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Zwangspause für Grüne nach Ankunft im Sudan

Tour d’Afrique Zwangspause für Grüne nach Ankunft im Sudan

Hardy Grüne hat sich in das größte Abenteuer seines Lebens gestürzt. Mit 62 Radsportbegeisterten aus aller Welt mutet sich der 48 Jahre alte Göttinger die Tour d’Afrique zu, die von Kairo aus in 95 Tagesetappen über 11    953 Kilometer bis nach Kapstadt führt.

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Auf der Fähre Richtung Sudan: Ägypten liegt hinter den Teilnehmern der Tour d‘Afrique.

Quelle: EF

Einmal wöchentlich schildert Grüne im Tageblatt seine Erlebnisse, Strapazen und Eindrücke auf einer der längsten und härtesten radsportlichen Herausforderungen der Welt.

Wüste links. Wüste rechts. Dazwischen ein schier endloses Asphaltband, das sich durch die menschenleere Einöde zieht. Erbaut von China in einem Akt der nicht unproblematischen Entwicklungshilfe. Für uns ist es eine Erlösung. Als die Tour d’Afrique vor neun Jahren startete, gab es auf den 900 Kilometern zwischen dem ägyptisch-sudanesischen Grenzort Wadi Halfa und der Hauptstadt Khartoum nur eine rudimentäre Geröllpiste, die viel Kraft und Zeit kostete. Nun dürfen wir auf nagelneuem Asphalt dahingleiten und die wunderschöne nubische Steinwüste genießen.

Der Sudan ist eine angenehme Abwechslung nach dem bisweilen etwas hektischen Ägypten. Nachdem wir dort ins Nildelta eingebogen waren, hatte der Verkehr enorm zugenommen und auch die Aufmerksamkeit, die unsere bunte Radfahrergruppe erregte, war exorbitant gestiegen. Neben beständigen „Hello“- und „Welcome to Egypt“-Rufen gab es leider auch vereinzelt die ersten der gefürchteten Steinwürfe durch übermütige Jugendliche (Die Radsportler haben Ägypten vor Ausbruch der politischen Unruhen passiert. Anm. d. Redaktion).
Unser letztes Ziel im Land der Pharaonen war mit Aswan eine schöne Überraschung. Die Stadt liegt wie ein mondänes Seebad am Lake Nasser und bietet ein geradezu westeuropäisches Flair. Frühlingshafte Temperaturen, eine wohlsortierte Infrastruktur und überall freundliche Gesichter erschwerten uns den Abschied aus Ägypten. Mit einem letzten gemütlichen Bier bis Äthiopien – im Sudan wird Alkohol nicht geduldet – hieß es schließlich Abschied nehmen, und tags darauf pedalten wir im Konvoi über den Nasser-Staudamm zur Anlegestelle der Fähre in den Sudan.

Stundenlang dauerte das Beladen der „Nubian Pride“, während wir mit unseren bunten Rädern die Aufmerksamkeit der vornehmlich sudanesischen Passagiere erregten. In radebrechenden englisch-arabischen Konversationen ließen sie sich diese in ihren Augen Wunderwerke der Technik erklären und hoben unsere Leichtgewichte mit staunenden Augen hoch. Ein sudanesisches Fahrrad – zumeist aus chinesischer oder indischer Produktion – ist locker dreimal so schwer und verfügt weder über eine moderne Gangschaltung noch über Dinge wie Tacho oder Aufsatzlenker. Der kulturelle Austausch auf der Tour d’Afrique erfolgt also durchaus in beide Richtungen.

Vorbei am berühmten Tempel Abu Simbel erreichten wir am nächsten Morgen Wadi Halfa und damit den Sudan. Lange war unklar, ob wir wegen des laufenden Referendums über die politische Zukunft des Landes überhaupt würden einreisen können, und so war die Freude groß, als wir tatsächlich sudanesischen Boden betraten. Wadi Halfa ist nichts weiter als ein Anlegesteg aus Beton mit einer Grenzstation und einer kleinen Anhäufung Steinhäusern. Stundenlange Grenzformalitäten über uns ergehen lassend, konnten wir am späten Nachmittag schließlich unsere Zelte zum ersten sudanesischen Wüstencamp aufschlagen und todmüde in unsere Schlafsäcke fallen.

Für mich war die Tour d’Afrique am nächsten Tag zunächst allerdings vorbei. Seit Luxor quälte ich mich mit einem hartnäckigen Durchfall, der mir die Kräfte raubte. Nachdem sich meine Hoffnung, auf der Fähre etwas Erholung zu finden, nicht erfüllt hatte, musste ich schließlich der Vernunft Tribut zollen und auf den Start zur nächsten Tagesetappe verzichten. Damit ist mein „EFI“-Status („every faboulous inch“, „jeder berühmte Millimeter“) dahin, aber schlussendlich geht die Gesundheit natürlich vor. Und das Abenteuer währt ja auch noch dreieinhalb weitere Monate ...

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