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Regional Vortrag zum Zürcher Ressourcen-Modell in Göttingen
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09:00 13.06.2018
Impulsvortrag des Stadtsportbundes Göttingen im TWG-Heim mit Giovanna Eilers. Quelle: SSB Göttingen / Swen Pförtner
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Göttingen

„Sich selbst führen – stimmig und souverän“: So lautete das Thema des Impulsvortrages von Giovanna Eilers, zu dem die Freiwilligenagentur und der Stadtsportbund Göttingen in Kooperation mit dem Landessportbund Niedersachsen ins Vereinsheim der Turn-und Wassersportvereinigung von 1861 geladen hatten. Knapp 75 Gäste, überwiegend Frauen, waren der Einladung gefolgt.

Die Ärztin und Trainerin Eilers vermittelte den Zuhörern das Zürcher Ressourcen-modell (ZRM), ein Selbstmanagement-Training. Integriert werden Erkenntnisse aus Psychoanalyse und Motivationspsychologie. Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich über eigene Themen klar werden, Ziele entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und Fähigkeiten erlangen, um nötige Ressourcen zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen, teilte Klaus Brüggemeyer, Referent für Vereins- und Organisationsentwicklung beim Stadtsportbund Göttingen, mit.

„Richtig oder falsch“

„Jede Situation, die wir erleben, kommentiert unser Gehirn mit zwei Bewertungssystemen. Zum einem mit dem Verstand, dem bewussten System, zum anderen mit dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis“, so die Buchautorin. Der Verstand bewerte dem Gesetz der Logik folgend nach „richtig oder falsch“. Das unbewusste System eher nach emotionalen Aspekten unter der Fragestellung „mag ich es, oder mag ich es nicht?“.

Dies führe häufig zu inneren Konflikten, wenn die zwei Systeme im Gehirn zu unterschiedlichen Ergebnissen kämen. Die Wahlberlinerin verdeutlichte das anhand eines Beispiels. Der Verstand „plädiere“ für eine Joggingrunde, das unbewusste emotionale System eher für eine „Sofarunde vor dem Fernsehen“, so Eilers. Zustimmendes, schmunzelndes Gemurmel im Saal.

Beide Systeme in Einklang zu bringen

Es gehe darum, beide Systeme in Einklang zu bringen, vor allem aber auch die Signale zu erkennen und sich darüber im Klaren zu sein, dass es beide Systeme gebe und auch beide ihre Berechtigung hätten. Während sich der Verstand verbal ausdrücke, sei die Sprache des Unbewussten eher ein Empfinden und Wahrnehmen von „somatischen Markern“, die die praktizierende Ärztin als „Mini-Impulse“ beschreibt, die jeder unbewusst wahrnehme. „Stellen Sie sich vor, Sie kommen zu einer Vorstandssitzung herein. Sie werden zumeist in Millisekunden spüren, ob die Stimmung angespannt oder gelöst ist.“

Im weiteren Verlauf sollten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer ein Thema aussuchen, an dem sie an diesem Abend in einem ersten Schritt „Veränderungen“ in Gang setzen wollten. Dabei konnte es sich um ein „Kollegengespräch handeln“, in welchem man schon lange etwas thematisieren wollte, oder aber auch um eine Alltagssituation, die man schon längst erledigt haben wollte, aber immer wieder aufgeschoben habe.

30 Bildmotive

Die Anwesenden durften sich aus 30 Bildmotiven jeweils eines aussuchen, das sie persönlich ansprach. Im nächsten Schritt wurden „positive Assoziationen“ der Mitteilnehmer zu diesem Bild in einem „Ideenkorb“ gesammelt. Aus dem „Ideenkorb“ suchte man sich die Lieblingsworte heraus, mit denen man in Kombination mit dem Bildmotiv ein Motto-Ziel, das eine innere Haltung beschreibt und positiv formuliert ist, so Brüggemeyer. Es ist mit einem guten Gefühl besetzt und kann dazu beitragen, mehr Energie zu aktivieren, um die zuvor formulierten Themen erfolgreich anzugehen.

Dies alles geschah im Wechsel von Kleingruppenarbeit oder Plenum - und vor allem mit viel Humor. Eilers attestierte den Anwesenden „Werbetexter-Qualitäten“. Es gehe darum „Motto-Ziele“ zu formulieren, die im Alltag nachhaltig wirken und bei denen neue Nervenzellenverknüpfungen aktiviert würden. „Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gehirn lernt“, so Eilers, „besorgen Sie sich persönliche Erinnerungshilfen, sogenannte Trigger, für ihr „Motto-Ziel“. Nutzen Sie einen positiv besetzten Klingelton für Ihr Handy, oder nehmen Sie Ihr Motiv des heutigen Abends als Bildschirmschoner“.

Engagierte Frauen aus dem Sport

Angela Daalmann vom mitausrichtenden LSB verdeutlichte, dass der LSB mit diesen Impulsvorträgen vorrangig engagierte Frauen aus dem Sport qualifizieren und fördern wolle. Auch in Zukunft wolle man Göttingen als Ausrichtungsort berücksichtigen, denn die Rahmenbedingungen seien optimal, merkte Daalmann lobend an und ließ den Blick aus dem Seminarraum über den angrenzenden Kiessee schweifen.

Ines Graeber, stellvertretende Vorsitzende des SSB, bedankte sich bei der Referentin mit typischen Geschenken aus der Gänselieselstadt: einem Salzsäckchen aus der Pfannensaline, einem Göttinger Wein sowie einem Baumkuchen aus einer Göttinger Back-Manufaktur. Damit „Sie, liebe Frau Dr. Eilers, auch viele positive Bilder von diesem Abend in Erinnerung behalten“, so die stellvertretende Vorsitzende schmunzelnd und unter Applaus aller Anwesenden.

Von r

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