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„Die Kuh einfach noch mehr melken“

Umfrage zur Fußball-WM mit 48 Mannschaften „Die Kuh einfach noch mehr melken“

Wie sagte einst Dieter Nuhr? „Bei der Fußball-WM habe ich mir Österreich gegen Kamerun angeschaut. Auf der einen Seite Exoten, fremde Kultur, wilde Riten - und auf der anderen Seite Kamerun.“

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Manche lachen sich über die Fifa-Entscheidung zur WM mit 48 Teams schlapp.

Quelle: Peter Endig

Göttingen. Mit vermeintlichen oder echten Exoten werden es die WM-Teilnehmer zukünftig häufiger zu tun bekommen, denn die Fifa hat am Dienstag die satte Anhebung der Teilnehmerzahl ab 2026 auf 48 Teams beschlossen.

Jan-Philipp Brömsen (Trainer der A-Junioren des 1. SC Göttingen 05): „Dann gibt es bald WM-Spiele gegen Samoa oder Vanuatu. Fidschi soll auch ganz gut sein. Das Problem ist, dass es immer uninteressanter wird. Schon bei der EM habe wir viele Mannschaften gesehen, die sportlich nicht reingehört haben, bei der WM werden die Unterschiede noch größer. Ich weiß nicht, ob das im Sinne des Erfinders ist, zumal die Stadion nicht voller sein werden. Die Frage ist: Geht es nur noch um ein finanziell einträchtiges Medien-Event von 7 bis 23 Uhr mit acht Spielen pro Tag, zwölf Experten und 48 Kommentatoren - oder um ein sportliches Ereignis?“

Oliver Gräbel (Trainer des Fußball-Kreisligisten SV Germania Breitenberg): „Ich finde die Entscheidung, auf 48 Teams aufzustocken, schlecht. Es ist eine kommerzielle Entscheidung, die wollen die Kuh einfach noch mehr melken. Menschen sind Gewohnheitstiere und Fußball ist deren liebstes Kind. Ich denke, die Verantwortlichen werden dies an den Einschaltquoten merken. Durch diese Aufstockung wird der ganze Wettbewerb verwässert.“

Alexander Frey (Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH/GoeSF): „Das würde mich tatsächlich freuen, es könnte eine neue, spannende Erfahrung werden. Was ich mir noch nicht so vorstellen kann, ist, wie die WM an unterschiedlichen Veranstaltungsorten, die nichts miteinander zu tun haben, ausgespielt werden kann. Dann ist es nämlich keine WM mehr. Wenn es aber ein sinnvolles Turnier ist mit einem vernünftigen Zeitrahmen, fände ich das schon super, zumal viele Kulturen aufeinandertreffen. Das kann auch etwas Positives haben.“

Holger Schulz (Team-Manager des Handball-Oberligisten TV Jahn Duderstadt): „Es ist eine Katastrophe, finde ich. Die Belastung, die man den Nationalspielern zumutet, nimmt Ausmaße an, die eigentlich nicht mehr zu vertreten sind. Wobei ich denke, dass es keine sportliche, sondern eine politische Entscheidung ist. Diese Beobachtung kann man ja auch in anderen Sportarten machen. Für den Fußball und die Qualität ist eine solche Entscheidung sicherlich nicht förderlich.“

Wie man der Entscheidung etwas Spaß abgewinnen kann, stellte am Dienstag das Satiremagazin „Der Postillon“ unter Beweis: „Schocknaricht für Holland-Fans: WM 2026 soll nur 48 Teilnehmer haben“, lautete die Überschrift.

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