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Viermal Gold, einmal Bronze und stolze Schüler

Masters-WM Viermal Gold, einmal Bronze und stolze Schüler

Wer weiß, wie viele Medaillen sie geholt hätte, wäre sie so oft an den Start gegangen, wie sie wollte. Aber bei den Weltmeisterschaften der Masters im schwedischen Göteborg, bei denen 6500 Schwimmer in verschiedenen Altersklassen ins Becken sprangen, waren fünf Teilnahmen das Maximum. Für ihren Göttinger Klub Waspo 08 erschwamm Alexandra Janitzki dabei viermal Gold und einmal Bronze – was wiederum fast die maximale Ausbeute ist.

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Siegerehrung über 100 Meter Brust: Alexandra Janitzki (Mitte) mit der Silbermedaillengewinnerin und Titelverteidigerin Kyla Steenhart aus Großbritannien (links) und der drittplatzierten US-Amerikanerin Laura Glass.

Quelle: EF

Auf eine Medaille habe sie spekuliert, und so wollte sie im ersten Rennen „bloß nicht Vierte werden“. Dann wurden die 100 Meter Brust auch noch im Freibad ausgetragen, dessen Wasser ihr mit „26 bis 27 Grad“ einfach zu warm war. „Das Freibad am Brauweg kann sich da ein paar Grad abholen“, witzelt sie.

Als sie anschlug und auf der Anzeigetafel hinter ihrem Namen eine Eins sah, habe sie nur gedacht „Oh Gott“. Das Hallenbad, in dem einen Tag später die 400 Meter Lagen geschwommen wurden, empfand sie demgegenüber als angenehm – selbst noch, als sie anschlug. „Das ist immer ein gutes Zeichen, denn die Lagen tun eigentlich immer sehr weh“, sagt die Lehrerin, die mittlerweile in Goslar lebt und dort an einem Gymnasium unterrichtet. Ihr Gefühl trog sie nicht, die nächste Goldmedaille war ihr sicher.

Weil die Beanspruchung „schon heftig“ sei, wachte sie am nächsten Morgen mit Schmerzen auf und wusste: „Das wird schwer.“ Denn die 200 Meter Lagen, die anstanden, seien mit dem 400-Meter-Lauf der Leichtathletik zu vergleichen. „Da musst du einfach durchballern“, sagt sie. Aber auch ihre schärfste Konkurrentin war ausgelaugt, und so rettete die 29-jährige Deutsche ihren Vorsprung knapp ins Ziel – wieder Gold. Abends standen noch 50 Meter Brust auf dem Programm, und Janitzki hatte vor allem damit zu tun, „die Spannung zu halten“. Mit Bronze war sie sehr zufrieden, zumal sie sich auf die längeren Distanzen vorbereitet hatte.

Nachdem sie ihren freien Tag zusammen mit Ehemann Sascha, der für Waspo zweimal Bronze holte, mit einer Schifffahrt, „lockerem Schwimmen“ und „Nudeln auffüllen“ genutzt hatte, standen noch die finalen 200 Meter Brust an. „Ich wünschte mir ein neues paar Beine, aber alle haben mir gesagt: Die anderen müssen da auch durch.“ Einmal mehr war es Janitzki, die am besten durchkam. Die britische Titelverteidigerin Kyla Steenhart hängte sie schließlich um fast acht Sekunden ab. „Für sie war es wohl härter“, sagt Janitzki, die einen neuen Championships Record aufstellte.

Daneben sprangen für die 29-Jährige drei deutsche und zwei Europarekorde in ihrer Altersklasse 30 heraus. Nicht nur deshalb wurde sie am heimischen Gymnasium wie eine Heldin empfangen. Von den stolzen Kollegen gab es Blumen, und ihre Schüler, die ihr berichteten, sie habe im Internet eine regelrechte Popularität erlangt, rieten ihr, zu den Profi-Schwimmern zu wechseln und bei Olympischen Spielen zu starten. „Aber dafür bin ich ja sowieso zu alt“, sagt Janitzki.
Nun will sie sich erst mal entspannen, auch wenn sie den Terminkalender der Masters schon wieder im Blick hat. „Man findet ja immer was, wenn man will“, sagt sie. „Mal gucken.“

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