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Regional Zusammenhalt ist Erfolgsgarant der Hatje-Brüder
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20:03 06.01.2010
Vor Bewährungsprobe mit dem TSC Schwarz-Gold: Klas Hatje und seine Freundin Gesa Ringe. Quelle: EF
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Momentan drücken Hauke und Till ihrem Bruder Klas die Daumen. Klas hat soeben sein Master-Studium der angewandten Informatik in der Fachrichtung Bioinformatik abgeschlossen: „Ab Januar werde ich beim Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen promovieren“, berichtet er. Auf der anderen Seite ist er ein leidenschaftlicher Tänzer und zählt längst zum Inventar der Standardformation des TSC Schwarz-Gold Göttingen, die nach dem fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft am kommenden Sonnabend ins zweite Jahr ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit geht. Das erste Wertungsturnier findet beim amtierenden Weltmeister TC Ludwigsburg statt.

Die neue Choreografie Romeo und Julia im Kopf hat Klas ein Ziel klar vor Augen: „Ich möchte am Ende der Saison mit der Formation den vierten Platz vor Nürnberg ergattern.“ Dafür arbeitet er seit Wochen hart. Während es Hauke und Till während der Weihnachtspause etwas ruhiger angehen lassen konnten, hat sich die Formation in einem mehrtägigen Trainingslager auf die harte Saison vorbereitet.

Doch der Erfolg motiviert: „Mich fasziniert vor allem der Mannschaftsgedanke bei diesem Sport. Eine Formation ist nur erfolgreich, wenn sich jeder einordnet und die Fehler der anderen ausgleicht“, sagt Klas. Daher sei es wichtig, dass in der Mannschaft der Teamgeist gut ist. „Außerdem ist es immer wieder ein tolles Gefühl, das Publikum begeistern zu können“, schwärmt Klas, dessen Freundin Gesa Rinke ebenfalls in der Formation tanzt.

Von seinem tanzenden Bruder leiht sich der 25-jährige Physikstudent Till „gelegentlich das Auto aus, wenn ich auswärts pfeifen muss“. Till engagiert sich in Sachen Handball nicht nur als Spieler des Landesligisten MTV Geismar, sondern ist auch für seinen Verein als Schiedsrichter aktiv. In der ersten Klasse habe ihn ein Schulfreund zum Training von Tuspo Weende mitgenommen, berichtet er von seinen Anfängen. „Der hat aber schnell wieder aufgehört, und ich bin bis heute beim Handball geblieben.“ Till ist ein Mannschaftssportlicher, für ihn geht nichts über einen guten Teamgeist: „In einem Mannschaftssport muss jeder Fehler der Mitspieler wettmachen. Nur so werden auch die eigenen Fehler ausgebügelt und Erfolge erzielt.“

„Ergänzen uns sehr gut“

Zwei-, dreimal im Jahr mit der Mannschaft boßeln, ein, zwei Bier mit Kommilitonen trinken oder Doppelkopf spielen: So gestaltet Till seine Freizeit. Und die wird immer weniger, steht doch für den Physik-Studenten die Diplomarbeit ins Haus. Gut, wenn es dann innerhalb der Familie funktioniert. „Wir ergänzen uns sehr gut“, sagt Till. „Jeder hat seine kleinen, eigenen Macken, aber zusammen klappt es doch irgendwie immer.“ Zwei- bis dreimal im Monat sieht man sich – Hauke jedoch ist immer seltener dabei.

Er studiert seit diesem Wintersemester Vermittlungswissenschaften (Lehramt) mit den Fächern Mathematik und Geographie in Flensburg. Mit neun Jahren hatte sich Hauke der Leichtathletik verschrieben, „weil ich damals im Sportunterricht die 800-Meter-Strecke in drei Minuten gelaufen bin“. An der Leichtathletik fasziniert Hauke vor allem ein starker Zusammenhalt innerhalb der Trainingstruppe der LGG, die er aufgrund seines Wohnortwechsels verlassen musste. „Ich hoffe aber, dass ich genug Zeit finde, meinem Sport auch hier in Flensburg weiterhin nachzugehen. Dass ich 2010 noch in den Wettkampfsport gehe, ist aber unwahrscheinlich, da ich mich erst mal aufs Studium konzentrieren werde. Aber man soll nie nie sagen.“

Der Zusammenhalt der sportlichen Brüder ist stark. „Wenn jemand helfende Hände braucht, kann er sich darauf verlassen, dass die anderen beiden zur Stelle sind“, sagt Hauke.

Von Ferdinand Jacksch

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