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15:19 19.09.2016
Der Schweizer Walter Grubenmann. Quelle: R
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Rio

Als technischer Dienstleister führen sie pro Tag etwa 200 Reparaturen für die Athleten durch. Orthopädie-Mechaniker, Rollstuhl-Experten und Schweißer aus 31 Nationen arbeiten in drei Schichten für das Wohl der Athleten und die Chancengleichheit. In der Hautwerkstatt herrscht von morgens sieben Uhr bis nachts um 23 Uhr ein ständiges Kommen und Gehen.

Was 1988 bei den Paralympics in Seoul mit einem Vier-Mann-Team und einem provisorischen Zelt als Werkstatt begonnen hatte, ist längst zu einer gewaltigen technischen und logistischen Herausforderung geworden. Der Duderstädter Medizintechnik-Konzern hatte vor seinen 14. Spielen als technischer Dienstleister der Paralympics zwei Container mit 18 Tonnen Werkstattausrüstung und rund 15000 Ersatzteilen per Schiff an die Copacabana verschickt.

„Der Arbeitsumfang bewegt sich in etwa auf dem Niveau von London“, sagt Peter Franzel. Der Organisationsdirektor berichtete von vielen Routinereparaturen, es seien aber auch Reparaturen dabei gewesen, die die Techniker vor große Herausforderungen gestellt haben. Das Gros der Arbeiten fällt dabei bei der Leichtathletik und den Rollstuhlbasketballern an. Mehr als 2500 Reparaturen wurden alleine an Rollstühlen vorgenommen. „Die Sportler wissen, dass ihre Technik bei uns in guten Händen ist und können sich auf den Service verlassen“, betont Franzel.

Sein Team ist dabei eine bunte Mischung aus alten Hasen und jungen Mitarbeitern. Zu den langjährigen Paralympics-Fahreren gehört etwa Walter Grubenmann. Dem Schweizer fehlt das linke Bein. Mit einer langen Hose über seiner Genium-Prothese, einem Mikrochip-gesteuerten künstlichen Kniegelenk, fällt das aber kaum auf. Als Prothesenträger kann er die Bedürfnisse der amputierten Athleten besonders gut nachvollziehen. Doch Grubenmann packt überall mit an, notfalls greift er auch zur Nähmaschine, wenn ein Sitzkissen repariert werden muss.

Paralympics ohne Ottobock sind schwer vorstellbar, denn es gibt nur wenige Konkurrenten, die so ein Mammutprogramm leisten können. In Rio wurden die Verträge für Tokio 2020 unterzeichnet. „Das Vertrauen ist groß. Selbst unser härtester Mitbewerber Össur stellt uns Material für Reparaturen zur Verfügung“, betont Ottobock-Chef Hans Georg Näder. Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Paralympischen Komitee sei sehr gut und vertrauensvoll. „Doch es gibt keine Garantien, von beiden Seiten.

Es muss von Spielen zu Spielen verhandelt werden, ob alles passt“, unterstreicht Näder. Mit Blick auf die Entwicklung hin zu Rio 2016 sagte er: „Seoul 1988 war Krankensport. 28 Jahre später können wir ohne Übertreibung sagen, dass die Paralympics die besseren Olympics sind. Ich bin sehr stolz, dass mein Team und ich einen gewissen Anteil daran haben. Unser Paralympics-Engagement hat stark auf die Marke Ottobock eingestrahlt.“

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