für Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen bequem zu erreichen. Dass die Ortswahl richtig war, zeige die Resonanz. „70 Prozent der Headcoaches sind gekommen – das ist eine vorzügliche Quote“, freute sich der 42-jährige gebürtige Berliner, der bis 2005 national und international als Schiedsrichter tätig war und im Frühjahr die neu geschaffene Stelle als sportlicher Leiter in der BBL übernommen hat.

Für die Tagung in Göttingen hatte er ein acht Punkte umfassendes Intensiv-Programm zusammengestellt. Vorgestellt und diskutiert wurden die vom Weltverband FIBA vorgegeben Regeländerungen und neuen Standards, die die nationalen Verbände ab dieser Saison umsetzen müssen (Tageblatt berichtete), sowie die Spielpläne für die beiden nächsten Serien. Anhand von Spielszenen aus der vergangenen Saison sollten die Trainer beurteilen, ob Foulentscheidungen der Unparteiischen in spezifischen Situationen richtig oder falsch waren. Das Votum der Coaches will Staudenmayer mit den Bundesliga-Schiedsrichtern erörtern.

BG-Headcoach John Patrick war – ebenso wie Michael Koch, der neue Tübinger Trainer Henrik Rödl und das Gros ihrer Kollegen – schwer beeindruckt von Karsten Schuls Referat zum Thema „Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitstraining für Basketballspieler“. Der Sportwissenschaftler vom Institut für Kognitions- und Sportspielforschung an der Sporthochschule Köln, früher selbst Bundesligaspieler und zehn Jahre lang Assistenztrainer der Telekom Baskets Bonn, erläuterte den Praktikern anhand seiner wahrnehmungspsychologischen Forschungsergebnisse unter anderem, wie und in welchem Umfang die Akteure Spielanalysen und taktische Vorgaben des Trainers – zum Beispiel in Auszeiten – adaptieren und reflektieren. Das sei unglaublich interessant gewesen und habe den Trainern neue Erkenntnisse vermittelt, wie sie die Spieler ansprechen müssten, um optimale Aufnahme und Wirkung zu erzielen, lobte Patrick Schuls Ausführungen.

Interessiert, aber verhaltener nahmen die Zuhörer den zweiten sportwissenschaftlichen Beitrag auf. Karsten Görsdorf, Geschäftsführer des Instituts für Spielanalyse, das eng mit der TU München und der Universität Potsdam zusammenarbeitet, erklärte in seinem Beitrag „Spielanalyse mit Videoeinsatz – praktische und methodische Aspekte bei der Vermittlung“, wie die Coaches den Akteuren Analysen von Spielszenen und individuellem Verhalten auf dem Feld per Video erläutern sollten, damit die Spieler den größtmöglichen Nutzen für sich und ihr Team daraus ziehen.

„Es gibt viel Vernünftiges, aber auch Unvernünftiges“, kommentierte BBL-Geschäftsführer Pommer die von der FIBA verordneten neuen Regeln und Standards. Zur zweiten Kategorie gehören nach Meinung der Trainer die Standards zur Spielausrüstung, die sie mit Kopfschütteln und ungläubigem Lachen quittierten. Dass etwa Kinesiotaping für Arme, Schultern und Beine hautfarben, der Zahnschutz farblos und durchsichtig sein muss oder Kompressionsstrümpfe die gleiche Farbe wie die Spielhosen haben müssen, qualifizierte Staudenmayer als geistige Ausgeburt 70-jähriger Rentner ohne Praxisbezug ab.

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