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"Wieder mehr Demokratie wagen"

Zukunft der Sportvereine "Wieder mehr Demokratie wagen"

Die Probleme der Sportvereine sind so vielfältig, wie sie selbst: Die Suche nach Ehrenamtlichen wird immer schwieriger, die Mitgliedszahlen schwanken, öffentliche Fördergelder werden gestrichen, die Jugendsparten brechen durch die Umstellung zur Ganztagsschule weg und zu all dem kommt noch die Fitnessstudios als attraktive, kommerzielle Konkurrenz.

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„Jedes Gremium verdient seine Beachtung“: Helmut Digel.

Quelle: CM

Helmut Digel, ehemaliger Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), setzte sich auf Einladung der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) vor 200 Zuhörern in der Sparkasse Göttingen mit der Zukunftsfähigkeit von Sportvereinen auseinander. Der Sportwissenschaftler legte dabei zunächst mit provokanten Fragen den Finger in die Wunde: „Viele Länder der Erde kommen auch ohne Sportvereine ganz gut aus. Warum sollte es sie in Zukunft noch in Deutschland geben?“ – „Warum sollte das Fitnesscenter eines Vereins mehr Gemeinwohl besitzen als ein Kommerzielles?“

Verantwortung und Mitsprache

Digel nutzte die Provokation, um die anwesenden Vereinsvertreter auf den Kern des Vereinswesens zu besinnen: mehr soziale Verantwortung und mehr Mitsprache. „Entscheidungen über den Köpfen der Basis hinweg sind einfacher, schneller und wirtschaftlicher, aber nicht unbedingt im Interesse der Mitglieder.“ Der Tübinger Wissenschaftler schließt sich als langjähriger DLV-Präsident dabei nicht aus: „Ich habe gelernt, dass jedes Gremium seine Beachtung verdient. Die Sportvereine sind wichtig für unsere Demokratie.“ Doch der Trend zu professionellen, durch Hauptamtliche geführte Vereine habe zu einer Entdemokratisierung und einer Ideenlosigkeit geführt. „Viele kopieren einfach die Ideen der Fitnessstudios, weil es gerade lukrativ scheint.“
Doch weder Digel noch die lokalen Vereine haben ein Patentrezept für die Zukunft. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Erika Fandrey (SV Diana), Lothar Becker (TSV Holzerode), Erhard Schminke (Bovender SV), Jörg Schnitzerling (ASC 46) und Cornelius Frömmel (Dekan der Universitätsmedizin) von ihren Erfahrungen und Probleme in den lokalen Sportvereinen und erörterten Lösungsansätze. Im Zentrum der Diskussion standen die Probleme durch die Entwicklung zur Ganztagsschule und die Bezahlung von Übungsleitern und Ehrenamtlichen. Doch nur in einem Punkt waren sich die Redner einig: Es wird eine spezielle „Göttinger Lösung“ geben müssen. Schnitzerling verteidigte die Strategie des ASC, als Verein und Unternehmen aufzutreten: „Ich erlebe, dass ein Vereinsleben auch im Fitnesscenter möglich ist.“
Es sei richtig, Ehrenamtliche und Übungsleiter besser zu entlohnen: „Wer Vormittags Kurse geben kann und qualifiziert ist, soll auch mehr Geld bekommen.“ Damit konnte der ASCer die anderen Teilnehmer jedoch nicht überzeugen. Die kleinen Vereine könnten nicht mehr bezahlen, und außerdem bedeute mehr Geld nicht unbedingt ein besseres Angebote und größere Zufriedenheit der Mitglieder.

Von Hendrik Maaßen

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