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Wenn die Zeitung zur Waffe wird

Modern-Arnis Wenn die Zeitung zur Waffe wird

Ihre Tritte und Schläge sind brutal, ihre Reflexe tödlich. Gleichzeitig sind sie bewandert in philippinischer Geschichte, kennen sich aus in Anatomie und verbeugen sich jedes Mal, bevor sie ihre Trainingsstätte betreten.

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Tipps vom Modern-Arnis-Bundestrainer: Dieter Knüttel (Mitte) mit den Lehrgangsteilnehmern Jochen Spreitz (links) und Jens Bode.

Quelle: Pförtner

50 Modern-Arnis-Jünger aus ganz Deutschland trafen sich in der Sporthalle der ASC-Kinderbewegungsschule im Waldweg, um von Bundestrainer Dieter Knüttel neue Techniken zu erlernen, höhere Dan-Grade zu erlangen und ihre Kampfkunst weiter zu perfektionieren. 

Knapp 90 von bundesweit 1200 Anhängenr der aus den Philippinen stammenden Kampfkunst und Selbstverteidigungsmethode sind im ASC 46 organisiert. Die Königsblauen waren Ausrichter des zweitägigen Lehrgangs für Anfänger bis Schwarzgurtträger mit dem 48-jährigen Dortmund  Dieter Knüttel. „Am ersten Tag werden neue Techniken geprobt, Fehler korrigiert sowie Dinge behandelt, die außerhalb des offiziellen Prüfungsprogramms liegen“, berichtet ASC-Fachbereichsleiter Heike Dernedde (38). „Am zweiten Tag dann werden Prüfungen abgenommen.“ 

Schlägertypen nicht gefragt

Praktiziert wird bei Modern Arnis die waffenlose Selbstverteidigung, bei der zum Beispiel Schläge, Tritte, Hebel und Würfe zur Anwendung kommen, als auch der Kampf mit Messern und Schwertern sowie mit Stöcken. Ein wichtiges Prinzip des Kampfes mit Waffen ist, dass die jeweiligen Techniken auch auf andere Gegenstände übertragbar sind, zum Beispiel auf Kugelschreiber, Schlüssel, Schirm oder –  man höre und staune – auf eine Zeitung. Zusammengerollt verwandele sie sich, so Dernedde, mit ihren messerscharfen Kanten in eine gefährliche Hiebwaffe. 

Auch wenn Modern Arnis eine sehr martialische Kampfkunst ist – eine Ausbildung für Brutalos ist sie nicht. „Wir bilden hier keine Straßenschläger aus“, betont Dernedde, der im Hauptberuf Informatiker ist. „Uns geht es darum, eine gesunde, gelenkschonende Sportart zu betreiben, die viel Spaß macht und den Vorteil hat, dass sie einerseits eine echte sportliche Herausforderung darstellt, man sie andererseits jedoch recht schnell erlernen kann.“

Eine der Lehrgangsteilnehmerinnen war Julia Höppner. Die 23-Jährige wird im Herbst ihre Ausbildung zur Polizeikommissarin beginnen und sieht das Modern-Arnis-Training als „gute Vorbereitung für den Polizeidienst“ an. Ebenfalls dabei war Stephanie Haupt. Die 29-jährige Ärztin betont, dass Modern Arnis Koordination und Körpergefühl schone, außerdem das Selbstvertrauen steigere. 

„Ich habe auch schon in der Psychiatrie gearbeitet und weiß, dass es gut ist, wenn man sich im Notfall gegen gewalttätige Patienten zur Wehr setzen kann.“ Zum Training zählt allerdings nicht nur körperliche, sondern auch geistige Betätigung. Je höher man in der Hierarchie steigt (es gibt fünf Farbgürtel sowie zehn Schwarzgute), desto mehr muss man wissen über philippinische Geschichte, die Biografien der Großmeister, den Notwehrparagraphen sowie Anatomie. Bevor man ein unbesiegbarer Krieger wird, ist also eine Menge Pauken angesagt.

Von Hauke Rudolph

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