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Rollstuhl-Rugby: Spektakuläres Vollkontakt-Spiel

Paralympics: Sportarten ohne deutsche Beteiligung, Teil 1 Rollstuhl-Rugby: Spektakuläres Vollkontakt-Spiel

"Körperkontakt ist beim Rollstuhl-Rugby strengstens verboten“, erklärt der Hallensprecher, der das Duell zwischen Schweden und Kanada in der Halle für die Zuschauer kommentiert. Dabei kracht es laut auf dem Parkett in der Basketball-Arena. Metall prallt auf Metall. Das Publikum klatscht und kreischt euphorisch.

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Körperkontakt verboten: Bodenkontakt scheint beim Rollstuhl-Rugby hingegen offensichtlich erlaubt zu sein.

Quelle: afp

London . Die Aussage des Sprechers scheint so überhaupt nicht zu diesem spektakulären Vollkontakt-Spiel zu passen. Die Athleten rasen sich im Höchsttempo gegenseitig in die Rollstühle. Es gibt spektakuläre Szenen im Minuten-Takt. Doch Rollstuhl-Kontakt ist eben kein Körperkontakt. Die Zuschauer hier in London lieben das in den 1970ern in Kanada erfundene Spiel. Die Hallen sind fast immer voll, die Stimmung eindrucksvoll.

Deutsche Nationalmannschaft nicht qualifiziert

Während das Rollstuhl-Rugby-Turnier in London in die entscheidende Phase geht, müssen die Spieler der deutschen Nationalmannschaft die Partien zu Hause auf dem Sofa verfolgen. „Dass wir uns nicht qualifiziert haben, ist eine der bittersten Enttäuschungen“, sagt Anthony Kahlfeldt von deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS). In den vergangenen zwölf Jahren entsandte Deutschland immer ein Rollstuhl-Rugby-Team zu den Paralympics, 2012 war die Hoffnung groß, erstmals in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können. Mit Joseph Soares wurde eine Rollstuhl-Basketball-Legende als Bundestrainer verpflichtet. Der US-Amerikaner führte die führenden Nationen Kanada und Goldmedaillen-Verteidiger USA zu Paralympics-Gold.

Außerhalb jeglicher Kritik

Trotz des Misserfolgs bei der Qualifikation steht der Nationalcoach deswegen außerhalb jeglicher Kritik. „Es gab Änderungen bei der Klassifizierung. Das war ein Nachteil für unser Team“, betont Kahlfeldt. Bei der EM im Oktober 2011 in Nottwil (Schweiz) sollte der Titel her, doch bei der Klassifizierung wurden mehrere deutsche Spieler hoch gestuft. Dies sei der Grund dafür, warum die Qualifikation knapp verpasst wurde.  Der DRS sprach nach dem Turnier von „Willkür und Wettbewerbsverzerrung“. Je nach der schwere seiner Behinderung, bekommt der Spieler einen Punkt. Das Team von vier Spielern darf maximal 8 Punkte haben. Um Rugby zu spielen, müssen die Sportler mindestens an drei Gliedmaßen Einschränkungen vorweisen.  In Deutschland wird der Sport von etwa 350 Akteuren ausgeübt, darunter rund 40 Frauen. Es gibt drei Ligen.

„Rollstuhl-Rugby ist ein toller Sport für Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung zum Beispiel kein Rollstuhl-Basketball spielen können“, meint Kahlfeldt. Als in der Schlussphase um den Halbfinaleinzug Kanada knapp in Führung liegt und nur noch zehn Sekunden zu spielen sind, überschlägt sich die Stimme des Hallensprechers. „Das ist Rollstuhl-Rugby, das ist Rock ‚n‘ Roll“, brüllt er, und aus den Boxen dröhnt Nirvanas Grunge-Hymne „Smells like teen spirit“.

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