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„Wahnsinns-Energie, zu der Göttingen fähig ist“

Basketball-Eurocup „Wahnsinns-Energie, zu der Göttingen fähig ist“

Ungläubig staunend verfolgte Chris Fleming, Cheftrainer des Deutschen Basketball-Meisters und Pokalsiegers Brose Baskets Bamberg, von der Tribüne der Lokhalle aus die Eurocup-Gala des Bundesliga-Rivalen BG Göttingen gegen das griechische Starensemble Aris Thessaloniki.

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Weiter im Veilchen-Dress? Antoine Jordan, hier gegen Aris-Star Nikos Hatzivrettas (l.), hofft, bis Saisonende bleiben zu dürfen.

Quelle: CR

War das wirklich das gleiche BG-Team, das vor drei Monaten in Bamberg mit 59:76 untergegangen war und sich vor zehn Tagen zu Hause gegen den BBL-Vorletzten Bayreuth bis auf die Knochen blamiert hatte? Abwechselnd mit breitem Grinsen und Kopfschütteln kommentierte der 40-jährige Amerikaner das Powerplay der Veilchen in Abwehr und Angriff und die hilflosen Versuche der Gäste, den BG-Express zu stoppen. „Das ist ja fast ein Klassenunterschied. Ich weiß nicht, ob das was mit dem Trainerwechsel der Griechen zu tun hat“, rätselte Fleming angesichts des Pausenstandes von 45:20. „Die müssen doch schon im ersten Viertel gesehen haben, dass Göttingen gut drauf ist. Trotzdem sehe ich keinerlei Gegenwehr.“ Nach der mit 74:55 gewonnenen Partie schwärmte der Baskets-Coach von dem „tollen Spiel“ und der „Wahnsinns-Energie, zu der Göttingen fähig ist“. Der Frage, ob er ein wenig Angst davor habe, am 5. März mit seiner Mannschaft im Hexenkessel Lokhalle aufzulaufen, wich Fleming geschickt aus: „Wir konzentrieren uns erst mal auf andere Dinge“, sagte er lachend.

Überhaupt nicht zum Lachen zumute war in der Halbzeit der 40-köpfigen Schar mitgereister Aris-Fans, deren anfänglich lautstark demonstrierte Euphorie schnell in blankes Entsetzen umgeschlagen war. „Ich weiß nicht, was mit dem Team los ist. Es ist bitter, einen so langen Trip zu machen und dann so etwas miterleben zu müssen“, sagte sichtlich niedergeschlagen Antonis Papadopoulos. Eine treffende Analyse lieferte hingegen sein Kumpel Anteas Chulakis: „Göttingen bekommt zu viele offene Würfe und spielt eine super Defense. Ich glaube nicht, dass Aris müde ist, vielmehr überrascht von dem ungeheuren Druck der Göttinger.“

Seine eigene Theorie zum hohen Pausenrückstand der Griechen lieferte Hartmut Niemann, Präsident des BG-Fanclubs Veilchenpower: „Vielleicht wollen sie ja zeigen, dass sie eine ebenso erfolgreiche Aufholjagd hinlegen können wie wir im Hinspiel“, erinnerte er an den 19:0-Lauf der Veilchen, mit dem sie das Match in Thessaloniki in der Schlussphase noch gedreht hatten, nachdem sie 52:70 zurückgelegen hatten. „Kann allerdings in die Hose gehen“, prognostizierte Niemann und sollte recht behalten.

In erster Linie auf seine Kappe nahm der neue Aris-Coach Slobodan Subotic die deftige Niederlage in seinem ersten Pflichtspiel mit Thessaloniki: „Mein Team war durch den hohen Rückstand zu Beginn völlig verunsichert, und da ich die Mannschaft noch nicht so gut kenne, habe ich wohl nicht die richtigen Stellschrauben gefunden, dass wir den Hebel noch umlegen konnten. Ich bin trotzdem stolz auf meine Spieler. Obwohl sie so weit zurückgelegen haben, haben sie in der zweiten Halbzeit weiter gekämpft.“

Stolz auf seine Spieler war natürlich auch John Patrick. „Das war eine sehr konzentrierte Leistung gegen eine Mannschaft mit drei ehemaligen NBA-Spielern. Im Eins-gegen-Eins oder auch Eins-gegen-Zwei ist zum Beispiel Anthony Tucker kaum zu stoppen, doch wir haben es geschafft. Aris ist ein gutes Fastbreak-Team, das auch unter den Körben hervorragend aufgestellt ist – trotzdem haben wir die Rebounds gewonnen“, freute sich der BG-Coach.

Keine Lust hatte er, über die gestiegenen Viertelfinal-Chancen nach dem Sieg zu spekulieren. „Ich bin kein Mathematiker“, lautete die knappe Antwort auf die Frage eines Journalisten. Natürlich weiß Patrick, dass ein Sieg in einer der beiden letzten Partien – am 22. Februar in Le Mans oder am 1. März in Braunschweig gegen Kiew – reicht, um das Viertelfinale gegen den Ersten oder Zweiten der Gruppe L zu erreichen. Wichtiger, als sich Gedanken über ungelegte Eier zu machen, ist ihm die schon oft beschworene Hoffnung, Energie und Elan in die Bundesliga mitzunehmen: am Sonntag (18 Uhr, Lokhalle) gegen Ulm. Ob mit Antoine Jordan, dessen Zwei.Monats-Vertrag gestern auslief, entscheidet sich heute.

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