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Regional Was man aus dem Handball-Spektakel lernen kann
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18:31 16.04.2018
Was für eine Kulisse: Sören Lange und der Northeimer HC haben die S-Arena in eine Handball-Hochburg verwandelt. Eine Eintagsfliege? Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Knut Freter, Vorsitzender Northeimer HC

Das war ein Top-Event, wir haben alles richtig gemacht, indem wir nach Göttingen gegangen sind. Die Kapazitäten in Northeim hätten nicht ausgereicht. Und dass wir dann auch noch gewonnen haben, ist natürlich der Hammer“, freut sich Freter. Die Aktion habe gezeigt: „Es ist wahnsinnig viel Potenzial da, was den Handball in Südniedersachsen anbelangt.“ Zwischen Melsungen, Hildesheim und Hannover gebe es eine „relativ große Handball-Lücke. Unsere Motivation ist, diese auszufüllen.“ Nun gelte es für alle Vereine in der Region, am Ball zu bleiben. „Wir tun das“, betonte der NHC-Chef. Der NHC sei bereits dabei, eine schlagkräftige Truppe für die neue Saison zusammenzustellen. Ziel sei es, sich im Mittelfeld der 3. Liga zu etablieren – mit dem Blick nach oben. Sein Traum sei es, irgendwann gegen den THW Kiel zu spielen, sagt Freter. „Die Region ist bundesligatauglich.“ Ein solches Event zu wiederholen, könne sich der NHC gut vorstellen, sagt der NHC-Chef. „Wir werden das jetzt in Ruhe auswerten.“ Klar sei aber auch, dass der NHC grundsätzlich in Northeim spielen wolle. „Unser Slogan heißt ja nicht umsonst ’Wir für Northeim’.“

Ekki Loest, Handball-Ikone und Berater des TV Jahn Duderstadt

„Das war ein tolles Event, Respekt an den Northeimer HC, die haben einen guten Job gemacht. Die Aktion sollte uns andere Vereine anspornen, Gas zu geben. Denn es hat sich wieder einmal gezeigt: Handball zieht und ist attraktiv, wenn es ein interessantes Spiel gibt“, sagt Loest. Wenn viele Komponenten passen, könnte auch ein anderer Verein in der Region ähnlichen Erfolg haben. Dafür benötige man aber unter anderem Leute, die sich über ein normales Maß hinaus engagieren, sowie eine gute Nachwuchsarbeit im Jugend- und Trainerbereich. Vor allem im Jugendbereich sei die Region sehr schwach aufgestellt, so Loest. Da könne ein solches Event helfen. Man dürfe es aber nicht übertreiben. „So etwas nutzt sich schnell ab.“ Und dennoch, so Loest: „Die Aktion war für die Region eine tolle Sache.“

Handball-Spektakel in der S-Arena Göttingen

Matthias Linke, Trainer TG Münden

„Ich finde es klasse, dass so ein Event stattfindet. Das war Werbung für den Handballsport in der Region“, sagt Linke. Die TG Münden, die in der Handball-Oberliga derzeit stark abstiegsbedroht ist, leide unter mangelndem Nachwuchs. „Es gibt leider deutlich weniger junge Handballer. Das verlagert sich häufig schon frühzeitig in die großen Zentren nach Hannover. Vielleicht gelingt es durch solche Events wie in der Sparkassen-Arena wieder den ein oder anderen Jugendlichen zum Handballsport zu bringen“, so Linke. Wichtig sei es, dass man so ein Event wie die Partie Northeim gegen Großwallstadt nicht zu häufig ansetze. „Man sollte das zunächst einmalig machen – sonst verpufft der Effekt relativ schnell.“

Dietmar Böning-Grebe, Trainer HSG Plesse-Hardenberg

„Glückwunsch an den Northeimer HC – nicht nur zu dem Sieg gegen Großwallstadt, sondern für das komplette Event“, sagt Böning-Grebe. „Das war dienlich für den gesamten Handballsport in der Region Südniedersachsen. Sicherlich trägt so ein Spiel mit über 1500 Zuschauern auch zu einer gewissen Aufmerksamkeit bei Jugendlichen und Kindern bei.“ Er weist aber auch auf die Problematik der Region hin: „Wir als Vereine müssen zusammenhalten und Werbung für unseren Sport machen. Mittlerweile finden fast alle Trainerfortbildungen und Auswahlmaßnahmen in der Region Hannover statt. Das gestaltet sich häufig schwierig.“ Der Trainer des Oberligisten berichtet zudem von einer Idee: „Wir hatten so ein ähnliches Event auch schon mal vor. Zwei Derbys hintereinander in der Sparkassen-Arena. Leider ist es dazu noch nicht gekommen. Vielleicht ist dies künftig aber denkbar, wenn auch möglicherweise in der Verbandsliga.“ Die Resonanz der Zuschauer sei da, auch wenn aktuell die 3. Liga in Göttingen und Umgebung eher unwahrscheinlich sei. „Ein Etat für diese Liga ist derzeit nicht machbar“, so Böning-Grebe.

Oliver Mesecke, Abteilungsleiter Handball MTV Geismar

„Ich finde es gut, dass es die Aktion gab. Es ist doch schön, so was zu sehen. Eine Wiederholung könnte ich mir durchaus vorstellen, wobei es sicherlich seinen Eventcharakter behalten sollte“, sagt Mesecke. Im Landkreis Göttingen sei es derzeit aber kaum denkbar, einen Drittligisten wie in Northeim aufzubauen. Dafür fehle es vor allem im Jugendbereich an Potenzial. „Für uns ist die Verbandsliga eine sehr gute Klasse, weil wir dort auch unsere Jugendlichen einsetzen können. Wir freuen uns in der neuen Saison auf ein paar Derbys, auch wenn wir es anderen Vereinen aus der Region gewünscht hätten, in der Oberliga zu bleiben.“

Von Jan-Philipp Brömsen und Andreas Fuhrmann

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