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Krüger kann Vergeers 467. Sieg in Serie nicht verhindern

Rollstuhltennis Krüger kann Vergeers 467. Sieg in Serie nicht verhindern

Lange ist Rollstuhltennisspielerin Katharina Krüger bei strahlendem Sonnenschein nicht auf Court 1 in Eton Manor zu sehen. Im Achtelfinale des paralympischen Turniers hat sie das undankbarste Los gezogen. Ihr gegenüber sitzt in ihrem weißen Single-Frame-Rollstuhl die konzentriert und dadurch ernst wirkende Esther Vergeer.

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Quelle: Wabitsch

London. Die 31-jährige Niederländerin ist das Nonplusultra im Rollstuhltennis, und ihre Siegesserie sucht im Sport Ihresgleichen: Vergeer hat seit 2003 kein Match verloren.

Auch Krüger konnte diese Serie gestern erwartungsgemäß nicht beenden. Die Berlinerin unterlag 0:6, 0:6.

„Meine Leistung war absolut okay“, resümiert die 22-jährige Krüger  nach dem Spiel und betont: „Esther spielt einfach in ihrer eigenen Liga. Auch wenn sie Anfang dieses Jahres mal einen Satz abgegeben hat, in dieser Form kann ihr auch in diesem Turnier wohl niemand gefährlich werden.“ Was Vergeer zur absoluten Ausnahme-Athletin macht? „Ihre Unberechenbarkeit“, sagt Krüger. „Wenn du sie unter Druck setzt und glaubst, jetzt kann sie nur noch in diese Richtung schlagen, schafft sie es irgendwie, den Ball doch noch anders ins Feld zu platzieren.“

Angereist war Vergeer, der im Alter von acht Jahren eine Wirbelsäulenoperation zwar das Leben rettete, aber eine Querschnittslähmung  zur Folge hatte, mit einer  Bilanz von 465 Siegen. Nach dem Erst-Runden-Sieg gegen die Japanerin Kanako Domori und dem 6:0, 6:0 gegen Krüger stehen nun 467 Partien in Serie ohne Niederlage zu Buche. Ihrem Ehrgeiz ist dies nicht abträglich: Wann immer der nahezu fehlerfrei agierenden Niederländerin ein unbedrängter Fehler unterläuft, quittiert sie ihn mit einem Selbstgespräch, das mal lauter, mal leiser ausfällt.

So muss die mit etwa 130 Kilometern pro Stunde aufschlagende Vergeer etwa nur selten in die Speichen ihres Rollstuhls greifen, um sich einen Ball für einen zweiten Aufschlag zu nehmen. Auf dem Platz ist es ruhig, dass liegt auch daran, dass die blauen und schwarzen Stuhlreichen auf den Tribünen weitgehend leer sind. Das einseitige Match verfolgten etwa 150 Zuschauer, darunter sind gut 70 Oranje-Fans.

Als das Match nach nur 41 Minuten beendet ist, findet die die fünffache Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin und 42 Grand-Slam-Titel-Inhaberin schnell ihr Lächeln wieder. Sie berichtet von einem „enormen Druck“, der auf ihr lastet, „weil alle auf mich schauen, aber ich fühle mich wohl“. Die Anspannung sei in London ein wenig größer als bei anderen Spielen, weil „die Paralympics und die Menschen hier so unglaublich sind“.

Spekulationen über ein Karriereende nach London 2012 mochte sie nicht konkret widerlegen. „Ich möchte nichts ausschließen. Ich muss auch sehen, wie sich mein Leben abseits der Tennisplätze entwickelt. Es kann aber gut sein, dass ich auch in Rio 2016 dabei bin.“ Die entbehrungsreiche und Titel-lose Zeit für ihre Kontrahentinnen könnte sich also noch länger hinziehen.

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