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Vlastibor Klimes schwimmt mit Wildcats Wolfenbüttel auf Erfolgswelle

Nach einem Jahr Pause Vlastibor Klimes schwimmt mit Wildcats Wolfenbüttel auf Erfolgswelle

Vlastibor Klimes ist mit sich und der Welt zufrieden. „Es geht mir richtig gut“, versichert der 58 Jahre alte Basketball-Coach und lehnt sich mit breitem Grinsen auf dem Stuhl in seinem Büro in der FKG-Halle zurück.

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Dank an Matchwinnerin: Vlastibor Klimes und Ofa Tulikihihifo nach dem Einzug der Wildcats ins Pokal-Final-Four.

Quelle: Splitt

Privat und sportlich laufe es prima, erzählt der 267-fache Nationalspieler der CSSR und Olympia-Teilnehmer 1980, der vor 21 Jahren mit Ehefrau Dana und den beiden Kindern nach Göttingen gekommen ist und seit 18 Jahren in Rosdorf wohnt. Sohn Martin ist in die Fußstapfen des Vaters getreten, spielt in der ersten tschechischen Liga für USK Prag, den Verein, für den auch Klimes 16 Jahre lang auf Korbjagd ging. Tochter Zuzana lebt mit ihrem Mann, einem georgischen Rugbyspieler, und der zweijährigen Anna – der ganze Stolz des Großvaters – im französischen Reims, spielt im dortigen Erstligateam und arbeitet als Sprachlehrerin.

Auch als Coach schwimmt Klimes auf einer Erfolgswelle. Als Glücksfall für beide Seiten hat sich die Zusammenarbeit des langjährigen BG-Trainers mit dem BC Wildcats Wolfenbüttel erwiesen. Im vergangenen Sommer hat er die Position des Cheftrainers beim Damenbasketball-Erstligisten übernommen und das Team vor zwei Wochen mit einem 78:73-Sieg gegen den USC Freiburg ins Final-Four-Turnier des DBBL-Pokals geführt. Er zeichnet damit für den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte verantwortlich. „Wir sind auf einem guten Weg. Mal sehen, wie weit er führt“, sagt Klimes – auch mit Blick auf die Bundesliga, in der die Wildcats als Fünfter beste Chancen haben, die Playoffs zu erreichen.

Für das Management der Wildcats war er der Wunchkandidat als Headcoach, weil er sich sowohl in der Damenbundesliga als auch in Wolfenbüttel bereits bestens auskannte. Von 2007 bis zum Rückzug des Teams aus der 1. Liga 2009 hat Klimes die Damen der BG 74 trainiert und bis auf Platz vier der Hauptrunde geführt. Zuvor hatte der langjährige Trainer und Co-Trainer der BG-Zweitliga-Herren von 2003 bis 2005 die sportliche Verantwortung für das Männerteam der Wolfenbüttel Dukes in der 2. Bundesliga getragen.

Nach dem Zwangsausstieg der BG-Damen aus der Bundesliga hatte es Klimes knapp ein Jahr ohne Basketball ausgehalten und neben seiner Arbeit als FKG-Hallenwart in einer Tankstelle gejobbt. „Das war eine interessante Erfahrung, aber nicht das, was ich mir für mein Leben vorstelle. Das Angebot der Wildcats habe ich im vorigen April erhalten und im Mai zugesagt, als klar war, dass der Etat ausreichen würde, um ein Team zu bilden, das stark genug ist, das Saisonziel Platz fünf oder sechs erreichen“, erzählt Klimes.

Mit der ihm eigenen Akribie und Beharrlichkeit baute er das Wildcats-Team um, behielt unter anderem die Amerikanerin Zaidi und Suska Berger, mit der er schon in Göttingen gearbeitet hatte, und verstärkte den Tabellenachten der Saison 2009/10 mit den deutschen Nationalspielerinnen Chairmaine Callahan und Roli-Ann Nikagbatse sowie der Tschechin Katarina Flasarova. Der größte Coup gelang Klimes mit der Verpflichtung von Ofa Tulikihihifo. Die US-Amerikanerin, deren Familie von der Südpazifik-Insel Tonga stammt, stand in der Saison 2007/08 im Veilchen-Kader und avancierte auf Anhieb zur besten Werferin (19,5 Punkte) und zweitbesten Rebounderin (9,5) der DBBL. Nach einem Jahr in Polen kehrte Tulikihihifo nach Los Angeles zurück, um sich um ihren kranken Vater zu kümmern, folgte dann aber gerne Klimes’ Ruf zu den Wildcats. „Als sie zugesagt hat, war das mein schönster Tag des Jahres“, gesteht er.

Trotz einjähriger Wettkampfpause knüpfte die 26 Jahre alte Allroundspielerin da an, wo sie in Göttingen aufgehört hatte, und ist mit 17,6 Punkten erneut Topscorerin der DBBL. „In der Offense war Ofa schon in Göttingen sehr gut, aber eine Katastrophe in der Defense. Seitdem hat sie hart an sich gearbeitet und ist jetzt eine komplette Spielerin, zeigt vollen Einsatz, reißt die Mannschaft mit – und sie ist ein prima Mensch“, schwärmt der Coach von seinem Star.

Nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn starteten die Wildcats ihre Erfolgsserie mit einem Paukenschlag: dem 116:113-Sieg bei den Rhein-Main Baskets nach vier Verlängerungen. „Ich weiß nicht, ob es das in Deutschland schon mal gegeben hat, ich habe so etwas jedenfalls noch nicht erlebt“, wundert sich Klimes. Verantwortlich für den guten Lauf der Wildcats sei vor allem die gute Chemie im Team, betont er. Das habe nicht nur die schwere Verletzung von Nikagbatse (doppelter Patellasehnen-Riss) weggesteckt, sondern auch die Zwangspause von Tulikihihifo, die zur Beerdigung ihres kürzlich verstorbenen Vaters in die USA geflogen ist.

Dass er nach der Arbeit jeden Tag zum Training nach Wolfenbüttel fahren muss, tut Klimes mit einem Achselzucken ab. „Ich komme aus einer großen Stadt, da ist es normal, so weit zu fahren“, sagt der gebürtige Prager. „Wenn man sich auf das Training freut, ist das kein Problem und keine große Belastung.“

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