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Ungeahnter Höhenflug der Darter von Herta 06

„Kopf spielt immer große Rolle“ Ungeahnter Höhenflug der Darter von Herta 06

Die Luft ist rauchgeschwängert, aus den Lautsprechern ertönt „I like Chopin“, der 80er-Jahre-Synthie-Schmachter von Gazebo – das Schillereck an der Schillerstraße ist auf den ersten Blick eine Kneipe wie andere auch. Biegt der Gast im Eingangsbereich jedoch rechts ab, tut sich ihm die Welt des Dartspiels auf.

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Konzentration auch beim Training: Marcus Hesse (links) und Thomas Ulbricht, künftig Kapitän der ersten Mannschaft von Herta.

Quelle: Vetter

Fünf Dart-Automaten sind hier aufgestellt, und pausenlos werden Pfeile in Richtung elektronischer Scheibe geworfen. Das Schillereck ist seit dem 1. April 2010 die Heimat der Darter des DC Herta Göttingen 06, dessen erste Mannschaft in die Bezirksoberliga aufgestiegen ist und damit in die zweithöchste Liga des Deutschen Sportautomatenbundes (DSAB).

Bei allen drei Würfen die Triple 20 zu treffen, ist auch für die Herta-Darter ein erstrebenswertes Ziel. Dreifache Wertung der 20 multipliziert mit drei Pfeilen: „Nach einem Dreivierteljahr kommt der erste 180er“, ist die Erfahrung von Thomas Ulbricht, der ab dem 4. März die erste Mannschaft von Herta als Teamkapitän anführt. Der 33-Jährige arbeitet als Holzbearbeitungsmechaniker und schloss sich vor ein paar Jahren „aus Jux und Tollerei“ dem Herta-Team an. Seitdem ist er immer besser geworden, und das motiviert ihn. Marcus Hesse ist Kanalmaurer und war früher Pächter von Hertas Kneipe in der Danziger Straße, wo sich die Liebe zum Dart aus dem Würfeln heraus entwickelt hat. „Wir haben erst eine Zeit lang um Runden geknobelt und dann um Runden gedartet“ – 2006 wurde der DC Herta gegründet.

Heute zählt Herta 25 aktive Spieler, die in drei E-Dartteams (am Automaten) und einem Steeldartteam (an der Scheibe spielen). Die erste Mannschaft hat im vergangenen Jahr den Durchmarsch von der Bezirks- in die Bezirksoberliga geschafft. Gespielt wird wegen der Aufstiegsmöglichkeiten und der größeren Anzahl von Aktiven mit Ausnahmegenehmigung in der Nordhessenliga, die wiederum zum DSAB, mit 17 500 Dartern die mitgliederstärkste Dartliga der Welt, gehört. Die Nordhessenliga zählt 20 C-Ligen, also niedrigste Spielklassen, die Südniedersachsenliga nur drei. „In Nordhessen gibt es einfach mehr Dart“, sagt Hesse. Herta II hätte jüngst in die Bezirksliga aufsteigen können. Weil es in Südniedersachsen mangels Teams aber keine gibt und man nicht wie Hertha I nach Nordhessen wechseln wollte, soll nun der Titel in der A-Liga verteidigt werden.

Sollte Hertha I nun den Bundesliga-Aufstieg schaffen, könnte man sich für das Bundesliga-Finale qualifizieren, an dem zuletzt zehn Teams teilgenommen haben, unter anderem die Golden Arrows aus Kassel. Der Sieger, beim vergangenen Mal Oftersheim, ist Deutscher Meister und qualifiziert sich für den World Cup in Las Vegas.

Gespielt wird auch auf diesem Niveau E-Dart auf Automaten, wie bei den Steel-Dartern (Spitze statt aus Kunststoff aus Stahl) jedoch auch im Modus 501 Double-Out – mit möglichst wenigen Darts von 501 auf 0 kommen und dabei mit einer zweifachen Wertung abschließen oder „auschecken“. Ein sogenanntes perfektes Spiel – mit neun Darts auschecken wie vor kurzem der Steeldart-Weltmeister Adrian Lewis im Finale der PDC-WM – kommt allerdings auch beim E-Dart vor. „Zwölf bis 16 Pfeile“ würden benötigt, berichtet Ulbricht.

„Der Kopf spielt immer eine große Rolle“, sagt Ulbricht, „der Gegner kann mit kleinsten Gesten nervös gemacht werden“. Doch darin scheint paradoxerweise auch der Reiz des Sports zu liegen: Man darf sich einfach nicht nervös machen lassen, und das wiederum kann trainiert werden. Wer die Darts, die sich aus Spitze, Barrel (Gewicht), Schaft und Flight (Flügel) zusammensetzen, wie Ulbricht optimal auf sich abstimmt und regelmäßig trainiert, ist auf einem guten Weg. „Wichtig ist Konstanz, und je mehr Spiele man gewinnt, umso ruhiger ist man“, sagt Ulbricht. „Dann kommt auch das Triple irgendwann wieder.“

Momentan sucht Herta nach einem alternativen Übungsraum, auch privat. Keine Rauchkneipe, denn schließlich will man Jugendliche an sich binden. Dass Rauchen und Bier einfach zum Dart dazugehören, sei im übrigen eine Legende. „Kein Alkohol und keine Zigaretten während des Spiels“, sei die Vorschrift, wie Hesse klar stellt. Auch beim DC Herta.

Schnuppertraining beim DC Herta 06 im Göttinger Schillereck, Schillerstraße 68, am Dienstag, 1. März, um 18 Uhr. Weitere Informationen im Internet: www.dc-herta.de.

Von Eduard Warda

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