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Regional Spielerinnen machen Koukos krank
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22:05 07.05.2017
Gruppenbild mit Meisterschale: Trainer Giannis Koukos und seine Veilchen Ladies feiern mit ihren Fans Zweitliga-Titel und Erstliga-Aufstieg Quelle: Alciro Theodoro da Silva
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Göttingen

Sofern es sich nicht um eine Beerdigung handelt (und selbst da besteht zumindest eine physische Anwesenheit), haben es Lebe-Wohl-Veranstaltungen üblicherweise an sich, dass die zu verabschiedenden Protagonisten vor Ort sind. Doch die Spielerinnen ließen sich Zeit und trudelten nur allmählich ein. Also übernahm kurzerhand Geschäftsführer Richard Crowder und sagte auf seine Art Goodbye: „Ich habe eine schlechte Nachricht: Wir müssen heute Abschied nehmen - von der 2. Liga“, bewies der Noch-Engländer seinen britischen Humor. Gute Nachrichten hatte er ebenfalls zu verkünden: „Auf der Gesellschafter-Versammlung wurde entschieden, dass der Aufstieg auf jeden Fall wahrgenommen wird. Das avisierte Budget haben wir aber noch nicht zusammen.“ Zudem wurde Roland Emme-Weiß offiziell als zweiter Geschäftsführer eingetragen.

Eventuell sollte außerdem ein Seelsorger gefunden werden, der sich in den kommenden Monaten um Trainer Giannis Koukos kümmert. „Ich fühle mich nicht gut, ganz krank. Das liegt daran, dass ich die Mädchen zwei Wochen lang nicht gesehen habe“, sagte der Grieche. Zu allem Überfluss muss der Erholungsurlaub in der Heimat mindestens einen Monat warten. „Erst muss die Kaderplanung abgeschlossen sein.“ Dazu scoutet Koukos potenzielle Spielerinnen per Video und fährt eventuell zu Camps nach Berlin und Bonn. Mit Akteurinnen aus der Meistermannschaft seien bereits gute Gespräche geführt worden, Vollzug könne allerdings noch nicht vermeldet werden.

Jana Lücken stünde bereit. „Zwei Trainings am Tag schaffe ich nicht, helfe aber, wo ich kann“, betont die Chemie-Doktorandin. Verdine Warner hätte ebenso Lust auf Erstliga-Basketball in Göttingen. „Ich hoffe, dass wir uns einigen, lasse mir mit der Entscheidung aber Zeit“, erklärt die in Trinidad geborene Centerin mit grenadinischem Pass. Im Sommer wolle sie sich weitere Angriffsbewegungen in Korbnähe antrainieren, aber zuvor sei Urlaub in London angesagt. Apropos Urlaub: der ist für Alissa Pierce nicht in Sicht. Die 30-Jährige absolviert ein Trainingslager mit der luxemburgischen Nationalmannschaft, die sie Ende Mai zur Europameisterschaft der kleinen Länder führt. Der BG räumt Pierce nächste Saison gute Chancen ein, um die Playoffs mitzuspielen: „2009 bin ich mit den Rhein-Main-Baskets schon einmal aufgestiegen und am Ende Neunter geworden. Das Team war schlechter als unseres, die Liga zugleich aber stärker als jetzt.“

Erfolg kostet Geld, und das wurde gesammelt. Unter anderem Trikots galt es meistbietend, an den Mann zu bringen. Dieter Erdmann, „sehr emotionales“ Mitglied im Fanclub Violet Ladies, sicherte sich für 30 Euro einen mit Autogrammen übersäten Hocker in Basketball-Optik, der früher Jenny Crowder gehört hat. In Mainz habe Erdmann einst frustriert das Spielfeld gestürmt. Hoffentlich kann er auf seinem neuen Hocker entspannt erfolgreichere Erstliga-Spiele beobachten.

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