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Deutsche Sitzvolleyball-Exoten schocken Konkurrenz Sitzvolleyball im Selbstversuch

Paralympics in London

Sitzvolleyball im Selbstversuch

Schuhe brauchst du nicht unbedingt“, hatte man mir vor dem Training gesagt. Ich solle lieber auf meinen Hintern aufpassen. Und in der Tat: Von Minute zu Minute wird der Boden härter, das Sitzen unangenehmer. „Da kriegst du schnell einen wunden Po“, sagt Zuspieler Torben Schiewe, der mit mir ein paar Bälle spielt und Sitzvolleyball erklärt.

Zusammenhalt als Erfolgsrezept: In der Vorrunde feiert die deutsche Mannschaft Erfolge gegen Marokko, Ägypten und Russland.

© dpa

Wir sitzen uns gegenüber und pritschen uns den Ball zu. „Jetzt denkst du noch, es ist ganz einfach“, sagt Schiewe, und hat recht. Als Landesliga-Volleyballer ist die Technik für mich kein Problem. „Aber was machst du, wenn ich das mache“, sagt Schiewe und spielt einen Ball zwei Armlängen entfernt von mir. Ich robbe nach vorne und patsche ihn irgendwie zu ihm zurück. Der Celler lacht. Beim Sitzvolleyball komme es auch auf die richtige Rutschtechnik an, erklärt er mir. Also erst rutschen, dann den Ball spielen. Gar nicht so einfach.

„Wir haben mal gegen ein nichtbehindertes Zweitliga-Volleyballteam Sitzvolleyball gespielt. Die hatten keine Chance und haben es nicht in einem Satz geschafft, zweistellig zu punkten“, sagt Schiewe, und ich bin ein bisschen beruhigt, denn das Rutschen fällt mir schwer. Noch dazu muss man blitzschnell erahnen, wo der Ball hinkommt. „Da ist es nicht unbedingt ein Vorteil, wenn man noch beide Beine hat“, sagt der Leipziger Christoph Herzog – einer von drei Spielern, die nicht zu den Amputierten gehören. „Die muss man irgendwie sortieren, und manchmal liegen sie im weg.“

„Jetzt zum Angriff“, sagt Schiewe. Nach dem Zuspiel soll ich schnell nach vorne rutschen, den Oberkörper aufrichten und dann den Ball schlagen. Ich mache was er sagt, aber meine erste Angriffsaktion würde ein Schiedsrichter abpfeifen. „Du darfst mit dem Po nicht den Boden verlassen“, sagt Schiewe lächelnd. Deswegen trage er auch Hosen in Größe XL, damit man das Abheben nicht sofort sieht, sollte es einmal dazu kommen.

Nach dem Kurztraining merke ich nicht nur meinen Hintern, sondern auch den Oberkörper. Denn fliegt der Ball über mich, lasse ich mich nach hinten fallen und spiele ihn dann beim Hochkommen – ein Situp mit Ball. „Man braucht viel mehr Rumpfmuskeln als beim Fußgängervolleyball“, sagt Schiewe. Das merke ich auch. Trotzdem macht die unbequeme Rutschpartie eine Menge Spaß.  

Von Manuel Becker

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